Jahrgang 
1927
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Nebenprodukte kennen. Der anſchließende Beſuch des Laboratoriums machte die Schüler mit den Gas⸗ unterſuchungs⸗ und Gasmeſſungsmethoden bekannt. Wir danken der Direktion des Städt. Gaswerks für die freundliche Aufnahme und Führung.

Ein Vortrag, den am 23. Februar 1927 Herr Gouvernementsſekretär a. D. L. Dietz aus Darmſtadt im Auftrage der Kolonialen Reichsarbeitsgemeinſchaft auf Grund 24⸗jähriger Wirkſamkeit in Deutſch⸗Oſtafrika über die in den ehemaligen deutſchen Kolonien geleiſtete Kulturarbeit hielt und durch vorzügliche Lichtbilder nach Originalaufnahmen belebte und erläuterte, wurde von den Schülern der Klaſſen Ulll-VI mit großer Aufmerkſamkeit verfolgt und mit reichem Beifall belohnt.,

Am 4. März beſuchten die Klaſſen V bis Ol die Vorführung des LehrfilmsDie Wunderwelt des blauen Golfes durch die Heſſiſchen Lichtſpiele für Schule und Volksbildung.

Große Freude bereitete es am 12. März unſeren Klaſſen Ulll bis Ol, ein Wormſer Kind und einen früheren Schüler unſerer Anſtalt, Herrn Vortragskünſtler Willy Buſchhoff aus Berlin, Ernſtes und Heiteres aus der deutſchen Balladenliteratur vortragen zu hören. Der Vortragende war ſichtlich erfreut über den herzlichen Beifall, den ihm ſeine dankbaren Zuhörer ſpendeten.

Am 26. März verbanden wir die feierliche Entlaſſung unſerer Abiturienten mit einer Feier der Erinnerung an den heldenhaften Meiſter der Töne Ludwig v. Beethoven, deſſen Todestag ſich zum hundertſten Male jährte. Die Feſtrede des Herrn Studienrat Diehl über Beethoven und die Anſprache des Herrn Studienrat Graf an die Abiturienten umrahmten Werke des gefeierten Künſtlers, die von dem gemiſchten Chor und von unſeren Muſikern, dem Herrn Real⸗ lehrer Schmidt, dem Abiturienten F. Mayer und den Unterprimanern F. Weißenfeldt und K. Frank mit tiefem Verſtändnis zu Gehör gebracht wurden.

7. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im abgelaufenen Schuljahre im all⸗ gemeinen befriedigend. Selbſt in der Winterszeit, wo unſere Stadt unter der Grippe ſchwer zu leiden hatte, kamen nur wenige ernſtliche Erkrankungen vor. Wir dürfen dieſes freudige Ergebnis wohl zum Teil auf die Kräftigung und Abhärtung durch verſtärkte Pflege von Turnen, Spiel und Sport zurück⸗ führen, die, wenn das Wetter es irgend erlaubte, im Freien durchgeführt wurden.

Schülern, die es wünſchten, wurde durch Herrn Hausmeiſter Parr ein Frühſtück von 1⁄¼ Ltr. warmer Milch und: 1 Brötchen verabreicht. Es machten 25 Gymnaſiaſten und 25 Oberrealſchüler von der Einrichtung Gebrauch.

Auch im verfloſſenen Schuljahre ſtand unſere Anſtalt unter der ſtändigen, mit großer Gewiſſen⸗ haftigkeit geübten ärztlichen Ueberwachung durch unſeren Schularzt Herrn Dr. Raiſer.

Von dem Lehrkörper mußte nur Herr Studienrat Hattemer vegen Erkrankung zwei⸗ mal längere Zeit den Unterricht ausſetzen, beide Male, vertrat ihn Herr Kaplan Wendelin Malchus von St. Martin.

Am 5. Mai fand die Wiederimpfung durch Herrn Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Schäffer ſtatt.

Am 16. Februar 1927 belehrte Herr Amtsarzt Dr. Rapp die Abiturienten des Gymnaſiums und der Oberrealſchule über die geſundheitlichen und ſittlichen Gefahren, denen junge Leute beim Verlaſſen des Elternhauſes und der Schule ausgeſetzt ſind.

8. Wegen großer Hitze mußte der Schulunterricht zehnmal ausgeſetzt werden. Zum Eislauf aber bot ſich keine Gelegenheit.

9. Die monatlichen Spaziergänge in die Umgebung unſerer Stadt wurden für heimat⸗ kundliche und naturkundliche Unterweiſungen nutzbar gemacht.

In den Sommerferien unternahm Herr Studienrat Holzhäuſer mit 12 Schülern der 4 oberſten Klaſſen eine elftägige Wanderfahrt durch Franken. Nach einem Beſuch Mergent⸗ heims, Rothenburgs und Nürnbergs führte ein Abſtecher die Wanderſchar in die reizvolle Dolomit⸗

landſchaft der fränkiſchen Schweiz. Von da ging die Fahrt nach den alten Biſchofſtädten Bamberg