Jahrgang 
1925
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Mit dem Schluſſe des Schuljahres ſcheiden Fräulein Anna Schulz nach 38 jähriger und Oberreallehrer Spielmann nach 35 jähriger Tätigkeit an unſerer Anſtalt aus dem Dienſte, um nach vierteljährigem Alrlaub am 1. Zuli 1921 in den wohlverdienten Ruheſtand zu treten. Ebenſo legt Kirchenrat Benemann nach 2 jähriger Wirkſamkeit als evangeliſcher Religionslehrer der oberen Klaſſen ſeinen Dienſt nieder. Bei der Schlußfeier ſpricht der Direktor den Scheidenden den Dank der Anſtalt für ihre erfolgreiche treue Arbeit aus.

1921/22.

Infolge des Abbaues der Vorſchulen gehen die Klaſſen 10a und 10b ein, die obere Frauen⸗ ſchulklaſſe wird aufgeſetzt, drei neue Parallelklaſſen müſſen errichtet werden. Die Anterbringung der Klaſſen macht große Schwierigkeiten und kann nur durch die Verlegung des Direktorzimmers in einen vom Flur des Erdgeſchoſſes abgeteilten Raum und Errichtung von zwei Wanderklaſſen durchgeführt werden. In dankenswerter Weiſe wird uns von der Firma Cornelius Heul ihr Fabrikkindergarten für die Abungen der Frauenſchule zur Verfügung geſtellt.

An die Schule werden mit Beginn des neuen Schuljahres verſetzt: Studienrat Franz Kieffer vom Gumnaſium Worms(neue Stelle). Studienaſſeſſorin Fräulein Hildegard Kullmann von der Eliſabethen⸗ ſchule in Darmſtadt(Nachfolgerin Spielmann). Schulverwalterin Fräulein Luiſe Wernher von der höheren Bürger⸗ (Mädchen)⸗Schule in Oppenheim(Kachfolgerin Schulz). Techniſche Lehrerin Fräulein Hanna Ruhl aus Kaſſel(neue Stelle). Als Hilfslehrer treten ein: Amtsarzt Or. Walter Küchel. Der katholiſche Pfarrer Franz Wilhelm. Kindergartenleiterin Fräulein Karoline Friedrich.

Am 1. Dezember wird der prakt. Arzt Dr. Theodor Raiſer von der Stadͤtveroroͤneten⸗ verſammlung zum Schularzt der Eleonorenſchule ernannt.

Bei der Vierhundertjahrfeier des Auftretens Luthers auf dem Wormſer Reichstag fällt am 18. April der Anterricht aus, die evangeliſchen Schülerinnen beſuchen den Jugendgottesdienſt in der Dreifaltigkeitskirche.

Den erſten heſſiſchen Jugendfeiertag am 24. Zuni können die Wormſer Schulen nicht gemeinſam begehen, weil kein geeigneter Platz vorhanden iſt. Auf dem Schulhofe findet für unſere Anſtalt unter ſtarker Beteiligung der Eltern eine prächtig verlaufene Feier mit einem Auf⸗ marſch der Schülerinnen, turneriſchen Abungen und Spielen, Geſängen und einer Anſprache des Direktors ſtatt.

Durch die Exploſion in Oppau am 21. September werden unmittelbar vor Beginn des Anterrichtes über 200 Fenſterſcheiben des Schulgebäudes zertrümmert, darunter das große bunte Fenſter der Turnhalle. Der Anterricht muß für dieſen Tag wegen der großen Aufregung der Schülerinnen, und weil man neue Exploſionen befürchtete, nach der erſten Stunde geſchloſſen werden. Am folgenden Tag verſammeln wir uns vor Schulbeginn zu einer ſchlichten Gedächtnis⸗ feier für die vielen Opfer des Anglücksfalles in unſerer, einer Trümmerſtätte gleichenden Turnhalle.

Am 23. September hält Studienrat Bickelhaupt anläßlich der 600. Wiederkehr des Todes⸗ tages Dantes einen Vortrag über den Dichter und ſein größtes Werk.

Bei der Gedächtnisfeier für die Gefallenen am 19. November ſpricht Studienrat Dr. Bingel. 52