der dieſer anvertrauten Jugend eine überaus geſegnete geweſen iſt. Die Eleonorenſchule hat es verſtanden, mit dem alten und immer wieder neuen Ziel der höheren Mädchenſchule, das ſich faſſen läßt in die Worte Schillers:„Alnd drinnen waltet die züchtige Hausfrau, die Mutter der Kinder, und herrſchet weiſe im häuslichen Kreiſe“, harmoniſch zu verbinden die Kückſicht auf die Forderungen der Zeit, daß auch die weibliche Jugend gebildet und erzogen werde zur tätigen Mitarbeit im bürgerlichen und ſozialen Leben außerhalb des Hauſes und am Wohle des Staates. In Ver⸗ folgung dieſer Ziele hat die Eleonorenſchule auf ihre zehnklaſſige Mädchenſchule die Frauenſchule aufgeſetzt zur Freude der Wormſer Elternſchaft und zum Segen unſerer weiblichen Jugend, und wem es je vergönnt war, einer jener ſtimmungsvollen Entlaſſungsfeiern der Frauenſchule beizu⸗ wohnen, wer dort in den Augen der ſcheidenden Jungfrauen die Träne der Wehmut und in denen der Eltern die der Dankbarkeit hat glänzen ſehen, der konnte nicht im Zweifel darüber ſein, daß die Arbeit jener Schule nicht vergeblich geweſen iſt.
Darum fügen wir dem Gefühl unſerer Freude dasjenige des Dankes an dafür, daß die Eleonorenſchule in ihren fünfzig Jahren unſerer Stadt und unſerem Land ſo viele tüchtige Frauen und Mütter hat heranbilden helfen. Sind doch wir Lehrer aller Schulen uns wohl bewußt, daß das Werk der Erziehung nicht gedeihen kann, wenn die Schule nicht unterſtützt wird von dem Elternhauſe und in dieſem wieder von der einſichtsvollen Hausfrau und Mutter.
Einer Schule aber, die wie die Eleonorenſchule durchdrungen iſt von ihrem Berufe, das weibliche Geſchlecht unter Berückſichtigungſeiner Eigenart für alle Seiten des Lebens vorzubereiten, darf man wohl auch das Recht zuerkennen, daß ſie den Wunſch hat, in einer Zeit, wo die Pforten der Hochſchule ſich der Frau geöffnet haben, die ihr anvertraute Jugend auch bis zu ihnen zu geleiten, damit die in den jungen Mädchen während des Schullebens geſpannten und geſtimmten Saiten des Denkens, Fühlens und Wollens mit einem harmoniſchen Akkord ausklingen in das Leben. Harmonie im Reich der Töne, Harmonie im Menſchenherzen, Llrquell alles wahrhaft Schönen, Born der Freud', Balſam der Schmerzen!
So möge denn unſer erſter Wunſch, mit dem wir die Eleonorenſchule in ihr zweites halbes JZahrhundert geleiten wollen, der ſein, daß ſie bald zur Studienanſtalt ausgebaut werde. Weiter aber wünſchen wir, daß das gute Verhältnis, das zwiſchen den Lehrkörpern der Eleonorenſchule und des Gumnaſiums ſeither beſtanden hat, auch weiterhin beſtehen bleibe zum Segen der Jugend und zur Ehre unſeres Standes. Möge die Eleonorenſchule weiter wachſen, blühen und gedeihen. Digna bona laude semper, soror, gaude: Schweſter, hohen Lobes wert, Freude ſei dir ſtets beſchert!
Im Auftrag der Lehrerſchaft der hieſigen Volksſchulen entbot Herr Rektor Sander der Leitung und Lehrerſchaft der Eleonorenſchule herzliche Glückwünſche. Wir haben, ſo ſagte er, jederzeit an der günſtigen Entwickelung der Eleonorenſchule unſere Freude gehabt und wünſchen, daß ſie auch in der Zukunft ſich in derſelben Weiſe weiterentwickeln möge. Jetzt, wo die Volks⸗ ſchule die Schüler vorbereitet für die höheren Lehranſtalten, geben wir der Hoffnung Raum, daß die Beziehungen zwiſchen der Eleonorenſchule und der Volksſchule von Tag zu Tag lebhafter werden. Ich ſchließe mit dem Wunſche, daß die nächſten fünfzig Jahre der Eleonorenſchule einen weiteren Aufſtieg bringen, wie dies in den letzten fünfzig Jahren der Fall war.
Herr Oberſtudiendirektor Kiſſinger, Leiter der Eleonorenſchule Darmſtadt, überbrachte die beſten Wünſche der übrigen heſſiſchen Höheren Mädchenſchulen. Zwiſchen den Eleonorenſchulen Worms und Darmſtadt ſeien Beziehungen beſonderer Art. Kicht allein, daß viele Damen ſich mit beſonderer Dankbarkeit an die in der Eleonorenſchule verlebte Zeit erinnern, ſo wäre auch der
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