Jahrgang 
1925
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Die aufgabenfreien Nachmittage wurden bestimmungsgemäß durchgeführt und mit Wanderungen, Spiel und Schwimmen ausgefüllt. Befreiungen fanden nicht mehr statt, seitdem die Verfügungen über die Teilnahme verschärft worden waren. Das Sportfest am 1. Oktober trug durch seine Vorbereitungen, seinen Verlauf und seine Ergebnisse wesentlich zur Förderung der Leibesübungen bei. An den Reichs-Jugendwett- kämpfen beteiligten sich von 233 Schülern 64, also 27%; 42 Schüler erhielten Ehren- urkunden. Zu dem Mannschafts-Fünfkampf um den WanderpreisJung Nassau stellte die Anstalt je eine Mannschaft für die Ober-, Mittel- und Unter-Stufe. Die beiden ersteren wurden ausgezeichnet. Die Schlagball-Wettkämpfe fielen in diesem Jahre infolge ungünstiger Verkehrsverhältnisse im besetzten Wiesbaden aus.

Die durch Vermittelung des städt. Wohlfahrtsamtes eingerichteten amerikanischen Kinderspeisungen wurden vom 7. Mai bis Pfingsten und während des Winterhalb- jahres durchgeführt. An ihnen nahmen 66 Schüler teil unter Entrichtung eines Beitrages von 5 Pfg. für die Mahlzeit. Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen gut, nur im Januar-Februar erkrankte eine größere Anzahl von Schülern, besonders in Quarta, an der Grippe. Eine Besichtigung des am meisten betroffenen Raumes durch den zuständigen Kreisarzt ergab nichts Gesundheitschädliches, alle möglichen Vorsicht- und Schutzmaßnahmen wurden getroffen. Nach einigen Wochen ebbte die Krankheit ab.

Schulgeldsatz für Einheimische und Auswärtige jährlich 120 Mk. Ausländer das Doppelte. Eintrittsgeld 5 Mk. Für besonderen Unterricht von Primanern im chemischen Laboratorium jählich 12 Mk.

Zahl der Freistellen im 1. Vierteljahr 11 ganze, 20 halbe

2. 12 20 3. 5 1101 18 4. 12 18

Die Hilfsbücherei bestand schon seit langen Jahren an der Anstalt. Sie war gebildet und wurde ergänzt lediglich durch geschenkte Bücher abgehender Schüler und der Verlags- buchhandlungen. Seitdem ein bestimmter Betrag des eingehenden Schulgeldes für diese Einrichtung bereitgestellt worden ist, wurde die Bücherei dem Bedürfnis entsprechend ausgebaut. Sie zählte Ostern 1924 ca. 1700 Bände, von denen allerdings der größere Teil nach Durchführung der Reform unbrauchbar werden wird. Die Bücher werden unentgeltlich bedürftigen Schülern zur Verfügung gestellt. Da die Grenzen der Bedürftigkeit sehr weit gezogen werden, so machen ungefähr 30% der Schüler von der Einrichtung Gebrauch.

Berufsberatung. Studienrat Steingräber wirkte als Berufsberater der Schüler. Mit der Berufsberatung des Städt. Arbeitsamtes wurde Fühlung gehalten. Lehrer und Schüler besuchten die berufskundlichen Vorträge dieses Amtes, besonders diejenigen für akademische Berufe. Die Anstalt vermittelte entsprechende Gesuche von Abiturienten bei der Wirt- schaftshilfe der deutschen Studentenschaft. Zahlreiche Angebote von Lehrstellen in Banken, kaufmännischen und industriellen Betrieben, Apotheken, Handwerken wurden den Schülern übermittelt. Es empfiehlt sich, daß derartige Angebote nicht erst kurze Zeit vor dem Schluß des Schuljahres gemacht werden, wo die Eltern doch meist schon für Lehrstellen gesorgt haben. In mehreren Fällen trat wieder bei den Eltern eine nicht begründete Abneigung gegen den Handwerker-Beruf hervor.