Jahrgang 
1915
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Am 7. September wurde Professor Steubing und am 15. Oktober der Direktor zu Landsturmformationen eingezogen. Jetzt war es nicht mehr möglich, den Unterricht in der- selben Weise aufrecht zu erhalten. Da auch die Primen leer an Schülern geworden waren, schien es nicht mehr angängig, den mit so großen Hoffnungen ins Werk gesetzten neuen Unterrichtsplan der Prima(vergl. Jahresbericht 1914) aufrecht zu erhalten. Es mußten die 2 Unterabteilungen der Unterprima wieder vereinigt und der Normallehrplan des Real- gymnasiums wieder eingeführt werden. Nur im Zeichnen blieben die beiden Abteilungen der UI getrennt, auch blieben 2 Std. physikal. UÜbungen in Ul. Von da an wurde aber die Schule in ihrer Arbeit durch Einberufungen oder Versetzungen von Lehrern nicht mehr gestört.

Das Sommersemester schloß mit einer Feier in der Aula. Das Wintersemester begann am 15. Oktober. Da der Direktor beim Ersatz-Landsturm-Bataillon Wiesbaden eingezogen war, so konnte er es ermöglichen, die Amtsgeschäfte nebenbei weiter zu verwalten. Der Unterricht wurde durch das Lehrerkollegium in steter Weise gegeben, wobei natürlich die Ereignisse des Krieges ihren Einfluß geltend machten. Wir waren uns klar darüber, daß auch das gesamte Leben in der Schule dazu beitragen müsse, daß die große Zeit durch die Schüler mit dem rechten Verständnis und der rechten Innerlichkeit erlebt würde.

Am 16. Januar veranstalteten Schüler der Obersekunda ein vortrefflich gelungenes Konzert zum Besten des Roten Kreuzes in der Aula der Schule. Andere Betätigungen im Interesse der Wohltätigkeit wurden unterstützt und gepflegt, 14 990 Mk. an Cold für die Reichsbank wurde durch die Schüler gesammelt, Dienste für das Rote Kreuz ausgeführt.

Für Schüler des Realgymnasiums und des Gymnasiums fand im Februar und Marz ein Kursus zur Ausbildung für erste Hilfeleistungen bei Verwundungen u. a. statt, den Herr Dr. med. Schreher in dankenswerter Weise leitete und an dem 20 Schüler und ein Oberlehrer teilnahmen.

Am 27. Januar, dem Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers, versammelten sich Schüler, Lehrer und Eltern in der Aula zu einer Feier, wobei Oberlehrer Hartstein die Festrede übernommen hatte. Er feierte darin unsern Generalfeldmarschall Hindenburg.

Die Entlassung des letzten noch übrigen Abiturienten und der Schluß des Schul jahres fanden am 31. März statt. Mit ihr verbunden war die Feier des hundertjährigen Geburtstags Otto von Bismarcks, dessen Wirken Prof. Merbach schilderte.

Unter den vielen Opfern, die das schwere Jahr gekostet hat, betrauern wir auch das Todesopfer früherer Schüler des Realgymnasiums. Von den folgenden ist uns bekannt geworden, daß sie im Kampf für die Verteidigung des Vaterlandes den fHieldentod gestorben sind:

Leutnant Wilthelm Wüst abgegangen Ostern 1900 Unt.-Off. der Res. Otto Reppert Ostern 1901 Hermann bollak Herbst 1902 Feldwebel Robert v. Pelke Herbst 1902 Unt.-Off. Valery Woytowsk y. Herbst 1905

und dessen Bruder Richard 5, Herbst 1913