Jahrgang 
1868
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Weis, ehemals auch dem Lehrerſtande angehörig, ſein 50 jähriges Prieſter⸗Jubiläum. Die aus Rhein⸗ Bayern an dem hieſigen Gymnaſium ſtudierenden Gymnaſiaſten richteten eine Glüͤckwunſch⸗Adreſſe in lateiniſcher Sprache an den allgemein hochgeachteten und geliebten Oberhirten, welcher es mit einem eigenhändigen Dankſchreiben vom 2. Juli zu beantworten die Gewogenheit hatte.

Um ſich mitunter augenſcheinlich über die Einrichtung von ſolchen Gymnaſien des Ausländes zu überzeugen, mit welchen eine Real⸗Schule verbunden iſt, beſuchte der Director in den Sommer⸗Ferien die preußiſche Rhein⸗Provinz und Belgien. Unter anderm beſuchte er den Director des Friedrich⸗ Wilhelm⸗Gymnaſiums in Köln, Herrn Dr. Jäger, ſowie einen der älteſten und erfahrenſten preußiſchen Schulmänner, den Gymnaſial⸗Director, Herrn Dr. Schön zu Aachen. In dieſer alten Kaiſerſtadt erfuhr er u. a., daß die zahlreichen Schüler des Herrn Dr. Schön, ſowie die dortigen höheren Staats⸗ und Militär⸗Beamten ſchon damals Vorbereitungen zu dem am 14. October I. J. zu feiernden 50. Lehramts⸗Jubilaͤum desſelben trafen. Auch der hieſige Director fand ſich veranlaßt, an dieſem Tage an den allgemein hochverehrten und geliebten Jubilar eine Adreſſe in lateiniſcher Sprache zu richten, theils wegen der ehemaligen hiſtoriſchen und Cultur⸗Beziehungen zwiſchen Aachen und Worms, theils wegen des ehemals gemeinſamen Vaterlandes, theils auch wegen der Lehranſtalt, welcher wir beide unſere Jugendbildung verdanken, dem von Gierig Lrßniſeiten Gymnaſtum und Lhüßnm zu Fulda.

6) Als der Anſtalt gemachte Geſchenke ſind beſonders zu verzeichnen:

a) De perfecti, plusquamperfecti, futuri exacti usu Euripideo. Diss. inauguralis Plilelogjea quam edidit Ricardus Haupt, seminarii philologici Giss. sodalis Gissae 1867. b) Fortſetzung derBeiträge zur Statiſtik des Großherzogthums Heſſen ſowie desNotizblattes des Vereins für Erdkunde, durch Vermittlung Gr. Oberſtudien⸗Direction. d) Von Herrn Chemiker Wilhelm Reuling dahier 1) ein Stuͤck von dem Telegraphen⸗Tau im Rheine bei Worms, beſtehend aus drei, mit Gutta⸗Percha umgebenen kupferner Leitungsdrähten, aus einer Schichte getheerter Leinwand, aus neungalvaniſierten(verzinkten) Eiſendrähten, endlich aus einer maſſiven Huͤlle von Gußeiſen, welche letztere zum Schutze gegen Beſchädigungen durch Anker ꝛc. dienen ſoll. (Das Ganze des Taues wiegt 600 Centner); 2) ein Prachtexemplar von einer Kokusnuß.

Indem wir allen den verehrlichen Gebern den Empfang ihrer Gaben ſowie die Eintragung derſelben in den Katalog der Bibliothek, reſp. in das Inventar des phyſicaliſchen Cabinets im Namen unſerer Lehranſtalt dankbarlichſt bekunden, haben wir Herrn ꝛc. Reuling noch einen beſonderen Dank auszuſprechen. Wie er von jeher mit ſeinen naturwiſſenſchaftlichen Kenntniſſen und Erfahrungen dem hieſigen Gymnaſium in ſeltener Uneigennützigkeit öfter rathend zur Seite ſtand, ſo that er dies in dem ganz beſonderen Falle, als in dieſem Jahre die vorhandene Pflanzenſammlung ſowie die anſehnliche Sammlung von ausgeſtopften Vögeln von den eingeniſteten ſchädlichen Inſecten zu reinigen waren, was auch vollſtändig gelungen iſt.

7) Der ſchon früher zur Förderung des Geſangunterrichtes geſtellte Antrag auf Anſchaffung eines Harmoniums wurde im vorfloſſenen Schuljahre wiederholt und demſelben wurde am 22. Nov. von der Gymnaſialfonds⸗Verwaltung deferiert, vorbehaltlich höherer Genehmigung.

8) Zunächſt zum Zwecke des phyſicaliſchen Userricies ward auch eine bereits gebrauchte Schul⸗ orgel gelegentlich angekauft.