Jahrgang 
1926
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Auch im Berichtsjahre wurde einer größeren Zahl schwächlicher Kinder(vom 28. Speisunfen. April bis zu den Pfiagstferien 41 Schülern, vom 19. Oktober bis zu den Osterferien 60 Schülern) aus städtischen Mitteln ein warmes Frühstück(Kakao mit Brötchen) verabreicht. Die Schüler waren vom Schularzt Dr. Bickel ausgewählt.

Der Gesundheitszustand der Kinder war im allgemeinen gut. Im feuchten Winter- Gezundheite- halbjahr zeigten sich in einigen Klassen mehrere Fälle von Erkältung, die aber sämtlich rustand. leichter Art waren, sodaß die betreffenden Schüler nach kurzer Zeit dem Unterricht wieder beiwohnen konnten,

Die ärztliche Beaufsichtigung der Schüler ist dem Schularzt Dr. Bickel anver- Schulärzt- traut. Sämtliche Schüler der Austalt wurden im Laufe des Jahres auf ihren Gesundheits- hehe De-uf zustand untersucht. Der Uatersuchungsbefund wurde auf sog. Gesundheitsbogen vermerkt. dunf. Der Befund war durchaus zufriedenstellend.

Das jährliche Schulgeld betrug für einheimische Schüler 150 M., für auswärtige Schulseld. Schüler wurde ein Aufschlag von 25% erhoben. Für das 2. eine höhere Schule(ein- schließlich Hochschule) besuchende Kind tritt eine gesetzliche Ermäßigung des Schulgeldes um 25%, für das 3. eine Ermäßigung um 50% ein. Das 4. und weitere Kinder sind frei. Im Berichtsjahre wurde 85 bedürftigen und würdigen Schülern auf Antrag das Schulgeld ganz oder teilweise erlassen. Der erlassene Betrag belief sich auf 10% des gesamten Schulgeldes.

Die Hilfsbücherei der Anstalt wurde von den Schülern viel benutzt. Infolge der Hiilfa- durch die Schulreform bedingten Einführung neuer Lehrbücher muß leider ein großer Teil bäücherei- der vorhandenen Bücher ausgeschieden werden. Die so entstandenen Lücken können nur allmählich ausgefüllt werden, da die im verflossenen Schuljahre zur Verfügung gestellten Mittel nur 25% der Summe des Vorjahres betrugen und hauptsächlich dazu verwandt wurden, um für ganze Klassen deutschkundliche und literarische Werke anzuschaffen.

In den Monaten November, Dezember und Januar ließ das städische Arbeitsamt durch Berufs- Vertreter der verschiedenen Berufe Vorträge halten, die der Berufsberatung dienten. Die beratune- Vorträge, auf die Eltern und Schüler durch Voranzeige rechtzeitig aufmerksam gemacht wurden, waren meist gut besucht. Die Merkblätter, die von einzelnen Berufsorganisationen (Verband der Zahnärzte, der Bankbeamten u. a.) zur Berufsberatung der Schule zugingen, wurden jedesmal den Schülern der oberen Klassen bekannt gegeben. Als zweckmäſßig hat sich die gelegentliche Beratung der Schüler durch die Klassenlehrer erwiesen. Die Samm- lung und Verwaltung der Berufsliteratur hat Studienrat Harsy übernommen.

IV./ Der Elternbeirat, Elternversammlungen, Geldspenden.

Vorsitzender des Elternbeirats ist Studienrat Dr. Wagner. Zwei Versammlungen fanden statt, deren Verlauf bewies, daß die Vertreter der Elternschaft der Arbeit der Schule ein erfreuliches Verständnis entgegenbringen und sie nach Kräften zu fördern suchen.

Eine von den Eltern der Schüler(innen) sämtlicher höheren Schulen Wiesbadens besuchte Versammlung, in der Pfarrer Hoppe, Leiter der Zentralstelle für sexuellen Jugend- schutz, über die Aufklärung der Jugend in sexuellen Fragen sprach, hinterließ bei der Elternschaft einen tiefen Eindruck. Im übrigen fanden Elternversammlungen nicht statt.

Die ungünstige Wirtschaftslage hat zur Folge, daß die Anustalt nicht in dem Maße wie in den Vorjahren mit Spenden bedacht wird. Um so erfreulicher ist es, daß der Vater eines früheren Schülers zum Zeichen seines Dankes für die an dem Sohne geleistete Arbeit bis auf weiteres der Schule alljährlich 200 M. zur Verfüguag stellt, der zur An- schaffung wertvoller Bücher für besonders würdige Schüler verwandt werden soll.