Jahrgang 
1914
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halbjahrs ſeinen Unterricht ausſetzen. Bis Weihnachten übernahm ſeine 7 deutſchen Stunden in VlIla der Direktor, ſeine 12 Rechenſtunden in dankenswerter Weiſe Herr Lehramts⸗ referendar Weiß. Vom 5. Januar bis zum Schluß des Schuljahres wurde Herr Gerk⸗ hardt vertreten von Frl. E. Schott*). Das Singen in Klaſſe V übernahm Herr Haaß, in Klaſſe VI Herr Schneider).

6. Am 25. November 1912 verlieh Se. Kgl. Hoheit der Großherzog Herrn Real⸗ lehrer Spielmann das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Groß⸗ mütigen, am 25. November 1913 die gleiche Auszeichnung Herrn Reallehrer Ganz, das Ritterkreuz l. Klaſſe Herrn Prof. Dr. Uhrig.

7. Am 21. Juli 1913 ernannte Se. Kgl. Hoheit der Großherzog Herrn Lehramts⸗ aſſeſſor Dr. Deggau zum Oberlehrer an unſerer Anſtalt.

8. Der Geſundheitszuſtand der Schülerinnen war im allgemeinen befriedigend. Während der Oſterferien 1913, am 23. März, ſtarb die Schülerin der Klaſſe lIlb Anna Guthmann. Ihre Lehrer, Lehrerinnen und Mitſchülerinnen gaben der braven und hoffnungs⸗ vollen Schülerin das letzte Geleit; der Direktor legte an ihrem Grabe eine Kranzſpende der Schule nieder.

9. Am 10. Juli 1913 beehrte Herr Geh. Oberſchulrat Block unſere Anſtalt mit ſeinem Beſuch und wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei.

Auch in dieſem Jahr wurde eine Gruppe von Schülerinnen von Herrn Lehrer Pfaff in Gabelsberger Stenographie unterrichtet.

10. Am 16. Juni 1913 feierte die Schule in beſonderer Weiſe den Tag, an dem vor 25 Jahren Kaiſer Wilhelm ll. den Thron beſtiegen hatte. Frühmorgens fuhren wir alle, auch die Kleinen der unterſten Klaſſen, in den Lorſcher Wald, um dort in Gottes freier Natur unter ſchattigen Bäumen mit Geſang, Anſprache und Spielen den Ehren⸗ tag unſeres Kaiſers feſtlich zu begehen.

Bei der Feier von Großherzogs Geburtstag ſprach Herr Dr. Deggau überDie Heſſen unter Napoleon, am Geburtstag des Kaiſers Herr Lehramtsaſſeſſor Dumont vom Deutſchtum im Ausland. Bei beiden Feiern bildeten Geſänge des Chors, Vorträge von Gedichten und Inſtrumentalmuſik die Umrahmung und Ergänzung der Feſtrede.

11. Unſere Jahrhundertfeier zum Gedächtnis der Schlacht bei Leipzig am 18. Okt. 1913 beſtand in einer großen Turnſchau, zu der wir die Eltern unſerer Schülerinnen, die Freunde der Anſtalt und eine Anzahl von Ehrengäſten eingeladen hatten.Eine Schul⸗ feier, wie ſie würdiger nicht gedacht werden kann, erlebten die Hunderte von Zuſchauern, die bei ſtrahlend ſchönem Herbſtwetter in feſtlicher Stimmung dicht gedrängt den weiten Hof der Eleonorenſchule umſäumten und die dem Hof zugewandten Fenſter des Schulhauſes beſetzt hielten. Unter den Klängen der Militärmuſik zogen in ihren Turngewändern die Schülerinnen der Anſtalt Klaſſe um Klaſſe in den Schulhof ein. Dann folgte ein gemein⸗ ſamer Geſang aller Schülerinnen und die Anſprache des Direktors, die von dem Wert und der Bedeutung körperlicher Ausbildung und Uebung auch der weiblichen Jugend handelte und in dem Satz gipfelte:Ein geſunder Geiſt in einem geſunden Körper! Nach abermaligem Geſang begannen dann unter Muſikbegleitung die von der Turnlehrerin Frl. Becker und Herrn Reallehrer Ganz geleiteten turneriſchen Vorführungen. Ein Liederſpiel der Klaſſe 9 machte den Anfang; dann folgten Freiübungen der Klaſſen 8 und 7, Uebungen der Klaſſe 6 an den Schwebekanten, Stabübungen der Klaſſe 3, Keulen⸗

*) Vergl. die Ueberſicht über die Verteilung des Unterrichts auf Seite 7.