Zu Ehren der Gefallenen findet am 5. November in der Turnhalle eine Gedächtnisfeier ſtatt, bei der unſer greiſer Religionslehrer Kirchenrat Benemann die Anſprache hält. Die Feier wird am 14. November öffentlich wiederholt.
Am 18. und 19. Dezember werden weihnachtsfeiern ſämtlicher Klaſſen mit Vorführung von Lichtbildern aus den künſtleriſchen Bilderbüchern von H. Scholz, Mainz, abgehalten.
Die Schlußfeier am 20. März gilt gleichzeitig der Eröffnung der Frauenſchule, die auf ein— ſtimmigen Beſchluß der Stadtveroroͤnetenverſammlung neu an die Schule angegliedert wird. Zur Aufführung gelangt das Elfenmärchen„Waloͤmeiſter und Rebenblüte“ von A. Klughardt. Die früheren Schülerinnen Fräulein Emilie Walter(Sopran), Fräulein Liſſi Ruegg(Alt), Fräulein Martha Schäfer(Klavier) unterſtützen uns dabei in liebenswürdiger Weiſe.
Im Zeichenſaale findet am Schluß des Jahres eine Ausſtellung von Zeichnungen der Schülerinnen ſtatt. 1920/21. Durch die Errichtung der Frauenſchule werden umfangreiche bauliche Veränderungen nötig, im Keller wird eine Schulküche mit anſchließendem Eßzimmer, ſowie Speiſekammer und Putz⸗ kammer eingebaut, von der Empore der Turnhalle wird ein Handarbeitsſaal abgetrennt.
Der Aufbau der Anterklaſſe der Frauenſchule und einige Klaſſentrennungen erfordern vier neue Lehrkräfte. Reallehrer Heinrich Deboben von der Volksſchule Worms, Schulverwalterin Fräulein Eva Danielſen, die bereits im Vorjahr als Vertreterin an der Anſtalt war, Schul— verwalterin Fräulein Hedwig Mette aus Darmſtadt und die techniſche Lehrerin Fräulein Magdalene Henkelmann aus Bensheim treten in den Lehrkörper ein. Lehramtsaſſeſſor Schork wird an die Realſchule Alzeg verſetzt, in die freie Stelle rückt am 1. Zuni der Pfarraſſiſtent Dr. Hermann Bingel aus Worms als hauptamtlicher evangeliſcher Religionslehrer ein und wird am 1. Oktober zum Studienrat ernannt. Lehramtsaſſeſſor Friedrich Kißler iſt von Oſtern bis 17. Zuli zur Vertretung von beurlaubten und erkrankten Lehrkräften an der Schule.
Am 290. JZuni erkrankt Fräulein Mette und wird bis Herbſt durch das Kollegium und von da bis 15. Januar durch die Schulverwalterin Fräulein Luiſe Endner aus Darmſtadt vertreten. Am 10. Januar ſcheidet ſie aus dem Dienſte aus, und Fräulein Enoner übernimmt ihre Stelle. Die Lehramtsreferendarin Fräulein Dr. Lucie Jakobi iſt vom 9. September bis 30. November der Anſtalt zur Ausbildung überwieſen.
Bei der Gedächtnisfeier für die Gefallenen am 20. November ſpricht Studienrat Dr. Bingel, am 150. Geburtstag Beethovens, dem 17. Dezember, Studienrat Dr. Deggau, bei der Reichs⸗ gründungsfeier am 18. Januar Studienrat Dr. Alhrig. Am 30. Kovember findet ein Eltern⸗ abend über die Frauenſchule ſtatt, bei dem der Direktor über„Einrichtung und Fiele der Frauen— ſchule“, die Leiterin des Darmſtädter Kindergärtnerinnenſeminars des Alice-Frauenvereins, Fräulein Elſe Meuwald, über„die Arbeit der Frauenſchülerinnen im Kindergarten und die Aus⸗ bildung der Kindergärtnerinnen und Zugendleiterinnen“ und die Wohnungsinſpektorin des Kreiſes Worms, Frau Dr. Gräfenhan, über„die ſoziale Frauenſchule“ redet.
In vier ſtimmungsvollen Weihnachtsfeiern mit Lichtbildvorführungen Grimmſcher Märchen und einem Kiklasſpiel verſammeln ſich die einzelnen Klaſſengruppen mit ihren Angehörigen.
Durch die Oſteraufführungen:„Die ſieben Geißelein“, Kinderſpiel von G. von Koch, „Frühlingsreigen“ nach G. von Koch und„Schneewittchens Oſtern“, Märchenſpiel in zwei Auf⸗ zügen von E. Goerke erwirbt ſich die Schule eine eigne prächtige Bühne in der Turnhalle.
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