Schiilerselbstverwalfung.
Die Schülerselbstverwaltung sieht in der Mitarbeit der Schüler bei Fragen der Zucht und Ordnung und in den Wecken und Stärken des eigenen Pflichtbewußtseins und Verantwortungsgefühls ihre vornehmste Aufgabe. In diesem Sinne suchten der Schülerausschuß, sowie die kleine und große Schulgemeinde, die von Studienassessor Dr. Kalischek beraten und von Oberprimaner Stadler geleitet wurden, in einer kameradschaft- lichen Gemeinschaftsarbeit ihre Daseinsberechtigung nachzuweisen. Die einzelnen Fragen, wie z. B. die der Rechte und Pflichten der Unter-, Mittel- und Oberklassen zu einander, der Pausenaufsicht, des Präfäktenwesens, der Schülervereinigungen und Schulveranstaltungen linsbesondere des Waldfestes] waren zunächst Gegenstand einer Beratung im Schüleraus- schuß und kamen dann, soweit es notwendig war, vor die kleine, bzw. große Schulge- meinde. Auch mancher für den Schüler unangenehme Vorfall konnte durch den Schüler- ausschuß und den Berater erledigt werden-
Schülervereine.
Der Musikverein übte unter Aufsicht von Studienrat Fritsche außerhalb des Unterrichts leichte Kammermusik in Klavierduo und Triobesetzung, sowie als Streichkörper von 8 bis 10 Geigen und Cello mit Klavierbegleitung. Er wurde zum Begleiten von Lie- dern und zur Mitwirkung an Schulfeiern herangezogen.
An den wöchentlichen Uebungen des Turnvereins nahmen im Durchschnitt 35 Schüler aus den Klassen V bis Iteil, die nach ihrer Leistungsfähigkeit in Riegen eingeteilt waren. Die Zahl der Mitglieder betrug 54. Neben den Geräteübungen wurden Spiele im Freien und leichtathletische Ubungen veranstaltet. Bei Gelegenheit eines Winterfestes des „Vereins der Freunde der Riehlschule“ erntete der Turnverein durch Vorführung wohlge- lungener UÜbungen an Querpferd, Barren und Hochreck den verdienten Beifall der Gäste. Die Leitung des Turnvereins hatte Primaner Büsgen unter der Oberaufsicht des Studienrats Sauer.
Die Zahl der Mitglieder unserer Schulgruppe des Vereins für das Deutsehtum im Auslande ist im Laufe des Berichtsjahres auf etwa 200 gestiegen. Anläßlich der Werbewoche des Vereins hielt Studienassessor Dr. Bell aus Kassel am 19. März 1927 einen Vor-
trag über das Deutschtum im Auslande, der sichtlich einen tiefen Eindruck auf alle Schüler
machte. Die im Anschluß daran veranstaltete Sammlung bei Freunden und Bekannten ergab den Betrag von rund 553 M., die dem Verein zufloß. Leiter der Schulgruppe ist Studienrat Dr. Raudnitzky; außerdem gehört Studienrat Thurmann seit nunmehr 26 Jahren dem Vorstand der Ortsgruppe des Vereins an.
Die monatlichen Wandertage wurden entsprechend dem Ministerialerlaß eingehalten. Dank den Bemühungen des vaterländischen Frauenvereins konnten in den Sommerferien 14 Schüler aus den Klassen V bis OIII im Ferienheim Niedernhausen und 1 Schüler aus der VI in Bad Kreuznach zur Kräftigung der Gesundheit untergebracht werden. In den Osterferien 1926 unternahmen 6 Schüler der UII und OII unter Führung des Studienrats Schönewolf einen Radausflug nach Heidelberg(Besichtigung des Schlosses) und zurück über Mannheim, Worms(Dom, Lutherdenkmal).
Gesundheifszustand und schulärzfliche Beaufsichfigung der Schüler im Schuljahre 1926/27.
Der Gesundheitszustand der Schüler der Riehlschule war im Schuljahr 1926/27 nach dem schulärztlichen Untersuchungsurteil folgender:- Nach dem Gesamtbefund gut 172[60%], mittel 111[40%], schlecht 3. Im besonderen sind Blutarmut mit 6%, die Erkrankungen der Herz-, Lungen- und Bauchorgane mit 4%, Rumpfskelett- und Hal-


