Jahrgang 
1913
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10.

Oktober

Oktober

Oktober Oktober

Oktober

1912.

1912.

1912. 1912.

1912.

Der Kandidat Dr. Max Krämer wird nach Beendigung seines Probe-

jahres der Anstalt überwiesen.

Der französische Lehramtsassistent Saint-James wird der Anstalt

für das Winterhalbjahr 1912/13 überwiesen.

Die beiden Obersekunden sind zu vereinigen, UII ist zu teilen.

Der Herr Minister schenktSeemannsleben von Hansen der Schüler-

bibliothek.

Der Erlaſs des Herrn Ministers vom 21. September 1912 über die Ge-

fahren der Schundliteratur wird übersandt. Er lautet:

Der Minister der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten.

U II Nr. 2084. 1.

Berlin W 8. den 21. September 1912.

Die Gefahren, die durch die überhand nehmende Schundliteratur der Jugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, sind in den letzten Jahren immer mehr zutage getreten. Neuerdings hat sich wieder mehrfach gezeigt, dals durch die Abenteurer-, Gauner- und Schmutzgeschichten, wie sie namentlich auch in einzelnen illustrierten Zeitschriften verbreitet werden, die Phantasie verdorben und das sitt- liche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden ist, dals sich die

jugendlichen Leser zu schlechten und selbst gerichtlich strafbaren

Handlungen haben hinreilsen lassen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen lassen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dieses Ubel zu bekäümpfen und alles zu tun, um bpei den Schülern und Schülerinnen das rechte Verständnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die sittliche Festigung in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In fast allen Schulen finden sich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen kosten- los benutzt werden können. Aber die Schule ist machtlos, wenn sie von dem Elternhause nicht ausreichend unterstützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Ge- fahren und im Bewulstsein ihrer Verantwortung die Lesestoffe ihrer Kinder, einschlielslich der Tagespresse, sorgsam überwachen, das ver- steckte Wandern hälslicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Er- zeugnisse der Schundliteratur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erscheinungen dieser Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoffnung vorhanden, dals dem Übel gesteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und für ihre geistige Entwicklung eignen.