Jahrgang 
1915
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Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war im allgemeinen gut. Auf kurze Zeit waren durch Krankheit an der Ausübung des Berufs verhindert die Herren Professoren Dr. Roßmann, Pagenstecher und Dr. Schafstaedt. Zu militärischen Übungen waren einberufen die Herren Oberlehrer Dr. Szymanski, Oberlehrer Dr. Raßbach während der beiden ersten Schulwochen und Herr Oberlehrer Kaiser vom 20. Juni bis 1. August. Im Dezember und Januar waren eine große Anzahl Schüler der untersten Vorschulklasse durch katarrhalische Erkrankungen am Schulbesuch verhindert.

Leider hat die Anstalt den Tod mehrerer wackerer Schüler zu beklagen. Am 1. Mai starb Franz Kleinz(V 1 b), am 5. Juli Edmund Braun(U IIa), am 18. November Heinrich Hammelmann(V 1a). Ferner sind Oskar Massing(OIIIb) und Alfred Halaß(IVa) kurz nach ihrem Austritt aus der Schule ihren Leiden erlegen. Lehrer und Mitschüler gaben den früh Entschlafenen das letzte Geleit.

Die Reifeprüfung fand am 10. März unter dem Vorsitz des stellvertretenden Direktors statt. Den drei Oberprimanern wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.

In die ebenfalls unter dem Vorsitz des stellvertretenden Direktors abgehaltene Schluß- prüfung der UII der Realschule traten 20 Schüler ein.

Die auf den westlichen und östlichen Schlachtfeldern erfochtenen Siege unserer tapferen Heere gaben Veranlassung, am 28. August, 17. November, 18. Dezember und am 17. Februar den Unterricht ganz oder teilweise auszusetzen.

Schwer und nachhaltig haben die Kriegsereignisse in das innere Leben unserer Schule eingegriffen. Nicht nur entbehrt sie seit acht Monaten des Leiters, auch ein gutes Drittel besonders tüchtiger Lehrkräfte sind ihr entzogen worden. Noch stehen wir mitten im gewaltigen Ringen um unsere nationale Selbständigkeit und unsere Welt- stellung, und große Opfer werden noch nötig sein, um unseren endgültigen Sieg zu er- ringen. Hoffen wir, daß der Zeitpunkt nicht mehr fern ist, wo wir nach den gewaltigen Kriegstaten wieder volles Interesse und freudige Arbeitskraft für die Werke des Friedens gewinnen. Mögen dann die Kraft und die Gesinnung, die unser Volk so hervorragend im Kriege bekundet hat, auch über ihn hinaus fortwirken und uns einer glücklichen Zukunft entgegen führen!

Bücherei.

(Verwalter: Professor Dr. Schafstaedt.) 1. Die Zahl der Werke stieg in der Hauptbücherei von 2951 auf 3013, in der Schülerbücherei von 1897 auf 2007. 2. Geschenkt wurden:

Vom Unterrichtsministerium: Maxim-Böttcher, Vaterland(Schauspiel); Zusammenstellung der wichtigeren Bestimmungen über die Jugendpflege; das Jahrbuch für Volks- und Jugend- spiele 1914; W. v. Bremen: Düppel und Alsen;

vom Magistrat der Stadt Wiesbaden: 9 von der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung heraus- gegebene Bünde;

von mehreren Verlagsbuchhandlungen eine Reihe von Schulbüchern;

von Herrn Direktor Walther: Kunze-Kalender 1913 und 3 Bücher für die Schülerbücherei;

von Herrn Prof. Dr. Kadesch sein neues Buch: 400 physikalische Aufgaben für die Oberstufe, M. Rose, Einleitung in die Funktionentheorie und Ambr. Sturm, Geschichte der Mathematik;

von H. Grothus(O III b): Otto Krieger, Wie ernäührt sich die Pflanze?

von E. Strecker(O I): eine größere Anzahl von Schulbüchern für die Unterstützungsbücherei, aus der wie in früheren Jahren Bücher an bpedürftige und würdige Schüler gegeben wurden.