Jahrgang 
1928
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F. Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts.

1. Leichenunterricht. Unterstufe(VI, V, IV): Bildhaftes Gestalten durch

Zeichnen, Malen und Buntpapierschneide-, reiß- und klebearbeiten aus der Phantasie und dem Gedächtnis. Einfache Reihenornamente durch Kartoffelstempeldruck. Schwarzweiße und far- bige Flächenteilungen. Übungen in einfacher, dekorativer Schrift. Gegenüberstellung von Kinderkunst und Erwachsenenkmunst.

Mittelstufe(U III, O III, UIl): Einführung in das bewußte und räumliche Sehen(Perspektive), Beobachtungen von Licht und Schatten. Wie- dergabe mit Bleistift, Kohle, Farbe und Feder im Umriß, in Tonwerten und schwarzweißen Flächen. Ausschneiden in Papier und Lino- leum. Schablonendruck. Linoldruck, Farbige Flächeneinteilungen nach freier Erfindung. Weckung des Gefühls für das Wesen einfacher Verzierungen.

Oberstufe(OII, UI, Ol): Erweitertes Naturstudium und freies Gestalten von selbstgewählten Auf- gaben. Kunstbetontes Darstellen von Natur und Werkformen. Da auf dieser Stufe die eigene Kritik der Schüler als Hemmung auftritt, be- vorzugen sie das Darstellen nach der Anschau- ung. Künstlerische Reproduktionsverfahren. Kunstbetrachtung in enger Verbindung mit den zeichnerischen Aufgaben.

Das Linearzeichnen im Rahmen des Frei- handzeichenunterrichts fand statt vom 14. No- vember bis 18. Februar.

UIII: Maßstabzeichnen.

O IIl und UII: Projektionen.

O II: Durchdringungen und Maschinenteile.

UI: Konstruktionen von geraden Ansichten in malerischer Perspektive mit Hilfe des Bild- randes ohne Grund- und Aufriß.

OI: Konstruktionen von schrägen Ansichten in malerischer Perspektive.

Ständige Ausstellung von Schülerzeichnungen im Zeichensaal und im Treppenbaus.

Freiwilliger Besuch der Kunstausstellungen im Neuen Museum aufßerhalb der Schulzeit unter Führung des Zeichenlehres.

2. Kunstgeschichte(O II bis OI, vgl. S. 16).

Die Kunst Albrecht Dürers und Matthias Grünewalds, Altdorfers und Hans Baldung Griens, Burkmairs, Holbeins des Alteren und des Jüngeren, Martin Schaffners and Lukas Cranachs. Die Pla- stik Tilmann Riemenschneiders. Die Anfänge der italienischen Renaissance., Die Baukunst Fried- richs II. Franz von Assisi und Giotto. Niccolo

und Giovanni Pisano. Maitani und Andrea Pisano. Masaccio und Fra Angelico. Ghiberti und Brunel-

leschi. Jacopo della Quercia und Donatello. 3. Musikunterricht(Gesang). VI: Heinrichs und PfuschFrisch gesungen. V. Ein- und zweistimmige Lieder. Gehör- . übungen. Musikdiktat. Das Wichtigste IV: aus der Elementarmusiklehre.

UIII: Ein- und mehrstimmige Volks- und Kunst- lieder. Elementarmusiklehre, Instrumentenlehre.

O IOI: Singen und Besprechen von Volks- liedern. Kanon. Ausgewählte Kapitel aus der Musikgeschichte(Bach, Händel, Gluck). Kleine

Instrumentalformen,

Instrumentalstunde: Orchestertrio. Bearbei- tungen für Streichorchester(Geigen u. Bratschen).

Chor(Leiter P. Tiedemann)]: Der Schülerchor trat bei den Schulfeiern hervor und beteiligte sich an einer Aufführung von Bach-Kantaten in der Marktkirche. Am 1. März fand ein Vor- tragsabend im Kasino statt, an dem auch das Orchester mitwirkte. Zur Aufführung gelangten u. a. Gluck: Ballett-Suite und Chöre aus der OperAlkestis, mit verbindender Dichtung von Lotte Tiedemann, Tänze von Rosenmüller, Chöre von Mendelssohn und Brahms. Die Darbietungen wurden von den überaus zahlreich erschienenen Eltern der Schüler, von Freunden und Schülern der Anstalt sehr bei- fällig aufgenommen.

4. Turnen, Spiel und Sport. Im Schuljahr 1927/28 bestanden 14 Turn-

abteilungen. Es unterrichteten: Abt. 1(OI u. UI) Dr. Raßbach 2 Klassen 2(OII) Dr. Wagner 1 Klasse

3(UIIa) Kaiser 1,

4(UIIb), 6(O III b), 9(IV a) Tr..

12(V b), 13(VI a) Hil 5 Klassen 5(O III a) Dr. Römer 1 Klasse 7(UIIl a) Dr. Schmidtborn 1

8(UIII b) Weishaupt 1

10(IV b), 11(V a) Henning 2 Klassen 14(VI b) Heller 1 Klasse

Die Turnübungen fanden im Freien oder in der geräumigen und luftigen Turohalle statt. Es wurden volkstümliche Übungen, Lauf, Sprung und leichtathletische Ubungen gepflegt, auch wurde an den im Freien aufgestellten Geräten geturnt. Frei-, Ordnungsübungen und Dauerlauf fanden in allen Turnstunden die gebührende Beachtung. Im Winter und bei schlechtem Wetter wurde