Jahrgang 
1908
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Am 2. Mai konnte unser Senior, Herr Prof. Dr. Adam, auf eine vierzigjährige, ununter- brochen unserer Anstalt gewidmete Dienstzeit zurückblicken, wozu er die Glückwünsche des Kollegiums und der Schüler in herzlichster Form empfing. Möge dem hochverehrten Jubilar noch lange seine vortreffliche geistige und körperliche Rüstigkeit bewahrt bleiben! An den Jubiläen der hiesigen Ober- realschule und des Kgl. Gymnasiums in Hanau nahm die Anstalt durch Entsendung von Abordnungen teil. Der Schülerturnverein erfreute uns am 12. Mai durch ein Schauturnen, woran sich am anderen Tage eine Turnfahrt schlols. Der Gymnasialstenographenverein beging am 26. Mai in den Anstalts- räumen sein 19. Stiftungsfest mit Vorträgen und Preisschreiben. Eine im Sommer durchgeführte Probe ergab, dafs die Anstalt bei Feuersgefahr in etwa 2 Minuten entleert werden kann. Neben manchen Klassenspaziergängen wurden folgende Ausflüge belehrenden Zweckes unternommen: O La nach Mainz zur Besichtigung der Jupitersäule; O Ib nach Mainz zum Kennenlernen des Doms und der Friedenskirche, UIIa nach der Saalburg, eine grölsere Gruppe der katholischen Schüler nach Kiedrich zum Besuche der dortigen kirchlichen Bauwerke; O II b besichtigte verschiedene gewerbliche Anlagen der Stadt. Auch dals Schüler der oberen Klassen unter Führung von Lehrern die Bartholomé- Ausstellung und die Ausstellung Rembrandtscher Radierungen, wobei Herr Dr. von Grolmann so liebenswürdig war, einen dankenswerten erläuternden Vortrag zu halten, ferner die französischen Aufführungen der Schauspielertruppe Roubaud und die französischen Vorträge des Herrn Louvrier besuchten, sei erwähnt. Schliefslich sei Herrn Prof. Dr. Touton wärmster Dank ausgesprochen für seinen ausgezeichneten Vortrag über die sexuelle Verantwortlichkeit des Menschen, den er den Abiturienten vor ihrem Austritt aus der Schule am 28. Februar gehalten hat.

Zu Ostern 1908 wird Herr Prof. Dr. Schäfer die Anstalt verlassen, da er auf seinen Antrag aus Gesundheitsrücksichten an das Kgl. Gymnasium in Hanau versetzt worden ist. Unser herzlicher Dank für den festen und feinen Unterricht, durch den er während seiner sechsundeinhalb- jährigen hiesigen Tätigkeit seine Schüler kräftig zu fördern verstanden hat, und unsere aufrichtigen Wünsche für sein Wohlergehen begleiten ihn.