Jahrgang 
1930
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e. Landheimaufenthalt.

Was wir bereits im vergangenen Winter geplant und vorbereitet hatten, das ließ nun der Sommer zur Tatſache werden. Zum erſtenmal machten wir den Verſuch, die Mehrzahl der Klaſſen für je eine Woche in einem Land⸗ heim unterzubringen. Da unſere Schule kein eignes heim auf dem Lande beſitzt, traten wir frühzeitig mit anderen Verbänden in Verhandlung und konnten auf dieſe Weiſe ſowohl auf dem Hohen Darsberg bei Neckarſteinach in dem wundervollen Heim des Wormſer Vereins für Erholungspflege von Schulkindern als auch in dem auf der Herchenhainer Höhe prächtig gelegenen Vater Benderheim des Vogelsberger Höhen⸗Clubs für unſere Schülerinnen Unterkunſt ſchaffen. Im Winter war ſchon tüchtig geſpart und geſammelt worden, und als der Juni kam, konnte die Fahrt beginnen. Vom 1. 8. Juni weilten die Klaſſen IVY und V 95 Schülerinnen mit 2 Lehrerinnen auf dem Darsberg, und vom 1. Juni bis 6. Juli waren 5 Gruppen der Mittelklaſſen, ſowie die obere Frauen⸗ ſchulklaſſe mit durchſchnittlich 50 Schülerinnen und 23 Lehrern und Lehrerinnen mit wöchentlichem Wechſel im Vater Benderheim. Mit großer Befriedigung denken wir alle an dieſe Tage zurück, die uns nicht nur ein herrliches Stück unſeres Heſſenlandes zeigten, ſondern auch ein inniges Band des Einvernehmens ſchufen. Überdies war es geradezu überraſchend, wie ſich in den wenigen Tagen in der kräftigen Luft und bei ſo vorzüglicher Verpflegung an beiden Plätzen das Ausſehen unſerer Mädchen geändert hatte. Ho waren unſere Erfahrungen die allerbeſten und erweckten den lebhaſten Wunſch nach einer Wiederholung im kommenden Schuljahre.

Doch darüber ſollten die Eltern entſcheiden, und ſo wurde am 15. November ein Elternabend veranſtaltet, bei dem der Direktor an Hand vieler von uns ſelbſt aufgenommener Lichtbilder den Eltern einen Einblick gab in das Leben, das unſere Klaſſen dort geführt hatten. Frohe Wanderlieder ertönten zu den Bildern, und dankbar erkannten die Eltern an, was die Schule hier ihren Kindern gegeben hatte, wobei ſie gerne eine Wiederholung im nächſten Jahre befürworteten.

f. Wanderungen, Studienreiſen und ſportliche Veranſtaltungen.

Die oberen Klaſſen, die nicht im Landheim waren, machten mehrtägige Fahrten und Studienreiſen mit ihren Klaſſenführern.

Ol hatte ſich als Ziel München erkoren und genoß dabei gründlich die wichtigſten Muſeen, fand aber auch noch Zeit zu einer Fahrt in das Hochgebirge über Walchenſee, Herzogenſtand und Garmiſch⸗Partenkirchen.

UI nahm an der Schillerwoche in Weimar teil und beſuchte auf dem Rückwege die Wartburg.

Oll durchſtreiſte den nördlichen Vogelsberg, während Fe im Odenwald und Speſeart tüchtig wanderte.

Die Klaſſen Ulll und IV hatten wieder Schwimmunterricht unter Leitung der Turnlehrerinnen auf der Schwimmbahn des SchwimmſportvereinsHeſſen. Der heiße Sommer war dafür recht günſtig, und ſo waren die Ergebniſſe gut.

Die Reichsjugendwettkämpfe beſchickte unſere Anſtalt mit 104 Schülerinnen, von denen 10 ſich die Ehren⸗ urkunde des Herrn Reichspräſidenten und 84 diejenige des deutſchen Reichsausſchuſſes für Leibesübungen errangen.

g. Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland.

Die Leiterin unſerer rührigen Gruppe, Fräulein Elſe Heiland, gibt folgenden Tätigkeitsbericht:

Die Schulgruppe beſteht ſeit 1. II. 28. Die Zahl der Mitglieder ſtieg während des vergangenen Schuljahres auf 355. Alle 14 Tage am Mittwoch finden regelmäßig Zuſammenkünſte ſtatt, bei denen Fragen des Vereins be⸗ ſprochen und Lieder und Volkstänze eingeübt werden. An der Pfingſttagung in Kiel nahmen 40 Schülerinnen und 3 Führer teil; anſchließend an die Tagung fand eine Wanderung durch dieHolſteiniſche Schweiz, eine Fahrt über Sult nach Helgoland und eine Beſichtigung Hamburgs ſtatt. Die Schulungswoche in Bensheim konnte von 1 Führer und 2 Schülerinnen beſucht werden. Nach Ingelheim zur Tagung der rheinheſſiſchen Jugend fuhren 17 Schülerinnen und 2 Führer.