Jahrgang 
1925
Einzelbild herunterladen

4. Jur Geſchichte der Anſtalt.

1917/18.

Infolge des Krieges fehlen zwei Mitglieder des Lehrkörpers. Direktor Zimmer ſteht im Heeresdienſt und wird von Prof. Dr. Ahrig weiter in der Führung der Dienſtgeſchäfte vertreten. Aſſeſſor Bickelhaupt, der am 29. September zum Oberlehrer ernannt wirdͤ, iſt aushilfsweiſe bei der hieſigen Oberrealſchule beſchäftigt.

Die Schulverwalterin Fräulein Annelieſe Ahrig, die ſchon im Vorjahre mit der Vertretung einer erkrankten Lehrerin der Anſtalt beauftragt war, erhält eine dauernde Verwendung.

Die Vierhundertjahrfeier des Reformationstages wird mit einer Schulfeier der evangeliſchen Schülerinnen am 30. Oktober(Anſprache Kirchenrat Benemann), einem Jugenoͤgottesdienſt und der Teilnahme an der öffentlichen Feier am Lutherdenkmal am 531. Oktober begangen. Von den Weihnachtsferien bis 11. März wird wegen Kohlenmangel der Anterricht in das Gebäude der Oberrealſchule verlegt und auf den Kachmittag beſchränkt.

1918/19.

Durch Errichtung der Klaſſe 7wird eine neue Lehrſtelle nötig, die der Schulverwalterin Fräulein Gertrud Hußler aus Worms übertragen wird.

Bei der Demobiliſation kehrt der Direktor zurück, Oberlehrer Bickelhaupt beendet ſeine kommiſſariſche Verwendung an der Oberrealſchule. Vom 15. Oktober bis 4. November iſt die Anſtalt wegen der Grippe geſchloſſen, ebenſo vom 16. KNovember bis 13. Dezember, um im Schulhauſe den heimkehrenden deutſchen Truppen Alnterkunft zu gewähren.

Vom 13. Januar bis 8. Februar ſind 13 Mädchenklaſſen der Weſtenoͤſchule in unſeren RKäumen untergebracht, daderen Gebäude fürheimkehrende franzöſiſche Kriegsgefangene benutztwerden ſoll.

Infolge der Beſetzung des linken Rheinufers und der dadurch entſtandenen Verkehrs⸗ ſchwierigkeiten werden 17 überrheiniſche Schülerinnen zum Austritt gezwungen.

Bei dem fünfzigjährigen Dienſtjubiläum des Kirchenrats Benemann ſpricht eine Abordnung des Lehrkörpers dem verehrten Religionslehrer die Glückwünſche der Anſtalt aus.

Zur Entlaſſung der 1. Klaſſe findet am 11. April eine öffentliche Feier ſtatt, bei der der vierte Akt von Egmont durch Schülerinnen der ſcheidenden Klaſſe zum Vortrag kommt.

Die Entbehrungen des Krieges veranlaſſen ein Zurückgehen des Geſundbheitszuſtandes, das ſich in längeren Erkrankungen von vielen Lehrkräften und Schülerinnen äußert. Auf Antrag der Wormſer Arzte werden die Ferien am Schluſſe des Schuljahres deshalb in allen Wormſer Schulen um eine Woche verlängert. 1019/20.

Wegen des Anwachſens der Schülerinnenzahl müſſen zwei neue Lehrkräſte eingeſtellt werden, Lehramtsreferendar Hans Schork aus Mommenheim und die Handarbeitslehrerin Fräulein Edith Walter, die ſeither an der Volksſchule Deinsheim war. Fräulein Hußler ſcheidet aus dem Staatsdienſt aus, ihre Stelle übernimmt die Schulverwalterin Fräulein Eliſabeth Heiland von der Volksſchule Worms. Am 1. Auguſt wird Oberlehrer Räder nach neunjähriger erfolg⸗ reicher Tätigkeit an unſerer Schule auf ſeinen Wunſch an die Ernſt⸗Ludwig⸗Realſchule nach Baoͤ⸗KNauheim verſetzt, ſein Kachfolger wird Lehramtsaſſeſſor Dr. Robert Schäfer von der Auguſtinerſchule Frieoͤberg. Vom 14. Januar bis Oſtern vertritt die Schulverwalterin Fräulein Eva Danielſen, vorher an der Realſchule Oppenheim, die erkrankte Lehrerin Fräulein Schorr.

49