Jahrgang 
1927
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U I: Im Sommer 11, im Winter 8 Teil- nehmer. Wie früher wurden Einzelübungen zur Ermittlung physikalischer Konstanten und zur Bestätigung, teils auch zur Auffindung physi- kalischer Gesetze angestellt und zwar aus den Gebieten Mechanik, Wärme und Optik, der Theo- dolit und der photographische Apparat wurden benutzt. Auf dem Schulgrundstück wurde eine Hochantenne angelegt. Von der Staatlichen Haupt- stelle für den naturwissenschaftlichen Unterricht wurden im Sommer Rohstoffe für den Bau von Gleitflugzeugmodellen übersandt; die Stoffe wurden an interessierte Schüler abgegeben und mit den hergestellten Modellen Versuche ausgeführt. Diese Versuche sollen im nächsten Sommer weiter aus- gebaut werden. Steingräber.

0 I: Chemie. 5 Teilnehmer. Untersuchung der wichtigsten physikalischen und chemischen Eigenschaften von Calcium, Barium, Strontium, Blei, Kupfer, Silber, Arsen, Antimon nebst natürlichen und künstlichen Verbindungen. Im Anschlufz hieran einige einfachste Analysen. Unter- suchung des Gesetzes der vielfachen Gewichts- verhältnisse an den Bleioxyden. Versuche über Bleigewinnung. Grundlagen der Photographie. Bestimmung des Kochsalzgehaltes eines Maggi- würfels durch Titrieren mit n-Silbernitratlösung. Dampfdichte des Alkohols nach V. Meyer. Gärungs- versuche. Bestimmung des Alkohol- und Extrakt- gehaltes von Lagerbier. Darstellung von Chloroform aus Chlorkalk und Alkohol, von Essigsäure aus Alkohol durch Oxydation mit KMnOx. Stearin- säure und Seife. Besichtigungen: 2. Juli 1926 (Caswerk, 18. Februar 1927 Germania-Brauerei.

U I: Sommer 11, Winter 10 Teilnehmer. Bunsenbrenner, Theorie der Flamme, gefärbte Flammen, Siedepunkt- und Schmelzpunktbestim- mung, Trennung fester Körper, Lösungen, Kri- stallisation, Gemenge und Verbindung, Oxydation und Reduktion, Gebrauch des Lötrohrs. Quanti- tative Untersuchung des Quecksilberoxyds. Geset- der einfachen und vielfachen Gewichtsverhältnisse an Quecksilberoxyd, Kupfer(2)oxyd, Kupfer(¹)- oxyd, Wasser geprüft. Aequivalentgewichts- bestimmung von Magnesium und Zink durch Wasserstoffentwicklung. Titrieren mit Normal- lösungen. Herstellung von Normalsäuren mit gegebener Normalbase und umgekehrt. Bestim- mung des%-Gehaltes vorgelegter Säuren und Basen. Verhalten von Schwefel gegen Metall. Untersuchung der Eigenschaften des Tones. Her- stellung von Aluminiumsulfat und Alaun aus Kaolin. Nachweis von Aluminium und Kiesel-

säure im Kaolin. Salzbildungen durch Einwirkung von HCl, H. SO., HNO auf Metalle, Metalloxyde und Hydoxyde, durch Synthese aus Elementen. Salzzersetzungen durch Metalle, Basen, Säuren und Salze, durch Hitze. Bestimmung des Aequivalent- gewichts des Kupfers durch Zersetzung einer Cu SOa-Lösung mit Zink. Untersuchung, wieviel Salpetersäurereste mit 1 Atom Ag bezw. Pb ge- bunden sind. Besichtigungeu: Combiniert mit O J.

Brückner.

Kunstgeschichte.

0 I: Impressionismus und Expressionismus in der modernen Malerei. Museumsbesuche, Besichtigung von Kunstausstellungen.

UI: Stilentwicklung der Kunst, insbesondere der Baukunst, vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Besichtigung des Umbaues des Regierungsgebäudes unter Führung von Herrn Regierungsbaumeister Genzmer. Ausflüge nach Mittelheim a. Rh zur kunstgeschichtlichen Würdigung und zeichne- rischen Aufnahme der Egidiuskirche, sowie nach Mainz zur Besichtigung der Barockbauten der Stadt und der römischen Wasserleitung in Zahlbach.

0 HI: Die Baukunst in ihren technischen Grundlagen und stilgeschichtlichen Wandlungen. Bildbetrachtungen zur modernen Malerei.

Wahlfreier Unterricht im geometrischen Zeichnen.

0 I: Aufgaben aus der Zentralprojektion in Verbindung mit Schattenkonstruktion und dem Unterricht in Kunstgeschichte.

UI: Kegelschnitte und Körperdurchdringungen. Anfertigung eines maßstäblichen Modells der Egidiuskirche in Mittelheim a. Rh.

0 II: Maßstabzeichnungen und Durchdringungs- konstruktionen. Herstellung eines Modelles einer altchristlichen Basilika als Beispiel von Körper- durchdringungen.

U II: Darstellungen einfacher Körper in recht- und schiefwinkliger Parallelprojektion mit Schnitten und Abwicklungen. Herstellen von Körpermodellen.

0 III: Übungen im Gebrauch von Zirkel, Lineal und Reitfeder. Planimetrische Kon- struktionen. Jäckel.