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Die Oberstufe(OIII a und b, UIIr und rg) arbeitete abwechselnd in der Buch- binderei und Schreinerei, wöchentlich 2 Stunden. Schwierigere Buchbinderarbeiten, ver- schiedene Arten des Buchbindens und Einbandes; Hobelbankarbeiten; Instandhalten der Lehrmittelsammlungen, Mitarbeit bei der Vorbereitung zum Waldfest u. dgl. Die Werk- arbeit der Schüler war selbst in den einfachsten Ausführungen das Ergebnis eigenen Den- kens und Schaffens. Erstrebt wurde Qualitätsarbeit hinsichtlich des Werkstoffes und der Ausführung. Eine Beschäftigung mit technischen Baukästen oder mit Normalleisten nach fertigen Vorlagen(System Pilsanek) wurde abgelehnt, denn„Werkarbeit ist gestaltende Handarbeit“-
Die Unter- und Oberstufe leitete Studienassessor Dr. Kalischek, die Mittelstufe Studienassessor Dr. Kießling.
b) Unterricht in der Reichskurzschrift. An dem Unterricht in der Reichskurz- schrift, der von Ostern 1925 an ständig durch den Vorsitzenden des Reichskurzschriftver- eins, Volksschullehrer Disper, erteilt wird, nahmen im Berichtsjahre 21 Schüler von U III. bis UII. teil. Von den 21 Schülern erreichten 15 eine Silbenzahl von 60 bis 80, 6 Schüler eine Geschwindigkeit von 100 bis 120 und ein Schiiler eine Höchstleistung von 150 Silben in der Minute. Es hat sich gezeigt, daß bei einem Jahreskursus 2 Wochenstunden zur Erlernung und Befestigung des Systems vollkommen geniigen.
c) Arbeitsgemeinschaften. An den Arbeitsgemeinschaften nahmen teil: In der philosophischen Propädeutik(geleitet von Oberstudiendirektor Dr. Weimer und Studien- assessor Dr. Kießling) in O I. 17 Schäüler, in U I. 23 Schüler in je 1 Wochenstunde während des ganzen Jahres, in Latein(geleitet von Studienrat Sauer) in 1 Wochenstunde während des ganzen Jahres 17 Schüler der Irg.
Ausserdem wurden wie im Vorjahre physikalische Schülerübungen durch Oberstudien- rat Dr. Klüpfel, chemische Schülerübungen durch Studienrat Braun und biologische Schüler- übungen durch Studienassessor Dr. Bleher, und zwar abwechselng alle 14 Tage(2 Stunden). während des ganzen Jahres abgehalten. Es beteiligten sich an den UÜbungen alle Schüler der Ir.
VI. Chronik der Anstalt
Das Schuljahr 1926/27 wurde am Dienstag, den 13. 4. 1926 um 3 Uhr vormiffags durch Ausgabe des Stundenplanes, Prüfung und Neuaufnahme der neueingefre- tenen Schüler eröffnet. Der eigentliche Unterricht begann am Mittwoch, den 22. 4. 26, vormiftags 7 ½ Uhr nach gemeinsamer Andacht der Schulgemeinde in 17 Klassen mit 343 Schülern.
Der Riehlwanderfag fand von herrlichem Wetter begünstigt wie üblich am 6. Mai, das Waldfest am 14. Juli auf der Schultheißenwiese sfatt, die uns die Oberför- sterei Chausseehaus für diesen Zweck überlassen hatfte, wofür Herrn Forstmeister Glas- macher der besondere Dank der Schule ausgesprochen sei. Bereits am frühen Morgen war die„Arbeitskolonne“ unter Führung des Studienassessors Dr. Kalischek, dem das Gelingen des Festes ganz besonders zu danken ist, mit einem hochbeladenen Lastaufo hinausgefahren. Das Lastauto hatte uns die Firma O. Winkler Wiesbaden-Biebrich in dank- enswerter Weise kostenlos zur Verfügung gestellt. An dem Festnahm diesmal eine große Zahl der Eltern feil. Auf der Festwiese, miften im kühlen Walde und mit nassauischen Fah- nen und Wimpeln geschmiickt, herrschte bald reges Leben. Sehr qut gefielen die Freiübun- gen, mit denen das Waldfest eröffnet wurde. Dann veranstalfeten die Oberklassen ein Preisschießen, die Mittelklassen Ringwerfen und die Unterklassen Wurfkegeln, während der Musikverein wie eine echte Dorfkapelle wacker drauf losspielfe. Große Anzieh- ungskraft bei Alf und jung übte auch eine Angelbude aus. Anschließend fanden Theater- aufführungen statt, in denen die Klassen um die Siegespalme striften, jede in ihrer Arf eine originelle Leistung. Besonders hervorgehoben sei das Pickelheringsspiel„Herr


