Jahrgang 
1912
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an; ferner sind die örtlichkeiten selbst öfters bei der Art ihrer Zugänge, bei ihrer Kleinheit und der darin sich entwickelnden Atmosphäre von gesundheitlichem Standpunkte aus keineswegs einwandsfrei, und schlielslich kann das in derartigen Theatern niederer Gattung naturgemälſs recht gemischte Publikum in dem meist verdunkelten Raume nicht als passende Gesellschaft für unsere Jugend angesehen werden.

So wäre es dringend erwünscht, wenn die Eltern sich selbst von der Beschaffenheit der verschiedenen Theater überzeugten, demgemäfs ihre Kinder mit bestimmten Weisungen versähen, vor allem ihnen nur für einzelne Aufführungen nach genauer Einsicht in das jedesmalige Programm von Fall zu Fall die Erlaubnis erteilten und den Besuch in der Abendzeit am besten gan⸗ untersagten.

Sollten aber künftig besondere Vorstellungen für die Jugend mit einem durchaus geeigneten, teils

belehrenden, teils harmlos erheiternden Inhalte eingeführt werden, eine Einrichtung, die erstrebens- wert ist und auch erstrebt wird, so sind diese natürlich empfehlenswert und sollten von den Eltern begünstigt werden.

Möge dieses ernstem Interesse an der Wohlfahrt unserer Jugend entsprungene Mahnwort bei den Angehörigen unserer Schüler ein offenes Ohr finden und sie daran erinnern, dalfs auch auf diesem wichtigen Gebiete Haus und Schule zusammenarbeiten müssen, doch so, dals dem ersteren naturgemäls der Löwenanteil der Verantwortung und Wirkung zufällt!

Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf die Société d'échange international des enfants et des jeunes gens in Paris 36 Boulevard Magenta, die im Interesse gründlicher Spracherlernung den Austausch französischer, englischer, deutscher Schüler und Schülerinnen namentlich während der Ferien vermittelt und zwar in der Weise, dals diese zu gleicher Zeit wechselseitig unentgeltlich in guten Familien untergebracht und als völlige Familienmitglieder behandelt werden. In Berlin hat sich unter dem Vorsitze des Stadtschulrats Dr. Michaelis ein Ausschuls gebildet, der mit dem Pariser Komitee in Verbindung steht. Wer von dieser nützlichen Einrichtung Gebrauch machen vill, hat sich an eine von beiden Adressen zu wenden.

Ferienordnung. Die Ferienordnung für das Jahr 1912/13 gestaltet sich nach dem Datum des Schulschlusses und Schulanfangs folgendermalſsen:.

Ostern 1912: Sonnabend, den 30. März bis Montag, den 15. April; Pfingsten: Freitag, den 24. Mai bis Dienstag, den 4. Juni; Sommer: Freitag, den 19. Juli bis Dienstag, den 20. August; Michaelis: Sonnabend, den 5. Oktober bis Donnerstag, den 17. Oktober; Weihnachten: Freitag, den 20. Dezember bis Freitag, den 3. Januar 1913; Ostern 1913: Mittwoch, den 19. März 1913.

Schülervereine.

An der Anstalt bestehen jetzt zwei Schülervereine, die löbliche Zwecke verfolgen und deshalb empfehlenswert sind. Um zu verhindern, dals sie ihre Mitglieder in der Erfüllung ihrer Hauptaufgabe, ihrer Schulpflichten, beeinträchtigen, ist die Bestimmung getroffen, daſs in der Regel ein Schüler nur einem Verein angehören darf; Ausnahmen bedürfen der besonderen Genehmigung des Direktors. GEinige Angaben über ihre Einrichtung und ihre Tätigkeit im verflossenen Jahre seien hinzugefügt.

1. Der Gymnasial-Turnverein, der im Jahre 1880 gegründet wurde, steht unter der Leitung eines selbstgewählten Turnwartes und Vorstandes. Die Oberleitung liegt in Händen des Herrn Turnlehrers Hagelauer. I. Turnwart ist gegenwärtig W. Arnold aus U Ib. Der Gymnasial-Turnverein zühlte im abgelaufenen Jahre 50 aktive und 5 Ehrenmitglieder. Auch wurde im verflossenen Jahre eine Alt-Herren-Vereinigung gegründet, die groſsen Anklang fand und jetzt 19 Mitglieder zählt. Die Ubungsstunden wurden wöchentlich an 2 Abenden abgehalten. Im Herbste des Jahres fand in der Turnhalle ein Vereinswetturnen statt, bei dem 10 Mitglieder als Auszeichnung den Eichenkranz erhalten konnten. Aulserdem machte der Verein 2 Ausflüge in die nähere Umgebung von Wiesbaden, die beide aufs schönste verliefen. Die Bücherei des Vereins umfaſst zurzeit 150 Bände. Mitglied des Turnvereins kann jeder Schüler der Anstalt aus den Klassen 0I bis U III werden. Das Eintrittsgeld beträgt 1 Mark, der monatliche Beitrag 25 Pfennig. W. Arnold, I. Turnwart.