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II. Aus den Verfügungen der Behörde.
Berlin, 4. April 1908. Genehmigung der Einführung des wahlfreien Lateinunterrichts in den Oberklassen.
Berlin, 13. Juli. Befreiung vom Purnunterricht darf nur dann gewährt werden, wenn wirkliche Leiden nachgewiesen sind, bei denen eine Verschlimmerung durch das Turnen zu befürchten ist. Weiter Schulweg, Bleichsucht, Muskelschwäche, Rachenkatarrh u. a. können nicht als ausreichende Gründe für die Befreiung erachtet werden.
Cassel, 20. August. Kaplan Dr. Hüfner wird mit der Erteilung des katholischen Religionsunterrichts beauftragt.
Berlin, 5. Oktober. Beurlaubung des Oberlehrers Abt für das Winterhalbjahr zu einer Studienreise nach den Mittelmeerländern.
Cassel, 7. Oktober. UÜberweisung des Probekandidaten Dr. Richardt zur Vertretung des beurlaubten Oberlehrers Abt.
Cassel, Dezember und Januar. Die Berufung folgender Herren als Oberlehrer von Ostern 1900 ab wird bestätigt: Oberlehrer Dr. Meyer vom Realgymnasium in Duis-— burg-Ruhrort, Oberlehrer Mager von der Oberrealschule in Gummersbach, wissenschaft- licher Hilfslehrer Bleisch von der höheren Mädchenschule zu Wiesbaden.
Berlin, 24. Januar 1900. Anderungen in der Ordnung der Reifeprüfung. Die wichtigste ist die, daß die Beschränkung auf Hauptfächer bei dem Ausgleich einer nicht genügenden Leistung in einem Fach durch bessere Leistungen in einem anderen Fach weggefallen ist; künftighin hat vielmehr die Prüfungskommission darüber zu entscheiden, ob und in— wieweit etwa nicht genügende Leistungen in einem Lehrgegenstand durch die Leistungen des Schülers in einem anderen Lehrgegenstand als ausgeglichen zu erachten sind.
Cassel, 30. Januar. Die beantragte Verstärkung des deutschen Unterrichts wird genehmigt. Danach haben künftig die Klassen Sexta, Quinta und Untertertia je eine Stunde Deutsch in der Woche mehr und dafür eine Stunde Rechnen bzw. Mathematik weniger.
III. Chronik der Schule.
1. Zur Schulgeschichte.
Das neue Schuljahr begann Montag den 27. April mit der Prüfung der neu ange- meldeten Schüler und der Mitteilung des Stundenplans. Nachmittags fand unter der Mitwirkung des Gesangchors der Anustalt eine kleine Feier zur Aufnahme der 25 für die unterste Vorschulklasse angemeldeten Schüler statt, an der Lehrer und Schüler der Vor- schule sowie die Eltern der Schulneulinge teilnahmen. In einer Ansprache wies der Direktor auf die große Bedeutung dieses Tages für die Kleinen hin, der einen völligen Wechsel in ihrem Leben, den wichtigen Übergang vom Spiel zur Arbeit darstelle.
Am folgenden Tage begann der lehrplanmäßige Unterricht, eingeleitet durch eine kurze Feier in der Aula, bei der der Direktor die neuen Mitglieder des Lehrerkollegiums, die Oberlehrer Dr. Dörrie, Dr. Himpel, Dr. Hollack und Dr. Keller, herzlich willkommen hieß(s. S. 23).


