1923/24.
Die Schülerinnenzahl geht ſtark zurück, weil die Vorſchulklaſſen 8a und 8b wegfallen und viele Schülerinnen durch die Ausweiſung ihrer Eltern oder durch die Verkehrsſchwierigkeiten zum Austritt genötigt werden. Die Zahl ſinkt bis auf 547 und ſteigt erſt gegen Ende des Schuljahres wieder etwas an.
An die Stelle der mit Beginn des Schuljahres aus dem Staatsdienſt ausgeſchiedenen techniſchen Lehrerin Fräulein Ruhl tritt Fräulein Amalie Lang aus Bensheim. Zur Ableiſtung des Probejahres treten die Schulamtsanwärterin Fräulein Dorothea Ahrig am 28. April und die Studienreferendarin Fräulein Dr. Marta Schaum am 25. September in den Lehrkörper ein. Fräulein Hartmann legt im Zuli die Meiſterprüfung für das Schneidergewerbe, Fräulein Heiland im Januar die Turnlehrerprüfung ab.
Am 15. Juni gehört Oberreallehrer Ganz dem Lehrkörper unſerer Anſtalt 25 Jahre an; in einer ſchlichten Schulfeier werden ihm die Glückwünſche der Schule und des Kuratoriums ausgeſprochen.
von dem Seminar für Werkunterricht werden unter Leitung des Schulrates Denzer in der weſtenoͤſchule verſchiedene Kurſe über Buchbinderarbeiten abgehalten, an denen ſich 17 Mitglieder des Kollegiums beteiligen. Von Weihnachten ab werden von uns für die oberen Klaſſen der⸗ artige Kurſe abgehalten, in denen ſich 48 Schülerinnen mit großem Eifer betätigen.
Bei der Gedächtnisfeier für die Gefallenen hält Studienaſſeſſor Dr. Schäfer die Anſprache, bei der Entlaſſungsfeier ſprechen der Direktor und die Frauenſchülerin Fräulein Anna Raiſer.
1924/25.
1. Das neue Schuljahr beginnt am 28. April 1924 mit 571 Schülerinnen in 21 Klaſſen. In die 7. Klaſſe werden auf Verfügung des Landesamtes für das Bildungsweſen wegen der Durchführung der vierjährigen Grundſchule nur ſolche Schülerinnen aufgenommen, die vor dem 1. April 1915 geboren ſind.
2. Die techniſche Lehrerin Fräulein Amalie Lang wird nach Kimbach i. O. verſetzt, ihre Stelle geht ein. Auf Wunſch vieler Eltern wird in der Frauenſchule ein Anterricht in Buch— führung und Maſchinenſchreiben eingerichtet, der dem Handelslehrer Johannes Schöfer übertragen wird. Zur Ableiſtung ihres Probejahres melden ſich die Studienreferendarinnen Fräulein Helene Beck und Fräulein Anna Heiland, beide aus Worms. Am 11. Auguſt wird Studienrat Dr. Guſtav Deggau nach 17 jährigem erfolgreichem Wirken an unſerer Anſtalt zum Oberſtudien⸗ direktor der Oberrealſchule Worms ernannt. Anſere beſten Wünſche begleiten ihn in ſein neues Amt. An ſeine Stelle tritt der Studienaſſeſſor Dr. Fritz Bender aus Worms. Studienaſſeſſor Dr. Weiler iſt vom 15. bis 27. September zum Beſuche des paläontologiſchen Kongreſſes in Eichſtätt und des deutſchen Naturforſcher- und Arztetages in Innsbruck beurlaubt, Fräulein Enoͤner und Danielſen nehmen vom 15. bis 17. September in Frankfurt a. M. an der Tagung„Jugend und Bühne“ des Zentralinſtitutes für Erziehung und Anterricht teil. Die Studienreferendarin Fräulein Dr. Marta Schaum beſteht am 25. September in Gießen die Staatsprüfung für das höhere Lehramt, wird zur Studienaſſeſſorin ernannt und bleibt weiterhin zur freiwilligen Beſchäftigung an der Anſtalt. Reallehrer Heinrich Deboben legt am 18. November die Prüfung für Geſanglehrer an höheren Schulen ab und wird mit Wirkung vom 1. April 1924 zum Oberreallehrer ernannt. Die Studienreferendarin Fräulein Anna Heiland iſt vom 2. Juni bis 20. Juli und vom 1. Dezember ab an der Höheren Mädchenſchule Alzeg in Verwendung. Am 23. Dezember werden die Studienaſſeſſoren Dr. Schäfer und Dr. Weiler zu Studienräten ernannt.
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