Turnbericht 1913/14.
Im verflossenen Schuljahr wurden wöchentlich 27 Turnstunden von folgenden Ierren erteilt:
0 Ia u. b U la u. b†
0 IIa u. b... Schnell; U Ila u. b
IIagelauer;
0 IIla u. b Philippi: U IIIa u. 1 IVa u. b...H Barsch; Va u. b. VIa u. b: Hagelauer.
Auf Grund ärztlicher Zeugnisse waren 43 Schüler befreit, also rund 9%.
Der Unterricht umfabte im Sommer volkstümliches Turnen und Turnspiele, im Winter mehr Geräteturnen. Alle Turnstunden waren so angelegt, daßs durch Übungen im Schnellgehen, Atmungs- übungen, Haltungsübungen, Gewandtheitsübungen, Sprung und Lauf die Massen bewegt wurden. Alle Klassen hatten ihren Spielnachmittag, wozu die dritte Turnstunde benutzt wurde und zwar:
Montag IVa u. b Herr Barsch mit 50 Schülern.
Dienstag U IIa u. b, O0 IIIa u. b, U IIIa u. b Herr Philippi mit 160 Schülern. Donnerstag O Ia u. b, U Ia u. b, Va u. b, VIa u. b Herr IIagelauer mit 220 Schülern. Donnerstag O IIa u. b Herr Schnell mit 50 Schülern.
Der Sedanstag führte alle Klassen ins Freie, und einzelne Klassenleiter wiederholten die Wanderungen während des Jahres mit ihrer Klasse. 4Siehe unten!)
Zur Pflege der Leibesübungen bestehen: der Gymnasialturnverein, der Schwimmverein und den Wandervogel. Der Turnverein turnte an zwei Abenden und zählte 50 Mitglieder. Die abgegangener Mitglieder des Vereins sind zu einem Alt-Herren-Verband zusammengeschlossen, der mit grobem Eifer in den akademischen Ferien Leibesübung, Turnen, Spiel und Geselligkeit pflegt; er zählt bereits 50 Mitglieder.
Der Gymnasial-Schwimmverein, in dem die Schüler aller höheren Schulen'sich zusammentun, um den Wassersport während des ganzen Jahres zu pflegen, zählt 110 Mitglieder. Das Protektorat hat Herr Gymnasial-Direktor Dr. phil. et jur. Thamm übernommen. 35 Nichtschwimmer erlernten das Schwimmen. Erste Erfolge errang der Verein im Wasserball, freier und Lagenstaffette gegen hiesige und auswärtige Schwimmyvereine.
Der Wandervogel machte seine üblichen Fahrten in die nähere und weitere Umgebung und große Fahrten während der Eerien. Die letzte Aufnahme ergab: 32 Jungwandervögel, 10 Mitglieder des Bibelkränzchens, 5 Pfadfinder, 4 Altwandervögel, 3 Wandervögel E. V.
Im verflossenen Schuljahr stellte die Anstalt eine Riege zu den Wettkämpfen der Städtischen Jugendvereinigung; 5 Schüler erhielten Diplom und Kranz. An dem allgemeinen Wiesbadener Gau- turnfest für Volks-, Mittel- und höhere Schulen nahmen 240 Schüler teil, von denen 70 Einzelpreise errangen. In den Mannschaftskämpfen erzielten die Schüler der Oberklassen: den ersten Preis im Schleuderball, Staffettenlauft, Barlauf, Hockey und die Schüler der Mittelklassen den ersten im Faustball.
Als freiwillige Spielbetätigung wurden an den Samstag-Nachmittagen, den Sonntagen und in den Ferien 12 Wettspiele gegen hiesige und auswärtige höhere Schulen ausgetragen und mit einem Torzahlverhältnis von 50:17 gewonnen, dazu der silberne Pokal der Städtischen Jugendvereinigung.
Es ist erfreulich, datz der Sinn der Jugend für die Leibesübung mehr und mehr allgemein wird und ein froher Wetteifer das Ganze belebt und die Leistungen der Masse und des Einzelnen erhöht.


