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biologiſchen Uebungen an einem Nachmittag der Woche fort. Für dieſe freiwillige Be⸗ tätigung ſei ihm auch an dieſer Stelle beſonderer Dank geſagt.
Fräulein Grauer mußte wegen angegriffener Geſundheit in den letzten 3 ½ Wochen vor den Sommerferien dem Unterricht fernbleiben.
Gleich bei Wiederbeginn des Unterrichtes nach den Sommerferien waren zwei Mit⸗ glieder unſeres Kollegiums bereits dem Ruf zu den Fahnen gefolgt.— Das Nähere ſiehe Nr. 11„Zur Kriegsgeſchichte unſerer Anſtalt“.— Die Geſchäfte der Direktion übernahm der Unterzeichnete als dienſtälteſter Oberlehrer. Die frei gewordenen Unterrichtsſtunden übernahmen zum Teil Mitglieder unſeres Lehrkörpers, zum Teil Fräulein A. Uhrig, die ſich uns in dankenswerter Weiſe ſofort freiwillig zur Verfügung geſtellt hatte. Dieſe Hilfe war uns beſonders in den erſten Wochen mit ihren unſicheren und wechſelnden Ver⸗ hältniſſen recht angenehm. Nach den Herbſtferien wurde Frl. Uhrig an die höhere Bürger⸗ ſchule in Heppenheim a. d. B. abgerufen, und bei uns traten beſtändigere Verhältniſſe ein. (Die Uebergangszeit iſt bei der Ueberſicht über die Stundenverteilung auf Seite 7 nicht berückſichtigt worden.)
3. Am 8. Dezember hatten wir die Freude, Herrn Geh. Oberſchulrat Block bei uns zu ſehen. Er unterzog unſere Anſtalt einer Beſichtigung und wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei. Am 25. und 26. Februar beſichtigte der Landesturninſpektor, Herr Schulrat Schmuck, unſeren Turnunterricht.
4. Der Geſundheitszuſtand unſerer Schülerinnen war befriedigend, in den unteren und mittleren Klaſſen ſogar recht gut.
5. Die alljährlich wiederkehrenden Schulfeiern ſtanden in dieſem Jahr unter dem Zeichen des Krieges. Am Sedantag ſprach Herr Dr. Deggau über den neuen, tieferen Inhalt, den die Kriegszeit unſerem Leben, insbeſondere unſeren vaterländiſchen Dich⸗ tungen und Liedern gegeben hat.
Bei der Feier von Großherzogs Geburtstag ſprach Frl. Schulz über die Tätigkeit der Frau im Krieg. Kaiſers Geburtstag benutzten wir dazu, den Schülerinnen die Be⸗ deutung des Weltkrieges und den damaligen Stand der kriegeriſchen Ereigniſſe zu er⸗ läutern. Um dies der Auffaſſungsgabe der verſchiedenen Altersſtufen anpaſſen zu können, feierten wir in den einzelnen Klaſſen. Geſänge und Vorträge von paſſenden Gedichten belebten natürlich alle dieſe Feiern.
Am letzten Schultage vor den Oſterferien werden wir durch eine beſondere Feier unſeres eiſernen Kanzlers, Otto von Bismarck, gedenken, den Gott unſerem deutſchen Volke vor hundert Jahren, am 1. April 1815, geſchenkt hatte. Herr Aſſeſſor Bickelhaupt wird die Anſprache halten.
6. Den alljährlichen Tagesausflug unternahmen wir am 1. Mai. Saalburg— Feldberg, Heidelberg— Königsſtuhl, Bingen— Morgenbachtal, Bensheim— Knoden, Bens⸗ heim— Felsberg, Auerbach—Schloß— Fürſtenlager—Schönberg und die nähere Umgebung von Worms waren Ziele der einzelnen Klaſſen.
Dreiſtündige Spaziergänge wurden am 26. Juni, 20. November, 18. Dezember 1914 und im März 1915 ausgeführt. Wegen großer Hitze fielen am 1., 2. u. 14. Juli Unterrichtsſtunden aus. Am 29. Januar wurde der Nachmittagsunterricht zum Schlitt⸗ ſchuhlaufen freigegeben.
Zwei größere Schülerinnenwanderungen fanden im Frühjahr ſtatt. Bei herr⸗ lichem Frühlingswetter machte ein Teil der 2. Klaſſe unter Führung von Frl. Dietz und


