— 11—
F. Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts.
1. Zeichenunterricht.
Unterstufe(VI, V, IV): Bildhaftes Gestalten durch Zeichnen, Malen und Buntpapierschneide-, reiß- und klebearbeiten aus der Phantasie und dem Ge- dächtnis. Einfache Reihenornamente durch Kar- toffelstempeldruck. Schwarzweiße und farbige Flächenteilungen. Ubungen in einfacher, dekora- tiver Schrift. Gegenüberstellung von Kinderkunst und Erwachsenenkunst.
Mittelstufe(UIII, OIII, UID): Einführung in das bewußte und räumliche Sehen(Perspektive), Be- obachtungen von Licht und Schatten. Wiedergabe mit Bleistift, Kohle, PFarbe und Feder im Umriß, in Tonwerten und schwarzweißen Flächen. Aus- schneiden in Papier und Linoleum. Schablonen- druck. Linoldruck. Farbige Flächenteilungen nach freier Erfindung.
Oberstufe(OII, UI, OD: Erweitertes Naturstudium und freies Gestalten von selbstgewählten Aufgaben. Kunstbetontes Darstellen von Natur- und Werk- formen. Radierungen auf Zink- und Preßspan- platten. Kunstbetrachtung in enger Verbindung mit den zeichnerischen Aufgaben.
Das Linearzeichnen im Rahmen des Freihand- zeichenunterrichts fand statt vom 12. November bis 16. Februar.
UIII: Maßstabzeichnen. OIII und UII:
OII: Durchdringungen, Maschinenteile, Schatten- konstruktionen.
Projektionen.
UI: Konstruktionen von geraden Ansichten in ma- lerischer Perspektive mit Hilfe des Bildrandes ohne Grund- und Aufriß.
OI: Konstruktionen von schrägen Ansichten in ma- lerischer Perspektive. Ständige Ausstellung von Schülerzeichnungen im Zeichensaal und im Treppenhaus.
2. Kunstgeschichte(vgl. S. 16).
OII: Die ägyptische Plastik des alten Reichs. Die griechische Plastik der archaischen Zeit. Die Skulp- turen des Tempels von Aegina und des Parthe- non. Myron und Polyklet. Skopas und Praxiteles. Die griechische Vasenmalerei des 7. und 6. Jahr- hunderts an ausgewählten Beispielen.
UIl und OI: Der Ursprung der italienischen Re- naissance. Die italienische Plastik und Malerei vom 13. bis zum 16. Jahrhundert, insbesondere die Pisanos, Ghiberti, Donatello, L. della Robbia,
J. della Quercia, Verrochio und Michelangelo.— Malerei: Cimabue und Giotto; Masaccio und Fra Angelico; Boticelli und Mantegna. Leonardo da Vinci, Michelangelo(Sixtinische Kapelle), Raffael.
3. Musikunterricht(Gesang).
VI: V Heinrichs und Pfusch„Frisch gesungen!“ Ein- V, und zweistimmige Lieder. Aus der Elemen- d tarmusiklehre: Notenkenntnis im G-Schlüssel.
Bildungsprinzip der Dur- und Molltonleiter.
UIII und OIII: Elementartheoretische Grundlagen: Dur- und NMolltonleitern. Instrumentenkunde (Demonstrationen entsprechender Schallplatten). Vorführung und Besprechung symphonischer
Werke.
OII bis OI: Dasselbe, Uberblick über das gesamte Gebiet der Musikgeschichte. Analyse von Lied-, Sonaten- und Rondosätzen.
Instrumentalstunde(Studienrat P. Tiedemann): Gespielt wurden Triosonaten von Pugnani. Stamitz, eine Suite von 4 Geigen von Gabrielli und Be- arbeitungen für Streichinstrumente mit Klavier.
Chor(Studienrat P. Tiede mann): Der Chor trug durch seine Darbietungen wesentlich zur Gestal- tung zahlreicher Schulfeiern bei. Zusammen mit dem Orchester veranstaltete er am 14. Dezember im Kasino einen Vortragsabend. Zur Aufführung gelangte die Weihnachtskantate von Vincenz Lü- beck. Der übrige Teil des Abends war dem An- denken Schuberts gewidmet:
Vorspruch von Fräulein Lotte Tiedemann, ge- sprochen von W. Liese, UI;
1. Chöre: a) Heilig. b) Wohin sollich mich wenden?
2. Impromptus op. 142, 2 und 4 für Klavier (W. Tscherwonenkis, OD.
3. Chöre: a) Des Tages Weihe, mit Klavier und Geige(K. Weismandel, UII b). b) Die Forelle. c) Ständchen.
4. Tanzsuite für Schülerorchester, bearbeitet von P. Tiedemann.
5. 2-Stimmige Lieder mit Klavier(W. Höfer, O). a) Litaney. b) Frühlingsglaube. c) Heidenröslein.
Die zahlreich erschienenen Eltern, Schüler und
Freunde der Schule ehrten die an dieser wohl-
gelungenen Veranstaltung Mitwirkenden durch
herzlichen Beifall.
4. Turnen, Spiel und Sport.
Im Schuljahr 1928/29 wurde der Turnunter- richt in 15 Abteilungen erteilt. Es unterrichteten:


