Oie Gestaltung des künstlerischen undtechnischen Unterrichtes.
Musikunterricht.
Der Musikunterricht der Anstalt wurde von Ostern 1926 an nach den Forderungen der ministeriellen Richtlinien von 1925 um- gestaltet. An Unterrichtsstunden wurden in VI zwei, Va und b zusammen drei Stunden, in IV, UIII, O III, U II, O II, I je eine Stunde wöchentlich erteilt. Der Un- terricht erfolgte also mit Ausnahme der VI und V durchweg in kombinierten Klassen. Für den Lehrstoff wurde ein von der An- stalt eingereichter und vom Prov. Sch. K. genehmigter vorläufiger Lehrplan zugrunde gelegt. Für alle Klassen mußten die Ele- mente der Noten-, Takt- und Harmonielehre neu erarbeitet werden. Dem von den Richt- linien nach wie vor geforderten 4 stimmigen gemischten Chor standen leider nur noch zwei Wochenstunden zur Verfügung, in denen nach Männer- und Knabenstimmen getrennt geübt wurde. Die Zusammennah- me konnte nur gelegentlich in der Stunde der Oberklassen erfolgen. Es wurden Volks- und Kunstlieder, sowie Lieder mit Instru- mentalbegleitung eingeübt.
Zeichnen. a) Freies Zeichnen.
VI. und V. Freies Gestalten von Ein- drücken und Erlebnissen aus der Umge- bung und der Gedankenwelt der Schüler durch Zeichnen, Malen, Ausschneiden, Kle- ben usw. Der Meusch und das Tier, auch als Einzeldarstellung. Einfache Natur- und Gegenstandsformen flächiger Art aus der Vorstellung. Blockschrift.
IV. Weiterführung des freien Vor- stellungszeichnens. Stärkeres Hinleiten zur Beobachtung von Natur- und Kunstformen. Anleitung zum gefühlsmäßigen Erfassen der Wirkung von Linienführung, Farben- arten und Raumverteilung. Antiqua.
U. III. Einführung in das bewußte räumliche Sehen. Räumliches Darstellen nach dem Gegenstand und aus dem Ge- dächtnis. Licht und Schatten. Freies Gestalten von Erlebnissen aus dem erwei- terten Gesichtskreis des Schülers. Antiqua und Kursiv.
O. III. und U. II. Fortsetzung der per- spektivischen Uebungen an einfachen Ge- räten des Zeichensaales, Innenräumen und Gebäuden. Malen nach Natur- und Kunst- formen, Raumteilen usw. Gotik, Fraktur.
O. II. bis O. I. Freies Gestalten und Lösen von selbstgewählten Bildaufgaben. Erweitertes Naturstudium. Kunstschrift auch nach eigener Umgestaltung, mit be- sonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung als Flächenschmuck. Dekorative Arbeiten für bestimmte Zwecke.(YVeranstaltungen der Schule)
b) Gebundenes Zeichnen.
U. III. bis U. II. Uebungen im frei- händigen Skizzieren nach den Grundsätzen der technischen Zeichnung.(Technische und architektonische Gegenstände aus dem Gesichtskreis der Schüler.) Projektivisches Darstellen von einfachen Geräten, Werkzeug, Apparaten und Bauteilen.
O. II. bis O. I. Steigerung der Auf- gaben im projektivischen Darstellen bis zur Wiedergabe ganzer Bauwerke. An- wendung der malerischen Perspektive und Schattenkonstruktion.
Turnen und Spielen.
Auch in diesem Jahre herrschte an unserer Aunstalt ein reger turnerischer und sportlicher Geist. In 8 Abteilungen zu je 4 Wochenstunden wurden die Leibes- übungen betrieben. An den Spielnach- mittagen wurde mit besonderem Eifer das Schlagballspiel gepflegt, während in den übrigen Stunden das Geräteturnen im Vordergrund stand. In den volkstümlichen Uebungen erzielten besonders die Schüler der Oberklassen anerkennenswerte Lei- stungen, so erwarb der Primaner H. E. Dietz als erster Schüler der Anstalt das Reichs- jugendabzeichen.
Am 17. Juni nahm die Schlagball- mannschaft der Riehlschule an den auf dem Dyckerhoffplatz zu Biebrich stattfindenden Schlagballbannerwettkämpfen teil, unterlag


