Als Vertreter der Stadt Worms beſuchte der Direktor vom 53. bis 5. Oktober in Erfurt die Tagung des Reichsverbandes für höhere Mädchenbildung.
Vom 11. bis 15. Oktober nahm Fräulein Becker in Wiesbaden an einer Vortragsreihe des Zentralinſtitutes für Erziehung und Anterricht über„planvolle Körpererziehung in der Schule“ und im Anſchluß daran vom 10. bis 31. Oktober in Frieoͤberg an einem Fortbildungslehrgang für Turnlehrerinnen teil.
Am 16. und 17. November beteiligten ſich 13 Lehrer und Lehrerinnen der Anſtalt an dem von dem pädagogiſchen Inſtitut in Mainz veranſtalteten pädagogiſchen Kurſus.
e) Am Verfaſſungstag wurde die Anſprache von Studienaſſeſſor Dr. Bender, bei der Ge⸗ dächtnisfeier für die Gefallenen von Studienrat Dr. Ahrig gehalten.
Auf einem Elternabend am 30. Oktober berichteten Studienrat Dr. Heid und die Schülerinnen der Oberſtufe in einer Reihe von kleinen Vorträgen über ihre Fahrt zur Schillerbundwoche in Weimar, wobei viele hübſche Bilder aus den Sammlungen der Schülerinnen durch unſer neues lca-Epidiaſkop den Zuhörern gezeigt werden konnten. Die Ausſtellung„Mutter und Kind“ wurde am 6. und 7. November von den Anterſekunden und den Oberklaſſen beſucht, die dabei in ſehr warmherziger einoͤrucksvoller Weiſe von Regierungsrat Goethe geführt wurden.
Ein beſonderer Genuß wurde der Schule durch ein Lautenkonzert des kriegsblinden Dr. Ebbecke aus Heidelberg geboten. Ein Miſſionar erzählte von Frauen und Mädchen in China, ein ausgewieſener Süoͤweſtafrikaner von dem Leben und Treiben in unſerer früheren Kolonie.
Mit 4 Feiern der einzelnen Klaſſengruppen beging die Schule ihr Weihnachtsfeſt in der Turnhalle. Lieder, Aufführungen und Verloſungen, in denen die Klaſſen wetteiferten, brachten in die Veranſtaltungen die echte Weihnachtsſtimmung herein.
Als Schlußfeier veranſtaltete die Schule in der letzten Woche vor den Oſterferien ein Konzert, dem wieder eine Reihe alter Freunde der Schule ihre muſikaliſche Anterſtützung gewährte. Die Freude über den wiederkehrenden Frühling war die durchgreifende Stimmung, die dieſer Dar⸗ bietung zu Grunde lag.
f) Am 3. JZuli machte die Schule bei prächtigem Wetter eine Rheinfahrt mit dem Dampfer „Albertus Magnus“ von Mainz nach St. Goar und zurück mit Aufſtieg zur Burg Iheinfels. Zur Eiſenbahnfahrt nach Mainz ſtellte uns die Reichsbahn einen Sonderzug zur Verfügung, eine Muſikkapelle empfing die Schule ſchon frühmorgens auf dem Bahnſteig mit einem Choral und begleitete uns den ganzen Tag mit ihren frohen Weiſen.
Das Gegenſtück zu dieſer Fahrt bildete am 19. Januar ein Rodelausflug ſämtlicher Klaſſen nach dem Odenwald und der näheren Almgebung. Im Juni nahm die eine Hälfte der Frauen⸗ ſchule und der Oberſekunda an der Schillerbundswoche in Weimar teil und beſuchte auf der Kück⸗ fahrt die Wartburg, die andere Hälfte weilte währenoͤdeſſen 3 Tage im Schwarzwald und fand auf der Hütte des Wormſer Skiklubs in der Kähe der Hornisgrinde ſehr gaſtliche Aufnahme.
Kleinere Ausflüge der Oberſtufe dienten der Beſichtigung der Jahrtauſendausſtellung in Mainz, der Gartenbauausſtellung in Darmſtadt, der Kochkunſtausſtellung in Frankfurt, der Oden⸗ waldͤſchule, der Epileptiſchenanſtalt in Nieder-Kamſtadt, der Taubſtummenanſtalt in Bensheim, der Blindenanſtalt in Nannheim und des Rettungshauſes in Hähnlein, ſowie der Kunſthalle und des neuen ſtädtiſchen Krankenhauſes in Mannheim.
g Der Geſunoͤheitszuſtand unſerer Schülerinnen wurde regelmäßig von dem Schularzt über⸗ wacht, 15 Schülerinnen wurden Erholungskuren vermittelt. Die Milchſpeiſung wurde im Winter wieder aufgenommen, 100 Mädchen beteiligten ſich daran.
Leider wurden uns zwei liebe, vielverſprechende Schülerinnen infolge ſchwerer Erkrankungen in den Sommerferien durch den Tod entriſſen, am 21. Juli ſtarb Ruth Holzer, O II, am 5. Auguſt Elſe Stiehl, U III b. Eine Aboroͤnung der Schule gab ihnen das letzte Geleite.
h) Die Klaſſen U IUhatten im ganzen Jahre wahlfreien Anterricht in der Einheitskurzſchrift. Kach Herbſt konnte auch für O III ein wahlfreier Lehrgang eingeſchoben werden. Der Spiel⸗ unterricht wurde im Winter in einigen Klaſſen durch Werkunterricht im Kleben und Buchbinden erſetzt. An den Reichsjugenoͤwettkämpfen beteiligten ſich 29 Schülerinnen, von denen 15 Preiſe errungen wurden.
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