Jahrgang 
1885
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höchstens 45 Minuten zu betragen habe; ferner zur Vermeidung jeglicher UÜberbürdung der Schüler mit häuslichen Arbeiten für die einzelnen Klassen ein Maximum festgesetzt wird, welches die auf die häuslichen Arbeiten seitens eines mittelmässig begabten Schülers zu verwendende Zeit nicht überschreiten dürfe.

9. Circularverfügung des Herrn Unterrichtsministers vom 7. Jan. 1885 (U. II 2941), worin Vorschriften gegeben werden über Inhalt und Anordnung der in den jähr- lichen Anstaltsprogrammen zu veröffentlichenden Schulnachrichten.

10. Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 14. Februar 1885(S. 609), worin die täglichen Erholungspausen zwischen den Lehrstunden in der Weise festgesetzt werden, dals dieselben im ganzen 45 Minuten betragen und es den Leitern der Anstalten überlassen bleibt, von drei ihnen vorgelegten Ordnungen eine auszuwählen.

III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr nahm am 21. April 1884 mit der Prüfung der neu aufzunehmenden Schüler seinen Anfang; der Unterricht begann Tags darauf.

Das Kuratorium der Anstalt bestand aus denselben Mitgliedern wie bisher; nur wurde an Stelle des am 25. Juni 1884 verstorbenen Bergrats Giebeler der Direktor des städtischen Gas- und Wasserwerks Herr Winter von dem Gemeinderat gewählt und dessen Wahl von dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium bestätigt.

In dem Lehrerkollegium fanden mehrfache Veränderungeu statt. Zunächst wurden im Zu- sammenhang mit der Erweiterung der Anstalt zu einer Oberrealschule die seitherigen ordentlichen Lehrer Wallenfels und Güth zu etatsmäſsigen Oberlehrern befördert, und zwar durch Ministe- rialerlaſs vom 10. Juli 1884, bezw. 6. Jan. 1885. Mit Beginn des Wintersemesters traten die Herren Dr. Klein¹) und Dr. Wickelꝰ) mit definitiver Anstellung in das Lehrerkollegium ein, ersterer als ordentlicher Lehrer, letzterer als wissenschaftlicher Hilfslehrer, in welcher Stellung

¹) Otto Klein wurde geboren am 11. December 1857 zu Katzenelnbogen. Er besuchte von Ostern 1873 bis dahin 1878 das Real-Gymnasium zu Wiesbaden und studierte sodann in Stralsburg und Marburg neuere Sprachen, Deutsch und Geschichte. Im August 1881 erhielt er von der philosophischen Fakultät zu Marburg auf Grund einer Abhandlung:Die Dichtungen des Mönchs von Montaudon die Doktorwürde, und im Februar 1883 bestand er an derselben Universität die Prüfung pro fac. doc. Zu Ostern 1883 dem Gymnasium zu Weilburg behufs Ableistung seines Probejahres überwiesen, wurde er bereits im Mai desselben Jahres mit der Versehung einer Lehrerstelle an der Realschule zu Bockenheim beauftragt. Von da wurde er am 1. Oktober 1884 als ordentlicher Lehrer an die Oberrealschule zu Wiesbaden berufen. Gedruckt erschien von ihm:Die Dichtungen des Mönchs von Montaudon in Stengels Ausgaben und Abhandlungen aus dem Gebiet der roman. Philologie. Bd. VII. Mar- burg 1885. Elwert.

²) Eduard Wickel wurde geboren am 14. Juni 1859 zu Wiesbaden. Er besuchte das Real-Gymnasium daselbst und studierte sodann in Stralsburg und Göttingen Naturwissenschaften, Mathematik und Geographie. Nachdem er vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Göttingen das examen pro fac. doc. bestanden, wurde er Ostern 1883 zur Ableistung seines Probejahres der Oberrealschule zu Wiesbaden überwiesen, an welcher Anstalt er sodann anfangs provisorisch und vom 1. Oktober 1884 an definitiv als wissenschaftlicher Hilfslehrer angestellt wurde. Im December 1883 wurde er von der philosophischen Fakultät zu Göttingen auf Grund einer Abhandlung:Krystallographische Untersuchung einiger organischer Substanzen zum Doktor promoviert.