Differenzial- und Integralrechnung: Die Anfangsgründe der Differenzial- und Integral- rechnung und ihre Anwendung auf die Ermittelung scheinbar unbestimmter Werte, auf die Theorie der Maxima und Minima, auf die Diskussion der Kurven, die Theoreme von Taylor und Mac Laurin, auf die Quadratur der Flächen, die Rektifikation der Kurven und die Kubatur der Rotationskörper., Aufgaben für die Reifeprüfung Ostern 1908. 1. Von einem dreiseitigen Pyramidenstumpf kennt
man 3 in einer Grundecke zusammenstofsende Kanten und die von ihnen gebildeten Winkel, äuſserdem die einer gegebenen Grundkante parallele Kante der zweiten Grundfläche. Es soll der Inhalt des dem Körper eingeschriebenen Kegelstumpfes berechnet werden.
2. Es ist der geom. Ort der Spitze eines Dreiecks zu berechnen und zu konstruieren, dessen einer Basiswinkel doppelt so grofs ist, wie der andere.
3. Wie können unter Benutzung des Theorems von Mac Laurin die Logarithmen der Zahlen berechnet werden? Wie grols ist beispielsweise, auf 3 Stellen genau, der natürliche Logarithmus der Zahl 32
4. Wie prüft man eine Kurve, deren Gleichung gegeben ist, auf Wendepunkte? Wo liegen beispielsweise die Weendepunkte der Kurve,
deren Gleichung y= ist?
X à 2+xX 2 August Schmidt.
Darstellende Geometrie(2 Std. wöchentlich). Die Lehre von den Schattenkonstruktionen. Die Zentralprojektionen unbegrenzter und begrenzter Gebilde. Wiederholungen. Aug. Schmidt.
Physik(3 Std. wöchentlich). Die Elemente der Wellentheorie, der Akustik und der Optik. Wieder- holungen über verschiedene Gebiete der Physik und der Mechanik.
Aufgabe für die Reifeprüfung Ostern 1908. Es ist eine kurze Darstellung der Wärmewirkungen des galvanischen Stromes zu geben und darzutun, wie dieselben den zahlenmälsigen Zusammenhang zwischen der elektrischen und mechanischen Energie vermitteln. August Schmidt.
Chemie(2 Std. obligat., 2 Std. fakultat.). Anal)se einfacher und zusammengesetzter Substanzen(Mine- ralien). Maſsanalyse. Wiederholung. Stöchiometrie. Org. Ch. Benzolderivate, Cyanverbindungen. Henrich.
Deutsch 6 Std. wöchentlich).
Lateinisch(4 Std. wöchentlich).
Französisch(4 Std. wöchentlich).
Unterprima.
Ordinarius: Merbach.
Religion(2 Std. wöchentlich).
a) Evang.: Kirchengeschichte von Bonif. bis auf unsere Zeit. Erklärung des Johanues-Evangeliums (Auswahl). Schneider.
b) Katholiken(komb. mit IB des humanist. Gymn.). Erster Teil der Glaubenslehre nach dem „Grundriſs der Glaubenslehre“, 2. Aufl. von Wedewer.
Wedewer.
Literaturgeschichte. Lektüre: Schiller, Wallenstein; Lessing, Laokoon; Klopstock, Oden. Gedichte Schillers und Goethes. — Privatlektüre: Lessing, über die Fabel; Wie die Alten den Tod gebildet. Löschhorn, Lessings Leben. Schiller, Maria Stuart. Vorträge der Schüler, zum Teil im Anschluss an die Lektüre.
Themen der deutschen Aufsätze: 1. Verlauf und Ergebnis der Unterredung Questenbergs mit Wallen- stein. 2. Woraus erklärt sich die kurze Dauer der meisten auf den Trümmern des weströmischen Reiches begründeten germanischen Staaten? 3. Welche Versuche macht Gordon, Wallenstein zu retten? 4. Welchen Nutzen zieht Friedrich Barbarossa aus der Anderung seiner Politik nach der Niederlage bei Legnano? 5. Warum mufsten nach Lessing die Künstler der Laokoongruppe im Ausdruck des körperlichen Schmerzes Maſs halten? 6. Die ver- schiedenen Kulturstufen nach Schillers Gedicht „Das Eleusische Fest“. 7. Welche Gegensätze zu dem Goetheschen Hymnus„Grenzen der Menschheit“ weist sein Prometheuslied auf? 8. Welche Gründe bewogen Gustav Adolf zum Einfalle in Deutschland? (Nr. 2, 4, 6 und 8 waren Klasscnarbeiten.)
Hartwig.
Lektüre: Aus Livius XXI und XXII. Vergil, Aeneis I und II mit Auswahl. Cicero, in Cat. I u. III.— Alle 3— 4 Wochen eine schriftliche Übersetzung aus Livius, Curtius Rufus oder Cicero. Hartwig.
Abschlufs der Grammatik und Wiederholungen. Aufsätze, Ex- temporalien, Diktate. Sprechübungen, meist im Anschlusse an die Lektüre. Gelesen wurden: Daudet, Tartarin de Tarascon; d'Hérisson, Journal d'un Officier d'Ordonnance; Molière: L'Avare.


