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1920 legte er die Staatsprüfung in Frankfurt a. M. ab und erhielt seine pädagogische Ausbildung an der Schule, deren Schüler er selbst gewesen war. Nachdem Herr Schmidt ctwa 4 Jahre an verschiedenen Anstalten Frankfurts und zuletzt in Hadamar als Studienassessor tätig gewesen war, wurde er zum 1. April 1928 von der Stadt Wiesbaden zum Studienrat gewählt. Aus dem neuen Wirkungskreis, in dem er sich schnell eingelebt hatte und sichtlich wohl fühlte, wurde er durch ein tragisches Geschick allzufrüh wieder herausgerissen. Im Herbst 1928 zog er sich eine Blut- vergiftung zu und erlag ihr nach wenigen Tagen, am 27. November, tief betrauert von allen, die mit ihm als Kollegen und Lehrer, vor allem aber als Mensch zu tun gehabt hatten. Am 30. November geleiteten wir ihn zu Grabe. Ein Geistlicher aus Kassel hielt dem verstorbenen Studienfreund cine ergreifende Abschiedsrede, der Direktor schilderte die vorbildliche Persönlichkeit des allzufrüh Entschlafenen und legte im Namen des Lehrerkollegiums und des Magistrats der Stadt Wiesbaden Kränze an seinem Sarge nieder. Der Chor der Anstalt leitete die Trauerfeier mit einem Trauer- gesang ein.
In allem Unglück war es eine erfreuliche Tatsache, daß die Witwe des Verstorbenen, Frau Luise Schmidt, vor ihrer Verheiratung sich für den Philologenberuf ausgebildet und alle dazu notwendigen Prüfungen abgelegt hatte und sogar dieselben Lehrbefähigungen wie ihr Mann besaß. Sie konnte daher schon nach kurzer Zeit im Einverständnis mit der Stadt Wiesbaden und dem Provinzialschulkollegium in Kassel die Vertretung übernehmen und ist seitdem als Studienassessorin an der Anstalt beschäftigt.
3. Von Ostern bis Herbst wurde Fräulein Dr. Gertrud Kahn, die vorher an Frankfurter Schulen tätig war, an der Anstalt vollbeschäftigt. Nachdem sie im Oktober auf ihren eigenen Wunsch wieder nach Frankfurt zurückversetzt worden war, trat an ihre Stelle die Studienassessorin Fräulein Dr. Ilse Weil, die aber ebenfalls nach einem halben Jahr wieder ausschied, um eine Vertretung am Lyzeum in Rinteln zu übernehmen.
Der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums war im Berichtsjahre sehr schlecht. Es mußten 1 Herr Oberstudienrat Hörning 40 Tage, Fräulein Braun 7 Tage den Unterricht aussetzen, Herr 4 8 8„ Dr. Wolf 8, Herr Studienrat Zech 23, Fräulein Cyrus 15, Fräulein Schaefer 84, Herr 2 7 7 Assessor Schlerf 21 und Fräulein Dr. Weil 9 Tage.
Verschiedene Mitglieder des Kollegiums waren zu Lehrgängen, die von der Unterrichtsverwaltung veranstaltet wurden, oder zu Studienreisen beurlaubt: Herr Dr. Wolf zu einem erdkundlichen Lehrgang in Frankfurt a. M. vom 29. Oktober bis 3. November, der Direktor zu einer Tagung „Rundfunk und Schule“ in Berlin vom 7.—11. September; Fräulein Studienrat Gruß hielt sich während der Herbstferien zu Studienzwecken in Paris auf und hatte zur Verlängerung noch 10 Tage Urlaub. Herr Studienrat Zech wurde 4 Tage für die Sängerfahrt nach Graz und Wien beurlaubt, außerdem vom 15.— 20. Oktober zur Reichsschulmusikwoche in München.
b) Der Oberstudienrat. Herr Oberstudienrat Hörni ng unterstützte den Direktor in seinen Amtsgeschäften,
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insbesondere übernahm er die Arbeiten am Stundenplan, regelte die Vertretungen für die fehlenden Mitglieder des Kollegiums und sammelte die Angaben für die statistischen Mitteilungen, die von den Behörden eingefordert wurden. Außerdem hatte er die Aufgabe, durch Stichproben den Bestand der Sammlungen und Büchereien der Schule nachzuprüfen.
Der Lehrerausschuß. Der Lehrerausschuß vertritt die Gesamtheit der Lehrkräfte; er bespricht mit dem Direktor Angelegenheiten, die das Kollegium angehen und schnell erledigt werden müssen, wirkt mit bei Vorbereitung der Konferenzen und gibt Anregungen aus dem Kollegium an den Direktor weiter.
In den Lehrerausschuß wurden die Mitglieder vom Vorjahr wieder gewählt: Die Studienräte Kolb und Dr. Wüstenfeld, zur Vertretung Zeichenlehrer Bussmann, von den Damen Fräulein Studienrat Gruß und Fräulein Johanna Ruckes, zur Vertretung Fräulein Dr. Meumann.
d) Der pädagogischen Vorbereitungsanstalt waren keine Referendarinnen zur Ausbildung überwiesen.


