3. Übersicht über die während des Schuljahres 1903/1904 durchgenommenen Lehrpensa.
Oberprima.
Ordinarien: Coetus A: Professor Dr. Lohr. Coetus B: Professor Range.
. Religionslehre: a) Eoangelische. 2 St.— Glau-
bens- und Sittenlehre im Anschluſs an die
Augustana.— Römerbrief.— Kirchengeschichte
vom XVII.—XIX. Jahrh.— Wiederholungen. C. A: Lohr.
C. B: Spiefs.
b) Katholische. 2 St.(zusammen mit I 1 des Realgymn.): Zweiter Teil der Glaubens-
lehre nach Wedewers„Grundrils“.— Das Wichtigste aus der Sittenlehre.— Wieder- holungen. Wedewer.
2. Deutsche Sprache: C. A und B je 3 St.— C. A
Literaturkunde: Goethe und Schiller nebst deren berühmtesten Zeitgenossen; die roman- tische Schule.— Lektüre: Goethe, Aus meinem Leben, mit Auswahl; Aufsätze aus Muffs Lese- buch für Prima; die schwereren philosophischen Gedichte Schillers und Goethes; Lessings Emilia Galotti; Goethes Torquato Tasso; Shakespeares Julius Cäsar; Kleists Prinz von Homburg; Wiederholung früher gelesener Dramen und Gedichte; Vorträge über Leben und Werke der Dichter nach eigener Aus- arbeitung.— Aufsätze; mündliche und schrift- liche Dispositionsübungen..
Themata der Aufsätze:
1. Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quell.
2. Welche Verdienste hat sich der Grolse Kurfürst um Brandenburg und um Deutsch- land erworben?(Klassenaufsatz.)
3. Wie schildert Goethe in Mahomets Gesang das Wesen des bahnbrechenden Genius?
4. Mit des Geschickes Mächten Ist kein ewger Bund zu flechten.
5. Wie weit ist die Schuld Wallensteins in äusseren Umständen begründet?
6. Wodurch wird Brutus veranlalst, an der Verschwörung gegen Cäsar teilzunehmen? (Klassenaufsatz.)
7. Was man ist, das blieb man andern schuldig.
8. Welches Bild hat Kleist im Prinzen von Homburg von dem Grofsen Kurfürst ent- worfen?(Prüfungsaufsatz.)
Heymach.
C. B: Literaturkunde: Lebensbilder Goethes und Schillers und ihrer berühmtesten Zeit- genossen.— Lektüre: Schillers philosophische Abhandlungen mit Auswahl; mehrere Aufsätze aus Muffs Lesebuch für Prima. Im Anschluls an die Lektüre Grundwahrheiten der Psycho- logie und der Logik; die schwereren philo- sophischen Gedichte Schillers und Goethes. Shakespeares Koriolan; Kleist, Die Hermanns- schlacht, nebst Ausblick in die Romantik. Goethe. Aus meinem Leben und Faust I mit Auswahl; Inhalt des Torquato Tasso.— Wieder- holung der gelesenen Dramen Goethes und Schillers; Wiederholung der auf Unterprima
gelernten Gedichte.— Vorträge über den Lesestoff.— Aufsätze. Mündliche und schrift-
liche Dispositionsübungen.
Themata der Aufsätze.
1. Worin wurzelt die Höflichkeit, und wie äuſsert sie sich? 2. Welches sind die eigentümlichen Ansichten Schillers über tragische Kunst? 3. Goethes Prometheus und Grenzen der Menschheit. Eine Vergleichung.(Klassenarbeit.) 4. Wie erklärt sich der Umschwung in der Stimmung des Volkes gegen Koriolan? (Shakesp. Koriol. III.) Gedankengang des Schillerschen Gedichtes. „Die Götter Griechenlands“. (Klassenaufsatz.) 6. a) Fortes fortuna adiuvat.
r
(Klassenarbeit.) b) Was gelten soll, mufs wirken und mufs dienen.(Eine Disposition.)
7. Wie sorgte Friedrich der Groſse für den armen Mann?
8. Durch welche Erfindungen wurde im 19. Jahr- hundert das Erwerbs- und Verkehrsleben völlig umgestaltet?(Prüfungsaufsatz.)
Spiefs.
3. Lateinisch: 7 Stunden.— Lektüre: 5 Stunden.
a) poetische: C. A: Horaz Oden III und IV. Ausgewählte Episteln. Auswendig gelernt wurden einige Oden und Sinnsprüche.
Lohr.
C. B: Horaz Oden III und IV. Ausgewählte Episteln. Mehrere Oden und Sinnsprüche wurden memoriert. Kange.


