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III. Jahresbericht.
Das Schuljahr begann am Donnerstag, den 20. April 1911 und endet am Sonnabend, den 30. März 1912. Die Ferien dauerten: Pfingsten: Freitag, den 2. Juni bis Dienstag, den 13. Juni; Sommer: Freitag, den 21. Juli bis Dienstag, den 22. August; Michaelis: Sonnabend, den 7. Oktober bis Donnerstag, den 19. Oktober; Weihnachten: Donnerstag, den 21. Dezember 1911 bis Donnerstag, den 4. Januar 1912. Die ungewöhnlich groſse Hitze des Sommers zwang dazu, 12 mal den Unterricht teils von 11 Uhr, teils von 12 Uhr ab auszusetzen.
Aus dem Lehrerkollegium schied Herr Oberlehrer Dr. Bickel aus, der 4 Jahre lang der Anstalt gewissenhaft und erfolgreich gedient und sich die Neigung der Schüler zu erwerben ver- standen hat, um an das RKgl. Gymnasium in Weilburg überzugehen. An seine Stelle trat Herr Prof. Schnädter vom Kgl. Realprogymnasium in Biedenkopf.“*) Der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums und der Schüler war im ganzen befriedigend.
Wiederum hatten die Schüler durch den fremdsprachlichen Vortragszyklus in der Städtischen Oberrealschule, durch die Aufführungen der Theatertruppe Roubaud und die Konversationsübungen bei Herrn Assistenten Saint-James reiche Gelegenheit zur UÜbung in den neueren Sprachen.
Ausflüge wurden am Sedantageé von der ganzen Schule, und auch sonst klassenweise häufig gemacht. Über die wohlgelungene, von sämtlichen Turnvereinen und Schulen der Stadt veranstaltete Jahnfeier»Unter den Eichen- am 27. August, bei der der Unterzeichnete die Festrede hielt, berichtet Abschnitt I, 4 genauer.
Am 30. September wurde des 100. Geburtstages der Kaiserin Augusta in den Klassen gedacht; am 27. Januar 1912 der 200. Geburtstag Friedrichs des Grofsen in Verbindung mit Kaisers Geburtstag gefeiert. Die Festrede hielt Herr Professor Schnädter. Mit den von S. M. dem Kaiser gestifteten Gedenkbüchern an den groſsen König wurden die besten Schüler der Klassen 0I bis O III ausgezeichnet.
Besucht wurden von fast allen Klassen die Ausstellung der Entwürfe zum Nationaldenkmal für Bismarck, die Kriegsmarineausstellung und die Ausstellung guter Jugendschriften. Oft bot in dankenswerter Weise die Intendanz des Kgl. Theaters den Schülern ermäſsigte Preise zu klassischen Aufführungen.
Der von Herrn Dr. med. Schreher geleitete Samariterkursus endete am 17. Juli mit einer erfolgreichen Prüfung vor einer Reihe von Sachverständigen der Militär- und Zivilbehörden und des Roten Kreuzes.
Über die Reifeprüfungen vgl. Abschnitt IV, 3. Die Abschiedsrede bei der Entlassungsfeier hielt der Abiturient Grünhut über die Erziehung zur nationalen Gesinnung durch das Gymnasium. Herr Prof. Dr. Touton sprach zu den Abiturienten vor der mündlichen Prüfung in seiner eindring- lichen, sachverständigen und warmen Art über die sexuelle Verantwortung des Menschen am 4. März. Beiden Herren Arzten herzlichen Dank für ihre nun schon eingebürgerten hingebenden Bemühungen um die Wohlfahrt der deutschen Jugend.
Lehrer am pädagogischen Seminare waren der Berichterstatter und die Herren Prof. Mosheim, Schmelz, Oberlehrer Fuchs; Mitglieder die Herren Dr. Albert, Dr. Baumann, Dr. Faltin, Gotthardt, Dr. Henrich, Kurat Weber. Für freundliche Zulassung zum Unterrichte ist das pädagogische Seminar dem Städtischen Reform-Realgymnasium und Herrn Lehrer Jacobi an der Mittelschule an der Rheinstraſse zu besonderem Danke verpflichtet. Die Revision des Seminars durch Herrn Oberregierungsrat Dr. Paehler fand statt am 25. Januar.
*) Joseph Schnädter, geb. am 17. Januar 1866, erwarb am Gymnasium in Wiesbaden Ostern 1887 das Reifezeugnis, studierte in München, Berlin, Marburg Geschichte, Altphilologie und Französisch, war nach Erledigung seiner Probezeit am Gymnasium in Wiesbaden, Montabaur, Hanau als wissenschaftlicher Hilfs- lehrer und am Realprogymnasium in Biedenkopf als Oberlehrer tätig.
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