Jahrgang 
1928
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ostwärts über den Schaumberg nach St. Wendel. Die Fahrt sollte vor allen Dingen dem Unter- richt in der Chemie dienen. Dank dem freundlichen Entgegenkommen der verschiedenen Direk- tionen war es auch möglich, eine Reihe größerer Betriebe, so die Glashütte der Firma Vobelius & Wentzel in St. Ingbert, die ausgedehnte Eisenhütte in Saarbrücken-Burbach und das Museum der Steingutfabrik von Villeroy& Boch in Mettlach eingehend zu besichtigen, daneben aber lernten die Schüleèr die landschaftlichen Schönheiten des Saarlandes kennen und erhielten einen Einblick in seinen geologischen Aufbau. Die freudig deutsche Gesinnung der Bewohner machte auf die Wanderer den tiefsten Eindruck. Von dem Lehrkörper nahm an der Wanderung der Oberstudienrat Dr. Klüpfel teil.

Am 30. Oktober zogen die Schüler der Klasse OIIIa, ebenfalls unter der Leitung des Studien- rats Dr. Schwender auf vier Tage in das Vogelsgebirge. Sie nahmen Standquartier in der Jugend- herberge auf dem Hohenrodskopf und machten von dort aus Ausflüge in die Umgebung, um die geographischen Züge des Landes zu studieren.

Gesundheitszustand und schulärztliche Beaufsichtigung der Riehlschüler 1927/28.

Der Gesundheitszustand der Schüler der Riehlschule war im Schulijahr 1927/28 nach den Ergebnissen der schulärztlichen Untersuchungen ein guter. Die Fälle von Blutarmut und Fr- krankungen der Brust- und Bauchorgane sind zurückgegangen. Haltungsfehler und Beeinträchti- gung der Sehschärfe haben keine wesentliche Besserung gegen das Vorjahr erfahren. Die schul- ärztliche Beaufsichtigung geschah teils durch klassenweise Untersuchungen, teils durch in der Schule wöchentlich abgehaltene Sprechstunden. Wegen ansteckender Krankheiten waren be- sondere Maßnahmen nicht nötig.

Dank den Bemühungen des Vaterländischen Frauenvereins konnten in den Sommerferien 10 Schüler aus den Klassen VIIV in dem Ferienheim in Niedernhausen zur Kräftigung ihrer Gesundheit untergebracht werden.

Das Schulgeld.

Das Schulgeld beträgt für einheimische Schüler 200. M., für auswärtige Schüler 250. M. Etwa ein Drittel sämtlicher Schüler hatte infolge ihrer Bedürftigkeit und Würdigkeit Schulgeld- nachlaß, davon waren 14 Schüler ganz vom Schulgeld befreit. Außerdem stiftete ein Herr des Lehrkörpers 120. M. für einen würdigen Schüler als Schulgeldbeihilfe.

Aus der Hilfsbücherei der Anstalt, die im Berichtsiahr erweitert und ergänzt wurde, erhielten bedürftige Schüler leihweise Lehrbücher und Lehrmittel.

Berufsberatung.

Zur Berufsberatung der Reifeschüler über die Berufsverhältnisse wurden die Abiturienten mit den auf die Berufsberatung bezüglichen Erlassen und Verfügungen der Behörden sowie auf die einschlägigen Mitteilungen der Fachverbände hingewiesen. Außerdem wurden die Primaner mit Schriften der Studentenselbsthilfe und des Hochschulführers versorgt. Auf die zum Teil guten Aussichten im zahnärztlichen Beruf und auf die Neugestaltung des Studiengangs der Volksschul- lehrer sowie auf die Verfügungen des Provinzialschulkollegiums Nr. 13 553 vom 17. 11. 27 und Nr. 3374 vom 12. 3. 28 wurden die Reifeschüler hingewiesen.(S. wichtige Erlasse und Verfügungen.) Eindringlichst wurden die Schüler vor dem Studium der Chemie, der Medizin, der Philologie und des Bankfachs gewarnt. Die zum Schluß des Schuliahres zur Ent- lassung gekommenen Schüler, die das Zeugnis der mittleren Reife erhielten, wurden auf die Einrichtungen und Vermittlungen von Stellen beim städtischen Berufsamt in Wiesbaden und freie Lehrstellen, die uns durch die Schulverwaltung mitgeteilt wurden, hingewiesen.