— Geschichte der deutschen Litteratur bis 1748.— Übungen in der Deklamation und in freien Vorträgen. — Aufsätze.
Themata der deutschen Aufsätze: 1. Welche Folgen hatte der peloponnesische Krieg für Athen? 2.„Alles in der Welt lälst sich ertragen, nur nicht eine Reihe von guten Tagen“. 3. Die Vorfabel in Schillers Braut von Messina.(Klassenarbeit.) 4. Schick- sal und Schuld in derselben Tragödie. 5. Ist der Ausspruch Schillers berechtigt:„Auch der Krieg hat seine Ehre“?(Braut v. Mess. I, 8.) 6. Das Nibe- lungenlied, ein Lied der Treue. 7. Multa cadunt inter calicem supremaque labra.(Chrie.) 8. Was berechtigt uns mit dem 16. Jahrhundert eine neue Epoche der Weltgeschichte zu beginnen?(Klassen- arbeit.) 9. Welche Scene aus Schillers Taucher würde sich am besten zu einer bildlichen Darstellung eignen? 10. a. Der Prozeſs des Sextus Roscius Amerinus, ein Bild römischer Zustände aus den Tagen der Sulla- nischen Schreckensherrschaft.— b. Erinnerung und Hoffnung, zwei Quellen der menschlichen Freudig- keit.(Klassenarbeit.) Steiger.
Lateinische Sprache(5 Std. wöchentlich).
a) Grammatik: Beständige Wiederholung der wichtigsten syntaktischen Regeln nach Schultz' kleiner lat. Sprachlehre. Übersetzen nach Schultz Ubungsbuch. Alle 14 Tage ein Domesticum oder Extemporale.
b) Lektüre: Ciceros Rede für S. Roscius Ameri-
nus.— Vergils Aen. I, 1—558. Steiger. Französische Sprache(4 Std. wöchentlich). Wiederholung einzelner Abschnitte der Syntax.
Schriftliche Ubersetzungen aus Plötz Übungen zur Syntax. Sprechübungen, Extemporalien und Auf- sätze meist im Anschluſs an die Lektüre. Lektüre: Guizot, Wasbington; Mignet, Vie de Franklin; Molière, Femmes Savantes.
Themata zu den französischen Aufsätzen: 1. Le Siege de Berlin. 2 Jeanne Darc. 3. Preinière croi- sade. 4. Kléber, commandant de l'armée d'Egypte. 5. Turenne. 6. Mirabeau. 7. Jeunesse de PFranklin. 8. Henry IV, roi de Prance. Kühn.
Englische Sprache(3 Std. wöchentlich). Macaulay, Lord Clive u. Warren Hastings. Shakspere's Julius Caesar. Schriftliche Übungen. Sprechübungen.
Kühn.
Geschichte(3 Std. wöchentlich). Neuere Geschichte von der Reformation bis 1789 nach Herbst, Hülfs- buch für die oberen Klassen der Gymnasien und Realschulen. Spangenberg.
Mathematik(5 Std. wöchentlich). Analytische Geo- metrie der Kegelschnitte. Determinanten. Höhere
Gleichungen. Unendliche Reihen. Repetitionen. Uth. Darstellende Geometrie(2 St. wöchentlich).
Abschluls der Lehre von den Schnitten der Flächen unter einander. Die Elemente Schattenkon- struktionen. Aug. Schmidt.
der
Physik(3 Std. wöchentlich). Die Wellenbewegung, die Lehre vom Schall, die Lehre von der Wärme. Aug. Schmidt. Chemie(2 bezw. 4 Std. wöchentlich) Die Schüler erhielten Anleitung zur Analyse einfacher Sub- stanzen, löslicher sowohl als unlöslicher. Es wurde darauf gesehen, dals möglichst viele Reaktionen ausgeführt und durch Formeln erläutert wurden, und daſs die Schüler von dem Gange der Analyse Rechenschaft ablegen konnten. Henrich.
Obersekunda. Ordinarius: F. Schmidt. Religion(2 Std. wöchentlich).
a) Protestanten: Kirchengeschichte nach Noacks Hülfsbuch für den evangelischen Religions- unterricht.— Lektüre und Erklärung des Briefes Pauli an die Galater.
Schmidtborn, von Neujahr an Hochhuth.
b) Katholiken(komb. mit II 1 des humanisti- schen Gymnasiums). Die Lehre von der Offenbarung überhaupt und die Beweise für die Göttlichkeit des Christentums und der Kirche im besonderen(Apo- logetik). Wedewer.
Deutsche Sprache(3 Std. wöchentlich) Schwie- rigere Schiller'sche Gedichte und Schillers„Wilhelm Tell“ wurden gelesen und erklärt. Übungen im Deklamieren. Alle vier Wochen ein Aufsatz.
Themata der deutschen Aufsätze: 1. Die Glocke, eine Begleiterin des Menschen von der Wiege bis zum Grabe. 2. Die Bedeutung von Schillers„ver- schleiertem Bild von Sais“. 3. Welchen Linfluls hat die Erfindung des Schieſspulvers auf die Welt- verhältnisse geübt?(Klassenarbeit.) 4. Die„Ideale“ von Schiller. 5. Schillers„Spaziergang“, ein kultur- historisches Gedicht. 6. Die Gründe für den Unter- gang der römischen Republik 7.„Die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand“.(Klassenarbeit.) 8. Was ist der Zweck des lyrischen Eingangs in Schillers„Tell“? 9. Die Bedeutung der Scene in Walther Fürsts Wohnung aus Schillers„Tell“.


