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Seminars am Gymnaſium zu Gießen ab. Thätig im Lehrdienſt war er bis jetzt: Sommer 1889 an der Realſchule zu Alzey, Herbſt 1889 bis Oſtern 1891 als Hauslehrer in Ober⸗ Ingelheim,s Oſtern 1891 bis Oſtern 1892 als proviſoriſcher Reallehrer zu Friedberg. An letzterem Termin wurde ihm eine Lehrſtelle an der höheren Mädchenſchule zu Worms provi⸗ ſoriſch und durch Allerhöchſtes Dekret vom 19 Oktober 1892 definitiv übertragen. Auf Grund einer im October 1891 bei hoher philoſophiſcher Fakultät zu Gießen eingereichten mathe⸗ matiſchen Abhandlung:„Ueber trilineare und tedraedrale Kollineation“ erwarb er ſich den Doktortitel..
4. Gleich zu Beginn des Schuljahres hatten wir den Verluſt einer bisherigen lieben Schülerin unſerer Anſtalt, Frieda Fuhrmann aus Nieder⸗Flörsheim, zu beklagen. Sie ſtarb kurz nach ihrem Austritt. Ihre Mitſchülerinnen ſowie das Lehrerkollegium gaben den Gefühlen ihrer Teilnahme durch überſendung von Blumenſpenden Ausdruck.
5. Zu Beginn des Winterſemeſters hatte das Lehrerkollegium die Freude, Herrn Rabbiner Dr. Stein zu ſeinem in die Ferien fallenden Amtsjubiläum nachträglich noch die herzlichſten Glückwünſche ausſprechen zu dürfen.
6. Am 8. Juli beehrte Herr Geh. Oberſchulrat Soldan die Anſtalt mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterricht in den verſchiedenen Klaſſen bei.
7. Ebenſo hatte unſere Anſtalt am 6. Oktober die Ehre des Beſuchs des Herrn Geh. Staatsrats von Knorr, ſowie des Herrn Geh. Oberſchulrats Soldan. Beide Herren wohnten dem Unterricht in allen Klaſſen bei.
8. Der Allerhöchſte Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde in der üblichen Weiſe durch eine Schulfeier begangen, bei welcher der Unterzeichnete eine Anſprache an die Schülerinnen hielt.
9. Zur Feier des Geburtstags Sr. Majeſtät des Kaiſers wurde von den Schülerinnen ein kleines Feſtſpiel in freier Anlehnung an„Die Jahreszeiten von Fr. Schanz, Teil IVY, der Winter“ zur Aufführung gebracht.— Bei dieſer Gelegenheit erlauben wir uns, die verehrlichen nächſten Angehörigen unſerer Schülerinnen für die Zukunft zu unſeren— allerdings beſcheidenen— Schul⸗ feierlichkeiten einzuladen.
10. Die Geſundheitsverhältniſſe des Lehrerſtandes waren im Allgemeinen günſtig, die der Schülerinnen weniger, da namentlich im Sommerſemeſter viele Erkältungskrankheiten in den beiden unterſten Klaſſen mannigfache Störungen des Unterrichts veranlaßten.
11. Auch dieſes Jahr wurden die gewohnten Schulausflüge unternommen.
12. Für verſchiedene Zuwendungen zur Bereicherung unſerer naturwiſſenſchaftlichen Samm⸗ lungen Eltern und Schülern unſeren herzlichen Dank.


