Jahrgang 
1907
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Schöpfer des Bauwerks, Herrn Stadtbaurat Metzler. In wohldurchdachter Rede führte er aus, daß es zum Lobe des Meiſters und ſeiner Helfer eigentlich nicht Menſchenmundes bedürfe, da das Werk ſelbſt ſeinen Meiſter lobe. Und doch ſei es uns Herzensbedürfnis deſſen dankbar zu gedenken, der es verſtanden, dieſe ſtummen Steine zu ſolch lebensvollem, ſprechendem, anſprechen⸗

dem Gebäude zuſammenzufügen. In ſeinem Danke übertrug Herr Stadtbaurat Metzler in freundlichen Worten einen Teil des ihm geſpendeten Lobes auf ſeine getreuen Mitarbeiter, durch deren gemeinſame Arbeit allein das Werk gelungen ſei. Herr Gymnaſialdirektor Dr. Löbell

übermittelte die Grüße der beiden anderen höheren Lehranſtalten, indem er in feinſinniger Weiſe die durch die neueren pädagogiſchen Beſtrebungen ſich immer reger geſtaltenden Bezi ehungen zwiſchen der Erziehung der männlichen und der weiblichen Jugend erörterte. Gelegentlich ſeines Dankes für dieſen Gruß enthüllte der Direktor der Eleonorenſchule ein prächtiges Bild, mit welchem das Kollegium der Oberrealſchule uns am Tage der Einweihung überraſchte. Die liebenswürdige GabeMutter und Kind von Mme Vigée le Brun bildet den Schmuck unſeres Lehrerinnenzimmers. Die Herren Buchhändler Grambuſch und Stern hatten die Freund⸗ lichkeit, je ein ſchönes Bild zum Schmuck unſerer Räume zu ſtiften, wofür ihnen auch an dieſer Stelle herzlich gedankt ſei. Hiermit ſchloß der offizielle Teil der Feier, an welchen ſich noch ein längeres, zwangloſes Zuſammenſein der Gäſte anſchloß. So verlief unſer Feſt in einer in jeder Beziehung harmoniſchen, würdigen Weiſe. Möge dieſer Tag der jetzigen Schülerinnen⸗ generation für alle Zeiten ein bedeutſamer Gedenktag, allen Teilnehmern eine freundliche Er⸗ innerung, der Stadt Worms aber ein Markſtein in ihrer zielbewußten, glücklichen Entwicklung nach immer höheren Zielen hin ſein!