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jahres beurlaubt werden mußte, ſo erhielten wir dafür als weiteren Vertreter vom 11. Auguſt bis zum 26. September Herrn Akzeſſiſten Como. Herr Akzeſſiſt Schmitt blieb während des ganzen Schuljahres an der Anſtalt als Vertreter für Herrn Oberlehrer Berger tätig, der zur Ausführung einer größeren wiſſenſchaftlichen Arbeit beurlaubt iſt.
Mit dem neuen Schuljahr wurde Herr Afſeſſor Hertſch zum Oberlehrer an unſerer Anſtalt ernannt.
Ludwig Hertſch, geboren am 27. Oktober 1873 zu Offenbach(Main,, beſuchte das dortige Realgymnaſium und beſtand die Reifeprüfung im März 1892, bezog dann die Univerſität Gießen und widmete ſich dem Studium der neueren Sprachen. Von Mitte März bis Ende September 1894 hielt er ſich ſtudienhalber in Paris auf, kehrte dann nach Gießen zurück, wo er im Winterſemeſter 1897 die Staatsprüfung in Franzöſiſch, Engliſch, Deutſch und Geſchichte ablegte. Vom 1. April 1897 bis 31. März 1898 leiſtete er ſein Militärjahr ab als Einjährig⸗Freiwilliger im Inf.⸗Regt. Kaiſer Wilhelm(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116 und trat dann in das dem Gymnaſium zu Gießen angegliederte pädagogiſche Seminar ein. Am 10. Oktober 1898 wurde er zu Vertretungszwecken an dem Gymnaſium und der Realſchule zu Worms verwandt, am 1. April 1899 mit der proviſoriſchen Verwaltung einer Lehrerſtelle an den genannten Anſtalten betraut, am 1. April 1900 zum Aſſeſſor und am 1. April 1903 zum Oberlehrer ernannt.
Mit Beginn des neuen Schuljahrs ging ein lang gehegter Wunſch in Erfüllung, nämlich die Teilung der Vorſchulklaſſe l in Parallelabteilungen. Nachdem die Stadt Worms in entgegenkommendſter Weiſe die Mittel für eine weitere Lehrkraft bereit geſtellt hatte, konnte am 27. April 1903 die Teilung der ſeit langem ſchon überfüllten Klaſſe vorgenommen werden. Als Lehrer wurde uns Herr Schulverwalter Johann Huber, ſeither an der Stadtſchule zu Worms, zugeteilt. Wir verfehlen nicht an dieſer Stelle der Stadtverwaltung für das raſche und wirkſame Entgegenkommen in dieſer Frage unſeren geziemenden Dank auszuſprechen.
. Hans Huber, geboren den 11. Oktober 1876 zu Bühlhof(Kgl. Bezirksamt Donauwörth
in Bayern), beſuchte die Kgl. Präparandenſchule zu Nördlingen und das Kgl. Schullehrerſeminar zu Altdorf bei Nürnberg. Am 9. Juli 1896 abſolvierte er letztere Anſtalt, und er trat am 1. Oktober desſelben Jahres in den heſſiſchen Volksſchuldienſt. Er war 1 ½ Jahre in Eichelsdorf im Kreiſe Schotten, 3 Jahre in Ulfa in demſelben Kreiſe, 2 Jahre an der Stadtſchule zu Worms und beinahe 1 Jahr an der Vorſchule des Großherzoglichen Gymnaſiums und der Großherzoglichen Oberrealſchule zu Worms als Schulverwalter tätig. Im November 1898 beſtand er die Definitorial⸗ prüfung in Darmſtadt. Durch Hohes Dekret vom 10. Februar d. Js. wurde ihm eine Lehrerſtelle an der Vorſchule des Großherzoglichen Gymnaſiums und der Großherzoglichen Oberrealſchule zu Worms definitiv übertragen.
Am 10. Auguſt durften unſere Primaner der feierlichen Eröffnung des deutſchen Anthro⸗ pologenkongreſſes, die im Beiſein Seiner Kgl. Hoheit des Großherzogs ſtattfand, beiwohnen, ebenſo den Ausgrabungen am Nachmittag.
Am 27. Auguſt beehrte Herr Prälat Dr. Walz unſere Anſtalt mit ſeinem Beſuch und wohnte dem evangeliſchen Religionsunterricht des Herrn Oberlehrers Gros bei.
Die drei oberſten Klaſſen der Oberrealſchule wurden von Oſtern 1903 ab im Erdgeſchoß des Hembel'ſchen Hauſes, Schillerſtraße 12, untergebracht, ebenſo die Bibliothek.
Am 9. September 1903 wurde auf Grund der Oſterreifeprüfung die Oberrealſchule zu Worms durch die Reichsſchulbehörde als ſolche anerkannt. Künftighin genügt wie beim Gymnaſium der einjährige erfolgreiche Beſuch der Unterſekunda zur Darlegung der Befähigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienſt. Die Berechtigungen der Ober⸗ Realſchule werden weiter unten noch einmal überſichtlich zuſammengeſtellt.
Die Verfügung, durch welche uns die Anerkennung der Oberrealſchule mitgeteilt wurde, lautet:


