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dem neuen Direktor freundliche Worte und toaſtete auf die Herren Geh. Oberbauräte Hofmann und Klingelhöffer, worauf Herr Oberbaurat Hofmann nach einen Rückblick auf die Geſchichte des Schulbaues, wobei Worms ſeit 30 Jahren an der Spitze marſchiere, mit einem Hoch auf die leitenden Architekten, die Herren Regierungsbaumeiſter Klump und Beer, Herrn Hochbau⸗ aufſeher Kögel und alle Mitarbeiter und Werkleute erwiderte. Glückwunſchtelegramme der an der Feſtteilnahme leider verhinderten Herren Staatsminiſter Rothe Exz., Geh. Oberſchulrat Dr. Scheuermann, Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim, Landtagsabgeordneten Reinhart wurden verleſen; ebenſo die Glückwünſche der Herren Gymnaſialdirektor Dr. Helm (Mainz) und Oberlehrer Dr. Breidenbach. An den Vorſitzenden der Schulabteilung, Herrn Ge⸗ heimerat Dr. Eiſenhuth, ſandte die Feſtverſammlung ein Begrüßungstelegramm.
In der Geſchichte des Wormſer Gymnaſiums beginnt mit dem 2. Dezember 1905 ein neuer Abſchnitt. Im Stile der Spätrenaiſſance(vergl. die von dem hieſigen Neubaubureau des Hoch⸗ bauamtes Mainz herausgegebene ſchöne Feſtſchrift) ſind herrliche Räume geſchaffen, Architektur und Landſchaft, die mächtige Straßenbrücke, der nahe Rheinſtrom mit den prächtigen Pappeln am Ufer und im Zwiſchengelände paſſen ſchön und das Naturgefühl anregend zuſammen. Ein ſchönerer Platz für den Neubau des Gymnaſiums hätte kaum gefunden werden können. Es iſt eine Luſt, darin zu arbeiten; ſorgen wir, daß der edle Bau ſtets von einem edlen Geiſt erfüllt werde.
Am 22. Dezember beſichtigte Herr Geheimerat Dr. Eiſenhuth das neue Haus und die Anſtalt in den einzelnen Klaſſen.
Am 18. Januar begann der Kurſus für freiwillige Krankenträger im Felde, den auch in dieſem Jahre Herr Stabsarzt Dr. Duntze in opferwilliger Weiſe leitet, wofür ihm wärmſter Dank der Anſtalt gebührt. Es beteiligen ſich außer einem Herrn des Kollegiums 13 Unter⸗ primaner daran, gemeinſam mit 5 Primanern der Oberrealſchule.
Bei der Feier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers hielt Herr Oberlehrer Hattemer die Feſtrede über„Nationale Geſinnung und nationale Tat.“
Am 23. März hielt Herr Landesturninſpektor Schmuck in den einzelnen Turnab⸗ teilungen Muſterſtunden ab, woran ſich eine eingehende Beſprechnung über die beſte Einrichtung unſeres Turnbetriebs anſchloß. Den vorbildlichen Vorführungen wohnten alle Turnlehrer und der Direktor bei. Dem Herrn Landesturninſpektor ſei für ſeine reiche, höchſt fördernde Anregung der herzliche Dank der Anſtalt ausgeſprochen.
Wir haben die angenehme Pflicht, zu danken für prächtige Geſchenke, die unſerer An⸗ ſtalt bei der Überſiedelung ins neue Heim zu deſſen Ausſchmückung geſpendet wurden. Herr Landtagsabgeordneter Reinhart ſchenkte für die Vorhalle des Hauſes drei klaſſiſche, nicht nur äußerer Zier dienende, Büſten: die antike Büſte Homers(Neapel), die Büſte des jungen Goethe von Trippel(Weimar) und die Schillerbüſte von Dannecker(Weimar). Herr Fabrikherr Fritz Doerr ſchenkte der Anſtalt Seemanns Wandbilder, 200 Meiſterwerke der bildenden Kunſt in großen Lichtdrucken. Mit den prächtigen Prellerſchen Odyſſeelandſchaften in Farbendruck, die Herr Reichstagsabgeordneter Freiherr von Heyl zu Herrnsheim ſolleich bei Be⸗ ginn des Neubaues ſchenkte zum Schmuck für Gänge und Schulräume des neuen Gymnaſiums (ſ. Jahresbericht 1904), ſind dieſe Zuwendungen ſchon ein ſchöner Grundſtock unſerer Mittel zur Er⸗ ziehung unſerer Schüler für das Schöne. Frl. G. Balß in Worms ſchenkte eine große Röntgenröhre.
Wir danken den gütigen Gebern aufs wärmſte.
Geziemend Dank zu ſagen haben wir auch für eine weitere Förderung unſeres Er⸗ ziehungswerkes ſeitens des Herrn Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim, der durch Erweiterung der Prämienſtiftung, durch erneute Zuwendung von 100 Exemplaren des vierbändigen Werkes von H. Boos„Rheiniſche Städtekultur“, es ermöglichte, daß ſchon in dieſem Jahre, wie es fortan immer geſchehen ſoll, den beiden beſten Schülern des Gymnaſiums bei der Reifeprüfung eine Auszeichnung durch ein Prämium zu teil werden konnte.


