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III. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr wurde am 9. April 1902 in der üblichen Weise eröffnet.
Da Herr Prof. Dr. Kühn noch nicht ganz hergestellt war, wurde durch Verfügung vom 25. April 1902. S. 3542, sein Urlaub bis zum 1. Oktober 1902 verlängert und mit seiner Ver- tretung Herr Probekandidat Till¹) beauftragt(Verfg. vom 26. März No. 2140). Gleichzeitig erkrankte Herr Oberlehrer Metzer, so daſs er bis Herbst Urlaub nehmen muſste; zu seiner Vertretung wurde Herr Probekandidat Dr. Arnold der Anstalt überwiesen(Verfg. vom 1. April No. 2843) Leider mufste auch Herr Dr. Handwerck wegen nervöser Erkrankung seinen Unterricht vom 25. Juni ab bis Michaelis aussetzen; seine Vertretung übernahm Herr wissen- schaftlicher Hilfslehrer Dr. Schmitthenner(Verfg. vom 10. Juli 1902, S. 5943), der auch im Wintersemester zur Entlastung einzelner Herren noch weiter an der Anstalt wirkte.
Durch Verfügung vom 5. August 1901, S. 6563, wurde Herrn Oberlehrer Dr. Merbach zu einem Studienaufenthalte in Frankreich ein halbjähriger Urlaub vom 1. Oktober ab bevilligt und ihm zugleich das Staatsstipendium für Neusprachler vom Herrn Minister überwiesen; seine Vertretung übernahm, da Herr Prof. Kühn Michaelis wieder eintrat, Herr Dr. Til] Verfg. vom 7. Oktober S. 7157).
Aufserdem war Herr Zeichenlehrer Reitz zur Teilnahme an einem Zeichenkursus 8 Tage nach Berlin, und der Unterzeichnete als Mitglied der Prüfungskommission für Mittelschullehrer und Rektoren zweimal auf je 6 Tage nach Cassel beurlaubt.
Dals mit diesem starken Wechsel unter den Lehrern auch in diesem Jahre vielfach eine Veränderung des Unterrichtsverteilungsplanes und eine starke Störung des Unterrichtes verbunden war, liels sich leider nicht vermeiden.
Im übrigen sei über die Geschichte der Anstalt kurz berichtet wie folgt:
Die von dem Herrn Minister festgesetzte Ferienordnung für die Stadt Wiesbaden(siehe Verfügungen!) trat zum erstenmale in diesem Jahre in Geltung, nicht, ohne dafs von ver- schiedenen Seiten Einspruch erhoben wäre. Wenn Ostern früh fällt, ist jedoch kaum etwas einzuwenden; fällt Ostern dagegen spät, so folgen Pfingst- und Sommerferien gar zu schnell aufeinander.
Der Unterricht wurde wegen groſser Hitze am 28. und 30. Juni, am 4., 6., 8., 9., 10. Juli, am 14., 15., 16. August, sowie am 4. September von 11 Uhr ab ausgesetzt.
Durch die Verlegung der Herbstferien fand sich in diesem Jahre keine so recht geeignete Zeit zur Vornahme der üblichen Klassenausflüge, weshalb diese in dem verflossenen Jahre unterblieben. Auch fehlte angesichts der Verantwortlichkeit, ganz abgesehen von den An- strengungen und Lasten eines solchen Ausfluges, den Lehrern vielfach die nôtige Lust dazu.
¹) Herr Hermann Till wurde auf Grund seiner Abhandlung:„Metrische Untersuchungen zu den Blankversdichtungen P. B. Shelleys“ nach wohl bestandenem Rigorosum am 16. Mai 1902 an der philosophischen Fakultät zu Rostock zum Dr. phil. promoviert.


