Jahrgang 
1902
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Die Bedingungen, unter denen die Schule den Unterricht und ihren Anteil an der Erzichung der ihr auvertrauten Jugend übernimmt, sind in der von dem Lehrkollegium in Ubereinstimmung mit den bestehenden Vorschriften aufgestellten Schulordnung enthalten. Sämtliche Schüler, welche die Schule gegenwärtig besuchen, haben ein Exemplar dieser Schul- ordnung empfangen; neu eintretende Schüler erhalten dieselbe bei der Anmeldung. Durch Uberweisung ihrer Söhne oder Mündel an die Anstalt erkennen die Eltern oder deren Stell- vertreter diese Schulordnung für sich und ihre Mündel als verbindlich an; in Zweifelfällen wollen sie sich stets an den Unterzeichneten wenden.

Bisher wurden die Eltern bei besonders mangelhaften schriftlichen Arbeiten ihrer Söhne seitens der Schule vielfach zur Unterschrift der Arbeit aufgefordert und so von den mangel- haften Leistungen derselben in Kenntnis gesetzt. Da sich jedoch bei diesem Verfahren hier und anderswo Unzuträglichkeiten ergeben haben, muls von nun an die Kontrolle der Schülerarbeiten und Hefte dem Ermessen der Eltern überlassen werden.

Es wird auch an dieser Stelle betont, dals, wenn ein Schüler Tanzunterricht nehmen soll, eine vorhergehende Besprechung der Eltern mit dem Direktor dringend wünschenswert erscheint; eine Unterlassung dieser Besprechung oder Nichtbeachtung der Warnung rächt sich fast all- jährlich durch Zurückbleiben des einen oder andern Schülers in bitterster Weise.

Der Konfirmationsunterricht wird am besten bis zur Obertertia verschoben, weil nur in dieser Klasse der Unterrichtsplan auf den Konfirmandenunterricht berechnet ist und keine sonstigen Versäumnisse entstehen.

Die Unsitte des Tragens von Ringen, Busennadeln und Uhrgehängen seitens der Schüler bis zu den untern Klassen hin hat in letzter Zeit so zugenommen, dass die Eltern schon im erziehlichen Interesse, abgesehen von Gefahren beim Turnen und Spielen, gebeten werden, auf derlei Tand bei ihren Söhnen verzichten zu wollen.

Zuletzt werden die Eltern dringend ersucht, beim Herannahen der Hauptferien nicht ohne Not durch Urlaubsgesuche jeder Art den regelmässigen Gang des Unterrichts für ihre Söhne sowohl als auch für die Schule stören zu wollen.

Die amtfliche Sprechstunde des Direktors ist täglich von 11 12 Uhr morgens in seinem Amtszimmer, Eingang Luisenplatz 5(1 Treppe hoch, rechts Nr. 17).

Der Direktor: H. Breuer.