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Am 1. April 1911 wurde Herr Heinrich Räder, der ſeit dem 8. April 1910 an unſerer Anſtalt tätig war, von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog zum Ober⸗ lehrer an der Eleonorenſchule ernannt.*)
Im Mai 1911 beſtand Herr Reallehrer K. Schneider die Zeichenlehrerprüfung in Mainz, im Auguſt Fräulein H. Becker die Turnlehrerinnenprüfung in Karlsruhe.
3. Der Geſundheitszuſtand der Schülerinnen war im allgemeinen befriedigend.
Im Laufe dieſes Schuljahres waren— im Vergleich zum vorigen— Vertretungen wegen Erkrankung von Lehrern und Lehrerinnen in geringerem Maße und meiſt nur für kurze Zeit erforderlich.
Mehrere Wochen waren durch Krankheit dem Unterricht ferngehalten im Januar und Anfang Februar Fräulein Becker, im Februar und Anfang März Herr ODr. Heid.
Während der Beurlaubung des Herrn Schneider zur Zeichenlehrerprüfung nach Mainz übernahm im Mai 1911 Fräulein Stumpp, während einer kürzeren Er⸗ krankung des Fräulein Schorr im November 1911 Fräulein Schaefer bereitwilligſt die Vertretung, wofür ihnen auch an dieſer Stelle gedankt ſei.
Herr Dr. Deggau war im Sommer zu einer Studienreiſe nach England be⸗ urlaubt; der Direktor nahm im Auftrag der Stadt Worms vom 1. bis 6. Oktober 1911 in Dresden an der 22. Hauptverſammlung des deutſchen Vereins für das höhere Mädchen⸗ ſchulweſen teil..
4. Am 1. Februar beehrten die Herren Geheimrat Süffert und Geh. Oberſchul⸗ rat Block unſere Anſtalt mit ihrem Beſuch und wohnten dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei.
Am 20. und 21. März beſuchte Herr Superintendent Euler den evangeliſchen Religionsunterricht in ſämtlichen Klaſſen.
Am Nachmittag des 18. November beſichtigte Frl. L. Hilger, Direktorin der Frauenſchule in Kreuznach, mit einigen Mitgliedern des Lehrkörpers unſer Schulgebäude und ſeine Einrichtungen.
Auch in dieſem Schuljahr wurde eine Gruppe von Schülerinnen von Herrn Lehrer Pfaff in Stenographie unterrichtet.
5. Bei der Feier von Großherzogs Geburtstag hielt Herr Reallehrer Gerkhardt die Feſtrede über„Land und Leute in Heſſen“; am Geburtstag des Kaiſers ſprach der Direktor über„unſere deutſche Kriegsflotte— ein Tag an Bord S. M. S.„Heſſen“.“
Wie im vorigen Jahre nahmen Schülerinnen der Oberklaſſen unter Führung von Lehrern und Lehrerinnen, einer freundlichen Einladung des Herrn Regimentskommandeurs folgend, als Zuſchauer an der Parade des Infanterie⸗Regiments„Prinz Carl“ Nr. 118 teil.
Am Sedantag wurden Ausflüge in die Umgebung unternommen.
*) H. Räder iſt 1871 in Oſtheim im Kreiſe Friedberg geboren. Nach privater Vorbereitung be⸗ ſuchte er das Lehrerſeminar in Friedberg 1889— 92, unterrichtete dann an der Volksſchule in Fauerbach v. d. h., Reichelsheim i. d. W., Condorf und Climbach im Kreiſe Gießen und wurde hier 1897 definitiv angeſtellt. Die Reifeprüfung legte er 1905 als Externer an der Oberrealſchule in Offenbach ab und ſtudierte dann an der Landesuniverſität Mathematik, Phyſik, Botanik und Soologie. Im Sebruar 1910 beſtand er die Prüfung
für das höhere Lehramt, wurde am 4. Kpril 1910 mit der Verwaltung einer Lehrſtelle an der Eleonorenſchule in Worms beauftragt und am 1. Kpril 1911 zum Oberlehrer ernannnt.


