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tungsfehler mit 4% und die Beeinträchtigung der Sehschärfe mit 33% bemerkenswert. Der Allgemein- und Gesundheitszustand der Schule hat sich gegen das Vorjahr weiterhin gebessert. Die schulärztliche Beaufsichtigung fand teils durch die Untersuchung der einzelnen Klas- sen, teils durch die wöchentliche Sprechstunde des Arztes in der Schule statt. Besondere Mabßnahmen wegen ansteckender Erkrankungen waren nicht nötig. Besondere Aufmerksamkeit verdient der hohe Prozentsatz der Kurzsichtigen.
Das Schulgeld.
beträgt für einheimische Schüler 200 M. für auswärtige 250 M.
Etwa ein drittel sämtlicher Schüler hatten infolge ihrer Bedürftigkeit und Würdig- keit Schulgeldnachlaß. Außerdem stiftete ein Herr des Lehrkörpers 120 Mark für einen würdigen Schüler als Schulgeldbeihilfe.
Aus der Hilfsbücherei der Anstalt, die im Berichtsjahr bedeutend erweitert wurde, bekam eine große Zahl bedürftiger Schüler leihweise Lehrbücher und Lehrmittel.
Berufsberatung.
Zur Berufsberatung der Reifeschüler über die Berufsverhältnisse wurden die Abi- turienten mit den auf die Berufsberatung bezüglichen Erlassen und Verfügungen der Behörden sowie auf die einschlägigen Mitteilungen der Fachverbände bekannt gemacht. Ausserdem wurden die Primaner mit Schriften der Studenten-Selbsthilfe und des Hochschulführers versorgt. Auf die zum Teil guten Aussichten im zahnärztlichen Beruf und auf die Neu- gestaltung des Studiengangs der Volkschullehrer, sowie auf die zum 10. Mai neuzugründende pädagogische Akademie zu Frankfurt am Main wurden die Schüler hingewiesen. Eindring- lichst wurden die Schüler vor dem Studium der Chemie, der Medizin, der Philologie und des Bankfachs gewarnt. Die zum Schluss des Schuljahres zur Entlassung gekommenen Schüler, die das Zeugnis der mittleren Reife erhielten, wurden auf die Einrichtungen und Vermittlungen von Stellen beim städtischen Berufsamt in Wiesbaden hingewiesen-
WV. Der Elternbeirat und seine Betätigung.
Im Berichtsjahr hielt der Elternbeirat 7 Sitzungen ab, zu denen die Mitglieder des Lehrkörpers geladen wurden und an denen sie sich mit regem Interesse beteiligten. In diesen Sitzungen wurden u. a. behandelt die Elternbeiratswahlen, Schulgelderhöhung und Schulgeldermäßigung, Unfallversicherung der Schüler, Fahrschüler, Gefahren des über- mäßigen Sports, Tanzstunde, Schulfeiern, Sonder- und Jahresarbeiten, Klassen-, Eltern- und allgemeine Elternabende, Reichselternbund, Beitritt zur Reichsarbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte, Tagung der Elternbeiräte in Kassel und die Frankfurter Tagung der Re- formanstalten und Oberrealschulen. An dieser Tagang nahmen vom Elternbeirat der Vor- sitzende, Herr Abels, und Frau Müsebeck teil. Außer den Sitzungen wurden 2 Eltern- abende abgehalten, die sich mit den Vorbereitungen der Elternbeiratswahl beschäftigten,
Im Berichtsjahr starb der Fabrikant Ernst Dyckerhoff, der längere Zeit als Vorsitzender des Elternbeirats tätig war, und dem die Schule zu großem Dank verpflichtet ist. Oberstudiendirektor Dr. Weimer legte im Auftrage der Schule einen Kranz an seinem Grabe nieder.
Neben den allgemeinen Elternabenden wurden recht häufig für die Eltern aller Schulklassen Klassenelternabende abgehalten, die sich eines guten Besuches von seiten der Eltern und der Lehrer erfreuten und die stets das lebhafteste Interesse der Eltern fanden. Es hat sich gezeigt, daß die Klassenelterabende neben der Sprechstunde am besten geeignet sind, die ersprießlichen Beziehungen zwischen Schule und Elternhaus zu entwickeln.


