Jahrgang 
1928
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9.

Schülerselbstverwaltung.

Auch in diesem Schuljahre kam die große Schulgemeinde, an der alle Schüler teilnahmen. des öftern zusammen und beschäftigte sich mit Fragen des Gemeinschaftslebens in der Schule und Oeffentlichkeit. Daneben traten in besonderen Fällen die Oberklassen in der kleinen Schul- gemeinde oder die Vertrauensleute der einzelnen Klassen im Schülerausschuß zusammen. Das Präfektensystem, nach dem je zwei Oberprimanern die Führung und Vertretung einer be stimmten Unter- bezw. Mittelklasse anvertraut wird, wurde beibehalten. Die Pausenaufsicht im Schulgebäude und auf den Schulhöfen führten ie drei Primaner in wöchentlichem Wechsel. während die Sekundaner von der bisherigen Aufsicht entbunden wurden. Dafür übernahmen es die Quartaner, selbständig die Höfe von Papier und Abfällen frei zu halten. Der Vertreter des Lehrkörpers in der Schülerselbstverwaltung war Dr. Kalischek, den die Schüler als ihren Berater wiedergewählt hatten.

Schülervereine.

Der Musikverein übte unter Aufsicht von Studienrat Fritsche außerhalb der Unterrichts stunden in Kammermusikbesetzung. sowie als größerer Streichkörper von 810 Geigen und Cello mit Klavierbegleitung. Er beteiligte sich rege an den Schulfeiern. Dadurch, daß 3 gute Kräfte, darunter der Cellospieler, die Anstalt nach bestandener Reifeprüfung verlassen, wird die Pflege der Instrumentalmusik an der Schule für das nächste Jahr leider wieder erheblich erschwert.

Unter der Leitung des Studienrats Sauer wurde im Laufe des Jahres eine aus 22 Mitgliedern bestehende Gruppe des Jugendrotkreuzes gebildet. Diese nahm am Sommerfest des Vater ländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz in dem bei dieser Gelegenheit veranstalteten Kinder- festzug im Schloßpark teil.

Die Mitgliederzahl unserer Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland belief sich auf 195. Die von der Wiesbadener Ortsgruppe herausgegebenen V. D. A. Monatsblätter wurden von unseren Schülern mit großem Interesse gelesen. Fin großer Teil des Stoffes für diese Blätter wird von der Wiesbadener V. D. A. Jugend geliefert. Leiter der Schulgruppe ist Studienrat Dr. Raudnitzky, Vorstandsmitglied der Ortsgruppe des Vereins Studienrat Prof. Thurmann.

Wanderungen.

Die monatlichen Wandertage wurden entsprechend dem Ministerialerlaß eingehalten. In den Herbstferien wurden 4 mehrtägige Wanderungen unternommen.

Lahnwanderung der OIr. Die Oberprima der Oberrealschule machte mit ihrem dort be heimateten Klassenleiter, Studienrat Henche, eine fünftägige Herbstwanderung durch das Lahntal von Schloß Runkel bis Burg Lahneck. Die tvypischen Landschaften, geschichtlichen Stätten und wirtschaftlich bedeutsamen Orte wurden besucht und gewürdigt, teilweise unter Heranziehung ortskundiger Führer. So erschlossen sich den Schülern schönste Teile des heimatlichen Landes und sein Volkstum, das mitzuerleben u. a. auch das historische Volksfest des Nassauer Michels- marktes Gelegenheit bot. Die Uebernachtung erfolgte ausschließlich in Jugendherbergen.

Vom 5. bis 9. Oktober 1927 machte die Irg eine Herbstfahrt nach Rothenburg o. T. in Be- gleitung des Klassenlehrers Studienrat Fritsche und des Studienrats Sauer. Am 5. 10. wurde Würzburg und sein Residenzschloß besichtigt. Dann folgten drei herrliche Tage in Rothenburg. Standquartier nahm die Klasse in der Jugendherberge Pulvermühle vor den Toren der alten Stadt. Hier wurde auch gemeinsam gekocht, sodaß die Unkosten kaum erheblicher waren, als zuhause. Auf der Rückfahrt wurde noch das alte Frankenstädtchen Ochsenfurth besucht.

Unter der Führung des Studienrats Dr. Schwender machten die Schüler der Prima des Real- gymnasiums vom 27. bis 30. Oktober eine viertägige Wanderung durchs Saarland. Sie führte von St. Ingbert nach Saarbrücken, dann durchs Saartal über Merzig nach Mettlach und weiterhin