V. Zur Geſchichte der Anſtalt.
1. Das Schuljahr 1925/26 nahm am 20. April mit den Aufnahmeprüfungen ſeinen Anfang. In die Sexta traten 25 Schüler ein, in die übrigen Klaſſen 10. Der lehrplanmäßige Anterricht begann am 21. April mit einer kurzen Eröffnungsfeier in der Turnhalle, bei der Herr Studienrat Jung in kernigen Worten auf die Notwendigkeit des Willens und der Kraft zur Arbeit hinwies, deren Wert unſere großen Weltweiſen Schiller und Fichte mit ſo viel Nachdruck betont hätten und aus der nicht nur im Schulleben, ſondern auch im ſpäteren Leben, im Diesſeits wie im Jenſeits Freude erwüchſe.
Gegenüber der im Vorjahre bekanntgegebenen Ferienordnung trat inſofern eine Aenderung ein, als durch landesamtliche Verfügung der Beginn der Weihnachtsferien bereits auf den 20. Dezember und dementſprechend der Anfang des Anterrichts im neuen Jahr auf den 4. Januar gelegt wurde.
2. Am 26. April ſchied infolge ſeiner Verſetzung an das Ludwig⸗Georgs⸗Gomnaſium in Darm⸗ ſtadt Herr Studienrat Dr. Breidenbach aus unſerem Lehrkörper aus. In nahezu 24⸗jähriger Tätigkeit am Wormſer Gomnaſium hatte er es verſtanden, ſich durch ſeine vorbildliche Pflichterfül⸗ lung, ſeine Treue und Zuverläſſigkeit und ſein offenes, freies Arteil die Achtung und Verehrung ſeiner Amtsgenoſſen, durch mit Liebe gepaarten Ernſt das Vertrauen und die Anhänglichkeit ſeiner Schüler und durch ſelbſtloſes, mannhaftes Eintreten für das Erziehungs⸗ und Bildungsideal unſerer Anſtalt die Wertſchätzung unſerer Elternſchaft und weiter Kreiſe der Bürgerſchaft zu erwer⸗ ben. Aus aller Amtsgenoſſen Herzen ſprach daher der Direktor, als er in einer ſchlichten Abſchieds⸗ feier dem Scheidenden Worte der Anerkennung, des Dankes und des Abſchieds widmete und ihm die beſten Wünſche für ſeine Tätigkeit im neuen Wirkungskreiſe auf den Weg mitgab.
Zum Nachfolger des Herrn Studienrats Dr. Breidenbach wurde Herr Studienrat Schwarz von der Realſchule und dem Progymnaſium zu Alzey ernannt.
Um die Neuordnung und Inventariſierung der Hand⸗ und Lehrerbücherei, der naturkundlichen und erdkundlichen Sammlung und der Bilderſammlung machten ſich die Herren Studienräte Diehl, Dr. Schmitt, Rupp und Dr. Schreiter verdient. Die Hilfsbücherei betreute Herr Studienaſſeſſor Holzhäuſer.
Große Anforderungen ſtellte an die Arbeitskraft ſämtlicher Herren des Lehrkörpers die Aus⸗ arbeitung von Sonderlehrplänen für die Anſtalt auf der Grundlage der im Dezember 1925 erſchienenen Entwürfe von Lehrplänen für die höheren Schulen Heſſens(ſ. VIII a).
Am 10. Oktober 1925 legte der Direktor im Namen des Lehrkörpers des Gymnaſiums und des Wormſer Philologenvereins am Grabe des am 7. Oktober plötzlich verſchiedenen Amtsgenoſſen im Ruheſtand Herrn Studienrats Dr. Friedrich Henkel, der 24 Jahre an unſerer Anſtalt tätig geweſen war, mit herzlichen Worten des Dankes und des Abſchieds einen Kranz nieder.
Am 18. November nahm der Direktor an einer Direktorenkonferenz in Darmſtadt teil, die ſich unter dem Vorſitze des Herrn Miniſterialdirektors Arſtadt mit den Fragen der neuen Lehr⸗ pläne, des Aebergangs 3⸗jähriger Grundſchüler in die höheren Schulen und des Verhältniſſes der höheren Schulen zum republikaniſchen Staat beſchäftigte.
Am 14. Dezember wohnten Herr Studienrat Dr. Schmitt und der Anterzeichnete im Auftrag des Landesamts für das Bildungsweſen in Mainz einer von Herrn Oberſchulrat Hoffmann ge⸗ leiteten Ausſprache über heimatkundliche Arbeitsgemeinſchaften bei.
3. Auf eine Beiratswahl verzichtete der Lehrkörper im Schuljahr 1023/26.


