III. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr wurde in der üblichen Weise am 2. Mai 1905 eröffnet. Durch Ver- fügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums zu Kassel vom 12. Dezember 1904 S. 8944 war Herr Professor Hartwig) auf seinen Antrag vom Königlichen Gymnasium zu Dillenburg zu Ostern 1905 an das Königliche Realgymnasium zu Wiesbaden versetzt worden; er wurde am 2. Mai in entsprechender Weise in sein neues Amt eingeführt.
Ebenso war Herr Zeichenlehrer Braband ²) durch Verfügung vom 21. März 1905 S. 2840 zunächst provisorisch von der Töchterschule in Nordhausen an unsre Anstalt berufen worden und trat am 2. Mai bei uns ein. Durch Bestallungsurkunde vom 18. Juli 1905 wurde er definitiv angestellt.
Der Seminarkandidat des höheren Schulamtes Herr Wessel wurde durch Verfügung vom 22. April 1905 S. 1579 mit der Verwaltung einer Hilfslehrerstelle am Königlichen Real- gymnasium beauftragt und ihm das Ordinariat der UIII“ überwiesen. Leider mulste er jedoch schon Michaelis zur Ableistung seiner Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger wieder aus- scheiden, worauf Herr Seminarkandidat Dr. Arndt gemäls Verfügung vom 6. Oktober 1905 S. 8830 seine Stunden übernahm.
Durch Verfügung vom 26. März 1905 S. 4211 war der Kandidat des höheren Schul- amts Herr Arensmeier der Anstalt zur Ableistung seines Probejahres überwiesen worden, mulste aber zu Michaelis wegen geschwächter Gesundheit auf ein halbes Jahr Urlaub nehmen. Vergebens suchte er Heilung in seiner Heimat und starb am 29. Januar 1906 zu Marburg in der chirurgischen Klinik. Das Lehrerkollegium war bei seiner Beerdigung durch Herrn Oberlehrer Bierschenck vertreten, der eine Kranzspende auf das Grab des so früh Ver- blichenen niederlegte. Sein Andenken wird bei uns wegen seines lauteren Charakters und seiner gewinnenden Persönlichkeit stets in Ehren sein. Friede seiner Asche!
¹) Ferdinand Hartwig, geboren den l. November 1853 zu Windecken, Kreis Hanau, evangelischer Konfession, besuchte von 1864— 1872 das Kurfürstliche, später Königliche Gymnasium zu Hanau und von 1872— 1876 die Universität zu Marburg, um alte Philologie. Geschichte und Erdkunde, sowie Deutsch zu studieren. Sein Staatsexamen bestand er am 1. Juni 1877, wurde zunächst Hauslehrer und leistete von Ostern 1878— 1879 sein Probejahr am Königlichen Gymnasium zu Marburg ab. Dort verblieb er bis Herbst 1884 und zwar als wissenschaftlicher Hilfslehrer bis 1. Juli 1880 und weiterhin als Gymnasiallehrer bis 1. Oktober 1884. Von da ab bis Ostern 1887 war er in gleicher Eigenschaft am Königlichen Gymnasium zu Hersfeld, bis Ostern 1905 am Königlichen Gymnasium zu Dillenburg tätig, wo er auch zum Oberlehrer und Professor befördert wurde. Mit dem Beginn des Schuljahres 1905 wurde er als Professor an das Königliche Realgymnasium zu Wiesbaden versetzt.
²) Hermann Reinhold Braband wurde am 12. Februar 1869 zu Walschleben b. Erfurt als Sohn eines dortigen Landmannes geboren. Er besuchte zunächst die Volksschule seines Heimatortes und vom 14. Lebensjahre ab die Präparande und das Lehrerseminar zu Erfurt. Nach bestandener Lehrerprüfung ver- waltete er zunächst eine Lehrerstelle zu Kindelbrück und später eine solche an den städtischen Schulen zu Nordhausen a. H. Von 1901— 1903 besuchte er die Königliche Kunstschule und das Kunstgewerbemuseum zu Berlin und unterzog sich im Juli 1903 daselbst der Zeichenlehrerprüfung für höhere Schulen.


