vertreten. Beſonders erwähnt ſeien die ehemaligen Lehrer und Lehrerinnen, die ſich, teils im Ruheſtand lebend, teils an anderen Bildungsſtätten wirkend, in ſtattlicher Jahl eingefunden hatten, um die JZubelfeier mit begehen zu können. Der große Raum des Feſtſpielhauſes war reſtlos beſetzt. Auf der Bühne hatten der Mädchenchor und das Streichorcheſter Platz genommen. Herr Oberreallehrer Deboben leitete die Feier mit dem„Feſthumnus“ von Piutti ein. Mächtig erklangen die Akkorde, die ſeine Meiſterhand der Orgel entlockte, durch den hohen Raum. KNach einem Vorſpruch, der von der Lehrerin Fräulein Danielſen wirkungsvoll zur Geltung ge⸗ bracht wurde, ſang der Schülerinnenchor(mit Orcheſterbegleitung) aus Hagoͤns Schöpfung „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“. Hundertſtimmig, gleich einem Meer von Perlentönen, erklang der Chor, geſtützt von der künſtleriſchen Orcheſterbegleitung. Am Dirigentenpult führte Herr Deboben den Stab mit Schwung und Begeiſterung und ließ den Chor zu prächtiger Wirkung erſtehen.
Den Reigen der Anſprachen eröffnete Herr Oberbürgermeiſter Rahn mit herzlichen Worten der Begrüßung, wobei er u. a. ſagte:
Geſtatten Ste mir, Sie herzlich willkommen zu heißen, Ihnen zu danken, daß Sie in ſo großer Zahl unſerer Einladung gefolgt ſind. Ich begrüße zunächſt den Herrn Vertreter des heſſiſchen Landesamtes für das Bildungsweſen, Herrn Staatsrat Block, ich begrüße gleichfalls die Vertreter der hieſigen Behörden, die ſo liebenswürdig waren, unſerer Einladung zu folgen. Mein Gruß gilt weiter den Vertretern der auswärtigen höheren Mädchenſchulen und der hieſigen Schulen. Ein herzliches Willkommen entbiete ich den ehemaligen Lehrern und Lehrerinnen und den ehemaligen Schülerinnen. Sie haben ſich hier zuſammengefunden, um den Ehrentag der Anſtalt zu begehen, an der die einen als Lehrkräfte gewirkt haben, und der die anderen die Bildungsgrundlage verdanken, die ſie ins Leben mit hinausgenommen haben. And endlich heiße ich herzlich willkommen die Eltern der jetzigen Schülerinnen. Sie haben damit, daß Sie hier erſchienen ſind, dem Intereſſe Ausdruck gegeben, das jeder Vater und jede Mutter hat für die Anſtalt, der ihr wertvollſtes Gut anvertraut iſt.
Es iſt im Rahmen dieſer Feier nicht meine Aufgabe, Ihnen die Entwicklung zu ſchildern, die die Anſtalt in dieſen fünfzig Jahren genommen hat. Wohl aber will ich den Empfindungen Ausdruck verleihen, die das Kuratorium und die Stadtverwaltung heute beſeelen. And da darf ich ſagen, es ſind Gefühle des Stolzes und der Freude über dieſe Entwicklung. Ich glaube, ich ſage nicht zu viel, wenn ich feſtſtelle, daß die Eleonorenſchule in Worms als Schule ein vor⸗ treffliches Anſehen genießt. Es iſt mir eine angenehme Pflicht, heute an dieſer Stelle zu danken allen, die ſich in den Dienſt dieſer Schule geſtellt und zur ſicheren Entwicklung beigetragen haben. In Wehmut gedenke ich dabei erer, die nicht mehr unter uns weilen, und ich reiche im Geiſte die Hand allen denen, die heute hier nicht mehr tätig ſind, ſei es, daß ſie inzwiſchen in den Ruheſtand getreten ſind, oder daß ſie einen anderen Wirkungskreis gefunden haben. And nicht zuletzt danke ich den derzeitigen Mitgliedern des Lehrerkollegiums unter Führung des allzeit unermüdlichen Oberſtudiendirektors Zimmer. Ich glaube, wir dürfen zuverſichtlich annehmen, daß unter ſolcher Leitung die Eleonorenſchule auch künftig ihren Aufgaben gewachſen ſein wird, und daß es ihr ge⸗ lingen wird, ihren Schülerinnen mitzugeben, was ſie benötigen, wenn ſie ins Leben hinaus treten, gleichviel, ob ſie Hausfrau und Mutter werden, oder ob ſie ſich einem Berufe wiomen.
Möge die Eleonorenſchule als deutſche Schule am deutſchen Rhein allezeit ſegensreich weiterwirken und möge ſie ſo an ihrem Teil mitwirken an dem, was wir alle ſo heiß erſehnen, dem Wiederaufſtieg unſeres deutſchen Volkes und Daterlandes. Das walte Gott!
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