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9. Schriftliche Arbeiten.
Von einer Unterschrift der sog. Klassenarbeiten durch die Eltern sieht die Schule ab. Dagegen wird den Eltern zu Anfang eines jeden Halbjahres durch Mitteilung an die Schüler bekannt gegeben, an welchen Tagen jeder Woche sich die Hefte mit den ver- besserten und beurteilten schriftlichen Arbeiten in den Händen der Schüler befinden. Hierdurch wird den Wünschen derjenigen Eltern Rechnung getragen, welche mit Recht Wert darauf legen, von den Fortschritten ihrer Söhne durch Einsicht in deren schriftliche Leistungen fortlaufend Kenntnis zu nehmen.
10. Eintritt in die Schule.
Im Interesse der Eltern liegt es, ihre Kinder frühzeitig der Schule zuzuführen, wenn irgend möglich, schon der Sexta; denn in der Quinta fällt die Gewöhnung an den neuen Unterricht und die neuen Verbältnisse noch zusammen mit dem Erlernen einer fremden Sprache(Französisch), ausserdem beginnt die Realgymnasialabteilung bereits in der VI mit Latein
H) lahresbericht.
Das Schuljahr begann am 11. April. Durch Allerhöchstes Dekret vom 13. September 1904 wurde der Direktor unserer Anstalt, IIerr Dr. Kemmer, mit Wirkung vom 1. Oktober 1904 zum Direktor des Realgymnasiums und der Oberrealschule in Mainz ernannt. Nach beinahe 12jähriger, überaus segensreicher Tätigkeit schied er von der kleineren Schule, um seine erprobte Arbeitskraft der verantwortungsvollen Leitung der grössten Lehraustalt des Landes zu widmen. Unsere herzlichsten Segenswünsche begleiten ihn in seine neue Stellung.
Zum Nachfolger wurde durch Allerhöchstes Dekret vom 29. September 1904 Professor Block, vorher Oberlehrer am Realgymnasium und der Oberrealschule in Giessen, ernannt und am 3. Oktober 1904 durch Herrn Geh. Oberschulrat Dr. Scheuermann in sein Amt eingeführt..
Mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern, Abt. für Schulangelegenheiten und unter Zustimmung des bischöflichen Ordinariats wurde Herrn Pfarrer Klein auf Nachsuchen gestattet, sich bei der Erteilung des Religionsunterrichts durch den Ierra Benefiziaten Bergmann vertreten zu lassen. Mit getreuester Pfichtertüllung erteilte Herr Benefiziat Bergmann diesen Unterricht bis zum 20. Oktober, an diesem Tage erkrankte er und schon am 24. Oktober verschied er. Das Lehrerkollegium und seine dankbaren Schüler er- wiesen ihm trauernd die letzte Ehre.
Herr Pfarrer Klein übernahm den Unterricht wieder bis zum 15. Januar. An diesem Tage trat Herr Kaplan Freiherr von Jungenfeld an seine Stelle
Am 12. Juli wohnten die Herren Ministerialrat Dr. Eisenhut und Geh. Oberschulrat Nodnagel dem Unterricht bei, ebenso am 9. Dezember Herc Geh. Oberschulrat Nodnagel.
Herr Reallehrer Dotter war vom 15. Juli bis 11. August zu einer 4wöchigen mili- tärischen UÜbung eingezogen.


