Jahrgang 
1930
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= 17

Insgesamt gehören von den ca. 200 Schülern der Anstalt 150 der Schulgruppe an, außerdem noch 25 Volksschüler aus Igstadt, die vom Obersekundaner Schneider gewonnen wurden.

Die aufgabenfreien Nachmittage

stehen im Dienste der körperlichen Ertüchtigung. Sie sind daher der Pflege des Turnspiels, der Wanderungen und des Sportes vorbehalten.

Die Turnspiele

wurden in vier Abteilungen gehalten. Der sehr oft beklagte Mangel an geeigneten Plätzen ist noch nicht behoben. Es ist aber zu hoffen, daß der Wegzug der Besatzung bessere Möglichkeiten schafft. Für die Pflege des Wintersports bot der milde Winter keine Gelegenheit. Bei den Reichsjugendwett- kämpfen wurden 37 Schüler Sieger. 3 Schüler erhielten die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten.

Die Schülerwanderungen

wurden regelmäßig durchgeführt. Am 17. September 1929 unternahm Herr Studienrat Zahn mit den Primanern eine Studienfahrt nach Mannheim und Heidelberg, über die ein Teilnehmer wie folgt berichtet:

Am 17. September morgens stiegen wir am Boseplatz in den Omnibus der Wiesbadener Verkehrsgesellschaft, der uns nach Mannheim bringen sollte. Wir waren einige dreißig Primaner, geführt von Herrn Studienrat Zahn und drei Herren des Lehrerkollegiums. Wir machten's uns im Omnibus bequem, soweit dies bei der herrschenden Enge möglich war und fort gings bei strahlendem Wetter in flotter Fahrt über Mainz-Kastel und Groß-Gerau nach Mannheim. Eine kleine Verzögerung erlitt die Fahrt, da wir einige Straßensperrungen auf ziemlich langwierigen Umleitungen überwinden mußten; aber wir ge- langten trotz⸗dem gegen 10 Uhr in Mannheim am Planetarium an. Hiier sollte uns der Leiter des Planetariums, Herr Dr. Peuerstein, einen erläuternden Vortrag zu der Vorführung des Projektionsapparates halten. Zunächst zeigte er uns einige Licht- bilder von Sternen und Planeten und begann dann die eigentliche Vorführung. Wie durch ein Wunder erschien plötzlich der heimatliche Sternhimmel auf die große Kuppel des Planetariums projiziert. Wir sahen die hauptsächlichsten Sternbilder, dann aber auch Sonne, Mond und Planeten und ihre täglichen und jährlichen Bewegungen sehr anschaulich dargestellt, und der be- gleitende Vortrag Herrn Dr. Feuersteins verschaffte uns einen umfassenden Einblick in die Grundlagen der Himmelskunde. Schließlich zeigte er uns noch den Sternhimmel, wie er einem Bewohner des Nordpols oder der Xquatorgegend erscheint, und anschließend einige Lichtbilder von den neuesten Marsaufnahmen. Nach diesem lehrreichen Vortrag machten wir noch eine kleine Rundfahrt durch die Stadt und fuhren dann nach Heidelberg. Hier nahmen wir unser Mittagsmahl in der Brauerei Ziegler und gingen, es war mittlerweile 1 Uhr geworden, aufs Schloß. Wir schlossen uns einer Führung an und bekamen so einen guten Oberblick über die einzelnen Teile der großartigen Schloßanlage. Auch das berühmte Heidelberger Faß wurde besichtigt, und wir mußten zu unserem größten Bedauern feststellen, daß es leer war. Dann gings über die Scheffelterasse, von wo wir eine Aussicht über Heidelberg hatten, nach der Molkenkur. Hier machten wir auf der schattigen Terasse Kaffee- pause und genossen den wundervollen Ausblick auf die Rheinebene. Nach einem kurzen Rundgange durch die Stadt mußten wir leider schon um 5 Uhr dem schönen Heidelberg den Rücken kehren. Wiederum stiegen wir in unseren Omnibus und nun gings in rascher Fahrt die Bergstraße entlang über Darmstadt, Groß-Gerau nach Wiesbaden, wo wir bei Einbruch der Dunkelheit ankamen. Viir trennten uns in dem Bewußtsein, einen schönen Tag verlebt zu haben, den wir in der Haupt- sache der vortrefflichen Führung von Herrn Studienrat Zahn zu verdanken hatten. Wolfgang Schütz, UI.

Das Schulgeld.

Das Schulgeld beträgt für Einheimische und Auswärtige 200 RM., das Eintrittsgeld 5 RM. Ausländer zahlen das Doppelte. Das Schulgeld ermäßigt sich für das zweite der eine höhere Schule (einschließlich Hochschule) besuchenden Kinder des gleichen Erziehungsberechtigten um 25% für das dritte um 50%. Das vierte und jedes weitere Kind ist schulgeldfrei.

Außerdem können in beschränkter Anzahl Freistellen an würdige und bedürſtige Schüler verliehen werden. Anträge auf Geschwister-Ermäßigung und Freistellen sind am Anfang des Schul- jahres an den Direktor einzureichen.

Ebenso kann auf Antrag der Eltern Lehrbücherfreiheit gewährt werden.

Berufsberatung.

Berater war Studienrat Dr. Steingräber. Den Schülerrn wurden wie bisher Mitteilungen über Berufsmöglichkeiten weitergegeben, ausgeschriebene Lehrstellen bekannt gemacht, Berufsliteratur zugänglich gemacht. Im übrigen wird unsern Schülern und ihren Eltern dringend empfohlen, die Berufsberatungsstelle des Städtischen Arbeitsamtes in Anspruch zu nehmen, die nunmehr ihre Tätig- keit auch auf die Schüler der höheren Lehranstalten ausgedehnt hat und bei ihrer genauen Kenntnis der jeweiligen Berufsaussichten sachkundigen Rat zu erteilen vermag.