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als eindrucksvolle Form des Anschauungsunterrichts recht fruchtbar gemacht zu werden. Es sei auch anerkannt, dafs einige von den hier bestehenden Kinematographentheatern sich auf einer angemessenen Höhe befinden, und schlieſslich verhindert die jetzt eingerichtete polizeiliche Kontrollierung der Films, dals irgendwo unmittelbar Unanständiges vorgeführt wird. Und doch stehen dem wahl- und schrankenlosen Besuche der Kinematographentheater bei der jetzigen Sachlage schwere Bedenken entgegen, die sich auf den Inhalt wie auf den äulseren Rahmen der Vorstellungen gründen. Noch sind vielfach grobe Sensationsnummern mit greller oder verfänglicher Handlung auf der Tagesordnung, die den rohen Geschmack anziehen, aber für die kindliche Phantasie geradezu verderblich wirken können; dann strengen die lang ausgedehnten Vorstellungen mit ihrer rasch wechselnden Bunt- scheckigkeit der Nummern, mit dem unruhigen Flimmern ihrer Bilder die Augen und die Kopfnerven aulserordentlich an; forner sind die Ortlichkeiten selbst öfters bei der Art ihrer Zugänge, bei ihrer Kleinheit und der darin sich entwickelnden Atmosphäre von gesundheitlichem Standpunkte aus keines- wegs einwandsfrei, und schlieſslich kann das in derartigen Theatern niederer Gattung naturgemäls recht gemischte Publikum in dem meist verdunkelten Raume nicht als passende Gesellschaft für unsere Jugend angesehen werden.
So wäre es dringend erwünscht, wenn die Eltern sich selbst von der Beschaffenheit der verschiedenen Theater überzeugten, demgemäls ihre Kinder mit bestimmten Weisungen versähen, vor allem ihnen nur für einzelne Aufführungen nach genauer Einsicht in das jedesmalige Programm von Fall zu Fall die Erlaubnis erteilten und den Besuch in der Abendzeit am besten ganz untersagten. Sollten aber künftig besondere Vorstellungen für die Jugend mit einem durchaus geeigneten, teils belehrenden, teils harmlos erheiternden Inhalte eingeführt werden, eine Einrichtung, die erstrebens- wert ist und auch erstrebt wird, so sind diese natürlich empfehlenswert und sollten von den Eltern begünstigt werden.
Möge dieses ernstem Interesse an der Wohlfahrt unserer Jugend entsprungene Mahnwort bei den Angehörigen unserer Schüler ein offenes Ohr finden und sie daran erinnern, daſs auch auf diesem wichtigen Gebiete Haus und Schule zusammenarbeiten müssen, doch so, dals dem ersteren naturgemäls der Löwenanteil der Verantwortung und Wirkung zufällt!
Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf die Société d'échange international des enfants et des jeunes gens in Paris 36 Boulevard Magenta, die im Interesse gründlicher Spracherlernung den Austausch französischer, englischer, deutscher Schüler und Schülerinnen namentlich während der Ferien vermittelt und zwar in der Weise, dalſs diese zu gleicher Zeit wechselseitig unentgeltlich in guten Familien untergebracht und als völlige Familienmitglieder behandelt werden. In Berlin hat sich unter dem Vorsitze des Stadtschulrats Dr. Michaelis ein Ausschufs gebildet, der mit dem Pariser Komité in Verbindung steht. Wer von dieser nützlichen Einrichtung Gebrauch machen vill, hat sich an eine von beiden Adressen zu wenden.
Ferienordnung.
Die Ferienordnung für das Jahr 1911/12 gestaltet sich nach dem Datum des Schulschlusses und Schulanfangs folgendermalsen:
Ostern 1911: Mittwoch, den 5. April bis Donnerstag, den 20. April; Pfingsten: Freitag, den 2. Juni bis Dienstag, den 13. Juni; Sommer: Freitag, den 21. Juli bis Dienstag, den 22. August; Michaclis: Sonnabend, den 7. Oktober bis Donnerstag, den 19. Oktober; Weihnachten: Donnerstag, den 21. Dezember bis Donnerstag, den 4. Januar 1912; Ostern 1912: Sonnabend, den 30. März 1912.
Schülervereine.
An der Anstalt bestehen jetzt zwei Schülervereine, die löbliche Zwecke verfolgen und deshalb empfehlenswert sind. Um zu verhindern, dals sie ihre Mitglieder in der Erfüllung ihrer Hauptaufgabe, ihrer Schulpflichten, beeinträchtigen, ist die Bestimmung getroffen, dals in der Regel ein Schüler nur einem Verein angehören darf; Ausnahmen bedürfen der besonderen Genehmigung des Direktors. Einige Angaben über ihre Einrichtung und ihre Tätigkeit im verflossenen Jahre seien hinzugefügt.


