den Spessart. Die Eisenbahnverwaltung hatte in dankenswerter Weise die Benutzung der Schnellzüge gestattet, so dals am 14. Juli morgens bald nach 8 Uhr die Wanderung in Heigenbrücken angetreten werden konnte. Sie führte am ersten Tage über Rohrbrunn nach Mespelbrunn, am zweiten nach Miltenberg am Main. Die ziemlichen Anstrengungen des Marsches— am ersten Tage S, am zweiten etwa 10 Stunden mit Rucksackfrühstück— wurden von allen gut überwunden, der kühle Klostergarten des Klosters Engelsberg und der Abend am Main in Miltenberg werden den Wanderern stets in schöner Erinnerung bleiben.— Am 14. Juli ging die UI nach Forsthaus Weilser Turm, OIIa nach Frankfurts historischen Stätten und nach Bergen, O IIb über Schlangenbad, Ernsthausen, Ernstbachtal, Stephanshausen nach Ostrich, UII über Bickenbach, Felsenmeer auf den Malchen, O III auf die hohe Kanzel und den Kellerskopf, UIII ins Goldsteinbachtal, IV über den Kellerskopf auf die Platte, V über die Rentmauer auf die Platte, VI auf den Bleidenstadter Kopf.— Am 6. Dezember 1911 besuchte die OI das städtische Gaswerk, am 7. März die O Ila, am 14. März die O IIb.
Auch die Wandervögel unternahmen zahlreiche Sonntags- und Ferienwanderungen. Beim „Wandervogel D. B.“ fanden statt: 22 Halbtagesfahrten, 61 Tagesfahrten, 10 Anderthalbtages- fahrten und 12 mehrtägige Fahrten mit zusammen 1150 Teilnehmern, von denen 18,53% dem Königlichen Realgymnasium angehörten. Die Kosten für die Eintagsfahrten betrugen durchschnittlich 64 Pf. Die Ortsgruppe Wiesbaden des„Jung-Wandervogels“ veranstaltete 45 Fahrten mit 356 Teilnehmern, auſserdem 12 gröſsere Ferienfahrten in die deutschen Mittel- gebirge. Alle Wanderungen verliefen ohne Unfall, Ausschreitungen und Beschwerden. Möge das immer so bleiben, mögen den Wandervögeln, ob„alt“ ob„jung“, immer neue wander- lustige Jungen sich anschlieſsen und das gesunde, Körper und Geist erfrischende, den Willen stärkende und das Gemüt vertiefende Wandern im herrlichen deutschen Bergwald auch nach
den Schuljahren eine gern geübte Gewohnheit bleiben!
Eine erfreuliche Erscheinung war die Beteiligung aller Volks-, Mittel- und höheren Schulen an der Jahnfeier der Wiesbadener Turnerschaft am 27. August 1911. Auch vom Königlichen Realgymnasium nahmen eine Reihe von Turnern an den allgemeinen Freiübungen teil, zu den Wettspielen hatten sich 10 Turner der Anstalt gemeldet, von denen 6 Preise davon trugen. Aulserdem errang die Schlagballmannschaft den 2. Preis.
Am 4. Oktober 1911 veranstaltete der Real-Gymnasial-Turn-Verein unter Mitwirkung der Riege seines Altherrenverbandes ein Schauturnen in der Turnhalle der Turngesellschaft, Schwalbacherstraſse S. Die Vorführungen, die von dem Turnwart W. Schmitt(U geleitet wurden, zeichneten sich durch Schönheit und Genauigkeit aus und fanden den wohlverdienten
Beifall der zahlreich erschienenen Zuschauer.
Am 7. Oktober 1911 fand das Schauschwimmen des Gymnasial-Schwimmyvereins im Augusta-Viktoria-Bad unter Leitung seines I. Vorsitzenden F. Weber(UI) statt. Dem Verein gehören hauptsächlich Schüler der beiden königlichen höheren Lehranstalten an. Hoffentlich wird es auch weiterhin gelingen, die Gelegenheit zum Schwimmen Sommer und Winter offen zu halten.
Der Verein für Kurzschrift nach Stolze-Schrey hatte 16 Mitglieder und übte unter
Leitung seines Vorsitzenden E. Usener(U1).


