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) Zeichenapparat. Da in diesem Jahre nur geringe Geldmittel zur Verfügung waren, mussten Neuanschaffungen unterbleiben. Aus besonderen Mitteln wurde jedoch eine neue Glaswandtafel beschafft(Firma König, Cassel), um mit farbiger Kreide malen zu können. Ebenso erfreulich war, dass andfieh der Zeichensaal mit vier elektrischen Beleuchtungskörpern versehen werden konnte.
c) Neuerungen im äusseren und inneren Schulbetrieb.
Ostern wurde die Untertertia des 1921 mit Errichtung der Sexta eröffneten Reformgymnasiums eingerichtet. Es zeigte sich aber immer mehr, dass die Schüler dieser Abteilung unserer Anstalt innerlich nicht für diese Schulart geeignet waren. Das erklärt sich dadurch, dass die Mehrzahl derselben uns von den städtischen Realanstalten (Realgymnasium und Oberrealschule) überwiesen waren wegen Ueberfüllung. Die Schüler wollten also von vornherein keine humanistische Bildung. Ebenso waren auch ihre Eltern eingestellt, denen unsere Bildung nicht fürs praktische Leben recht passend erschien. Das zeigte sich besonders in einer Versammlung der Eltern der Reformklassen, die kurz vor Weihnachten stattfand. Die Erlernung des Griechischen wurde von ihnen allgemein abgelehnt. Lateinisch wollte sich die Mehrzahl allenfalls noch gefallen lassen. Die Weiterführung der gymnasialen Reformklassen erschien also aussichtslos. Daher beschloss das Kollegium im Einverständnis mit der städtischen Schulverwaltung, die Umwandlung dieser Abteilung zunächst in ein Realprogymnasium(erste Fremdsprache französisch) beim Herrn Minister zu beantragen. Auch der Elternbeirat stimmte diesem Antrage zu, hoffte jedoch auf baldige Wiedererrichtung von Doppelklassen des alten humanistischen Gymnasiums. Die Behörde gab durch Verfügung vom 24. April 1925 Nr. 4057 diesem Antrage vorläufig für dieses Jahr statt. Bis zum 15. November 1925 soll ein Antrag vorgelegt werden, in dem ein Vorschlag über die endgültige Gestaltung dieser Abteilung gemacht wird. Es besteht Neigung, sie ganz eingehen zu lassen und nur ein aus neun Klassen bestehendes humanistisches Gymnasium zu erhalten.
Seit Herbst 1923 hat der unterzeichnete Direktor die schultechnische Aufsicht über die städtische höhere Schule in Eltville.
VI. Chronik der Anstalt.
Nachdem am 29. April die Aufnahmeprüfungen stattgefunden hatten, wurde das Schuljahr Mittwoch, den 30. April, eröffnet. Die Schüler wurden zunächst auf die Aula geführt und von dem Direktor auf die wichtigsten Bestimmungen der Schulordnung, die leider seit Jahren nicht mehr gedruckt vorliegt, hingewiesen. Dann begann der Unterricht.
Schulfeiern. Im Laufe des Jahres fanden verschiedene Schulfeiern statt, so am 11. August aus Anlass des Verfassungstages und am 4. März 1925 anlässlich des Ablebens des Herrn Reichspräsidenten Ebert. Bei beiden Gelegenheiten hielt der Direktor die Ansprache. Am 24. Januar 1925 sprach Studienrat Schnell über die Bedeutung des Deutschtums im Auslande; im Anschlusse daran wurde eine Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande unter den Schülern gegründet(siehe Dhite 19). Die Auf- führungen des Schulchores können leider des beschränkten und wenig geeigneten Raumes wegen nicht in der Aula stattfinden. In zuvorkommender Weise hat uns seit Jahren die städtische Kurverwaltung dafür die Räume des Kurhauses zur Verfügung gestellt, die einen Rahmen bieten, wie er glänzender und festlicher nicht leicht gedacht werden kann. Wir verfehlen nicht, auch an dieser Stelle dem Kurdirektor, Herrn Hofrat Dr. Rauch, dafür den verbindlichsten Dank auszusprechen.(Das Nähere über diese Veranstaltungen siehe Seite 1l.) Im Oktober 1924 wurde auf Grund eines ministeriellen Erlasses im evangelischen Religionsunterricht auf die 400 jährige Wiederkehr der Heraus- gabe des evangelischen Gesangbuches hingewiesen.


